Fraunhofer-Zukunftsthemen

Fraunhofer-Gesellschaft

Energieeffizienter Altbau

Mehr als nur Fassade

Rund ein Drittel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfällt darauf, Gebäude zu temperieren. Damit verbrauchen private Haushalte für Heizung und Kühlung etwa so viel wie Verkehr oder Industrie. Über Energieeffizienz nachzudenken, lohnt sich besonders bei Altbauten: Sie schlucken drei- bis fünfmal mehr Heizenergie als moderne Häuser. Hinzu kommt, dass die größten Wohnflächen hierzulande laut Branchenuntersuchungen in Häusern stecken, die zwischen 1849 und 1978 gebaut wurden.

Mit guter Dämmung oder effizienter Heizung und Kühlung lassen sich bis zu 80 Prozent Energie einsparen. Der Druck auf die Hausbauer und Hausbesitzer wächst; dafür sorgen steigende Energiepreise und auch die Einführung des Energiepasses. Die Fraunhofer-Perspektive: Modernisierung, Sanierung und Solartechnik können Gebäude in einigen Jahren von Energieverbrauchern in kleine Kraftwerke verwandeln. 

Fassadenmodule mit Breitenwirkung

Für eine ebenso einfache wie energie- und kosteneffektive Gebäudemodernisierung entwickeln zehn Fraunhofer-Institute Prototypen von multifunktionalen Fassadenmodulen: Sie werden außen montiert und sind für die häufigsten Gebäudetypen konzipiert. Damit wird der Modernisierungseingriff am Haus »minimal-invasiv«, während er bei der Energieeffizienz auf Breitenwirkung zielt.

Die Wissenschaftler statten die Fassadenteile mit allerlei Kniffen aus: In die Module integrieren sie textile Wärmedämmverbundsysteme oder multifunktionale Oberflächen gegen Verschmutzung, Nässe und Mikroorganismen wie Pilze. Als Wärmespeicher für die Innendämmung erproben sie PCM-Speicher, bei denen Phasenübergänge zwischen den Aggregatszuständen genutzt werden. In den Labors entstehen flächige Heiz- und Kühlsysteme für Wände, Decken und Fußböden. Das Modernisierungskonzept wird ergänzt von Photovoltaik-Elementen für Dächer und Fassaden sowie von intelligenten Wassermanagement-Systemen.

Auf eine Eigenschaft legen die Forscher großen Wert: Robust sollen alle Entwicklungen sein, denn sie müssen sich über viele Jahre hinweg ohne großen Pflegeaufwand im Alltag bewähren.