Gesundheit, Ernährung und Umwelt

Fraunhofer-Gesellschaft

Automatische Dokumentation mithilfe von RFID-Funkchips sowie ein mobiler OP-Tisch, der weniger Umbettungen erfordert, entlasten das OP-Personal.
© Markus Steur/Fraunhofer

»Hospital Engineering Labor« im Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg

Am 18. Juli 2013 startete das »Hospital Engineering Labor« im Duisburger Fraunhofer-inHaus-Zentrum. Vier Fraunhofer-Institute entwickeln und testen hier gemeinsam mit über 60 Partnerunternehmen ihre Vision vom Krankenhaus der Zukunft. Auf rund 350 Quadratmetern bietet das Labor eine moderne Entwicklungs- und Testumgebung mit Operationssaal, Patienten-, Schwestern- und Arztzimmer, Rehabereich mit Trainingsgeräten sowie Lager- und Funktionsräumen.

Gesundheitsversorgung im Fokus der Forscher

Die Gesundheitswirtschaft ist mit etwa 5,4 Millionen Beschäftigten der größte Arbeitgeber Deutschlands. Doch jedes vierte Krankenhaus steht vor massiven Finanzierungsproblemen. Der wichtigste Innovationsmotor sind effiziente Abläufe und moderne Technik.

Die Handlungsspielräume von Krankenhäusern sind zunehmend von Regulierung und Kostendruck eingeengt. Die Bereitschaft durch technische Innovationen und optimierte Arbeitsabläufe die hohe Versorgungsqualität beizubehalten und weiter auszubauen wächst – nicht zuletzt aus Wettbewerbsgründen.

Synchrone Prozesse

Um fit zu sein für die Zukunft müssen Krankenhäuser und Kliniken die Kostensituation in den Griff bekommen sowie ihre Leistungskraft erhöhen. Ansporn dafür sind der medizintechnische Fortschritt, eine bessere Diagnostik und eng verzahnte Behandlungspfade. Das neu eröffnete »Hospital Engineering Labor« der Fraunhofer-Gesellschaft in Duisburg ist eine Forschungs- und Kooperationsplattform  für neuartige Systemlösungen mit dem Ziel, das »Gesamtsystem Krankenhaus« zu verbessern.

Auf Fortschritt zugeschnittene Konzepte rund um die klinische Logistik und Versorgungssysteme, ein integriertes Patienten- und Informationsmanagement sowie ein energieeffizienter Betrieb von Räumen und Gebäuden sind die wichtigen Themenfelder. Was aber genau neue Informations- und Kommunikationstechniken, Medizingeräte oder Softwarearchitekturen leisten, lässt sich angesichts einer schwer durchschaubaren Angebotsfülle nicht im Hauruckverfahren beantworten.

Praxisnah bewerten

Das Fraunhofer inHaus Zentrum in Duisburg bietet mit dem »Hospital Engineering Labor« sowohl Anbietern als auch Anwendern aus dem stationären und ambulanten Bereich die Möglichkeit, Neuentwicklungen in realitätsnaher Umgebung zu testen und deren Leistungsfähigkeit zu präsentieren. Die Forschungs- und Testplattform umfasst ein Modell-Krankenhaus mit Empfangsbereich, Patientenzimmer, Operationssaal und Rehabilitationsbereich.

Das Labor ist eine offene Einrichtung. Neben den Wissenschaftlern von vier Fraunhofer-Instituten beteiligen sich Industrie- und Wissenschaftspartner aus Nordrhein-Westfalen sowie Universitätskliniken und Krankenhäuser aus dem Ruhrgebiet. Zu den wichtigsten Zielen des Labors gehört die Bewertung und der Evidenznachweis von technischen Innovationen im Krankenhaus vor ihrer endgültigen Markteinführung.

Der medizintechnische Fortschritt gewinnt ständig an Tempo, Entwicklungszyklen neuer Produkte werden kürzer. So praktisch neue Techniken sind, so sinnvoll ist es auch, ihren Nutzen auf künftige Behandlungsszenarien zu beziehen. Fehlen die Erfahrungswerte sind Folgeabschätzungen besonders im sensiblen Krankenhausbereich schwierig. Das »Hospital Engineering Labor« bietet eine fundierte Auseinandersetzung mit Neuentwicklungen ohne etablierte Prozesse zu stören.