Crashtest-Zentrum
Fraunhofer-Gesellschaft
Gesamtfahrzeug-Crashanlage am Fraunhofer EMI
Sind die neuen Leichtbaufahrzeuge sicher? Was passiert bei einem Unfall mit einem Elektroauto? Diese und viele weitere Fragen untersuchen Forscher in der neuen flexiblen Crashtestanlage im baden-württembergischen Efringen-Kirchen.
Die neue Fraunhofer-Crashanlage in Efringen-Kirchen
In der 42m langen, grell erleuchteten Halle steht schon ein roter Kombi der mit Messstreifen – und Punkten beklebt, ist bereit für den Crashtest. »Für heute ist ein Heckaufprall mit 50% Überdeckung geplant«, so Markus Jung vom Fraunhofer EMI. Das bedeutet, dass nur auf die Hälfte des Hecks ein Metallschlitten rast. Die neue Anlage ist sehr variabel: Neben dem Heckaufprall können die Forscher auch ein Frontal- und Seitenaufprall testen.
Aus Sicherheitsgründen darf während des Crashtests niemand in der Halle sein. Die Wissenschaftler starten von dem mit Sicherheitsglas des geschützten Cockpits den Versuch. Kernstück der Anlage sind zwei Hydraulikaggregate: Die eine ist zuständig für die Bremsvorrichtung, die andere für die Kraft, die das Katapult antreibt. Beim Hochfahren der Anlage wird Stickstoff in die zwei Druckzylinder geleitet. Dann wird das Gas auf maximal 200 bar komprimiert. Durch den hohen Druck wird die Schubkraft erzeug mit der die Schubstange einen Crashschlitten gegen den PKW schießt. Um einen Aufprall mit 30 Stundekilometern durchzuführen beträgt der Abstand nur eine Handbreit ein Wissenschaftler den Start des Crash per Mausklick einleitet, wird die Schubstange noch von den Bremsen mit zwölf Bremsklötzen festgehalten.
Was genau während des Crashs passiert, zeichnen in der Halle bis zu sieben Hochgeschwindigkeitskameras auf und ermitteln den Versatz der Messpunkte. Mit speziell entwickelten Mess- und Auswertemethoden werden die Materialien, Strukturen und Bauteile analysiert. Diese Daten stellt Fraunhofer den Automobilherstellern und Zulieferfirmen zur Verfügung. Mit Softwaretools werde die Informationen mittels numerischer Simulation aufzubereiten.
»Wir haben mit der neuen Crashanlage einen modernen Prüfstand geschaffen, der höchsten Anforderungen genügt. Mit dieser Anlage hat die Fraunhofer-Gesellschaft jetzt auch die Möglichkeit, nicht nur Bauteile sondern auch Gesamtfahrzeuge auf ihre Crashsicherheit zu überprüfen. Damit bieten wir der Automobilindustrie jetzt ein Gesamtkonzept für die Entwicklung von crashsicheren Autos«, freut sich EMI-Institutsleiter Prof. Klaus Thoma über die gelungene Prämiere der neuen Crashtestanlage.



Social Bookmarks