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Fraunhofer-Gesellschaft

Neue Robotergeneration: Stets zu Diensten

Der mobile Roboter »Care-O-bot® 3« soll uns in Zukunft im Haushalt zur Hand gehen und schwere, monotone oder lästige Arbeiten übernehmen. Auf der CeBIT in Hannover vom 3. bis 8. März präsentieren Fraunhofer-Forscher den künstlichen Assistenten in Halle 9, Stand B36. Dort stellt der gelehrige Gehilfe sich und seine Fähigkeiten den Besuchern vor und verteilt Getränke.

Die Haushaltshilfe der Zukunft ist knapp anderthalb Meter groß, hat einen Arm mit drei Fingern und ein Tablett. »Care-O-bot® 3« ist der Prototyp einer neuen Serviceroboter-Generation: als Butler serviert er eigenständig Getränke, zukünftig soll er weitere Haushaltsaufgaben übernehmen - zum Beispiel den Tisch decken und abräumen oder putzen. Typische Haushaltsgegenstände wie Tassen und Gläser kann Care-O-bot® 3 bereits erkennen, greifen und mit Hilfe eines Tabletts an den Menschen übergeben.

Den nützlichen Helfer haben Forscher am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart entwickelt. Der Roboter verfügt über einen flexiblen Arm sowie eine Drei-Finger- Hand der Firma Schunk, mit der er verschiedene Alltagsgegenstände greifen und bedienen kann. Zudem ist er mit einer Vielzahl von Sensoren ausgestattet: Mit Stereovision-Farbkameras, Laserscannern und einer 3-D-Tiefenbildkamera. Damit erfasst er seine Umgebung in Echtzeit und 3-D und kann anhand der Daten auch in dynamischen Umgebungen sicher manövrieren, Objekte erkennen, lokalisieren und handhaben. Kommt zum Beispiel ein Mensch in den Radius seines Arms, stoppt er die Bewegung. Blockieren Personen den Weg, fährt Care-O-bot® 3 sicher um sie herum. Der Roboter kann dabei in jede beliebige Richtung fahren. »Möglich macht das eine omnidirektionale Plattform, mit vier gelenkten und angetriebenen Rädern«, erläutert Dr. Birgit Graf, die am IPA die Gruppe für Haushalts- und Assistenzrobotik leitet. »So kann der Roboter sogar enge Stellen in einer Wohnung sicher passieren.« Das an der Vorderseite des Roboters angebrachte Tablett verfügt über einen integrierten Touchscreen, über das sich der Gehilfe steuern lässt. Die Interaktion wird zudem durch eine Multimediaschnittstelle mit Licht- und Soundeffekten unterstützt.

Wie ein Mensch sieht der neue Roboter nicht aus: Seine von Bayer- Material-Science speziell entwickelte Hülle ist weich und nachgiebig. Damit strahlt der Roboter Sicherheit aus, die mit Hilfe einer ganzen Reihe von Komponenten auch gewährleistet wird: Der Roboter verwendet ein Tablett, um Gegenstände an den Menschen zu übergeben - dadurch wird ein direkter Kontakt des Menschen mit dem Roboterarm vermieden und Verletzungsrisiken können eliminiert werden. Über Notausknöpfe und eine Funkschnittstelle kann der Roboter jederzeit angehalten werden, was neben der sicheren Navigation eine wichtige Voraussetzung für eine Abnahme des Sicherheitskonzepts durch die zuständigen Berufsgenossenschaften ist. Damit ist der Grundstein für erste Pilotinstallationen des Care-O-bot® 3 im öffentlichen Raum gelegt. Im Gegensatz zu aktuell dort eingesetzten Systemen bietet der Roboter dabei nicht nur Navigations- und Informationsdienste, sondern kann zum Beispiel Getränke servieren. »Care- O-bot® 3 kann bereits jetzt in innovativen Firmen zur Begrüßung und Bewirtung von Besuchern eingesetzt werden«, erzählt Graf.

Nach der erfolgreichen Premiere auf der AUTOMATICA 2008 hat sich der Roboter inzwischen bei verschiedenen Veranstaltungen bewährt: Im Fraunhofer inHaus2 und bei der langen Nacht der Forschung in Wien führte er erfolgreich Hol- und Bringdienste im Dauerbetrieb durch. Auf der CeBIT in Hannover wird der gelehrige Roboter sich und seine Fähigkeiten den Besuchern in einer multimedialen Präsentation vorstellen und Getränke verteilen.

Weitere Informationen: http://www.care-o-bot.de