Presseinformationen
Fraunhofer-Gesellschaft
Kleiner Speicherriese für großes Kino
Presseinformation 26.8.2009
Der Onboard-Rekorder »FlashBox« soll Profifilmern künftig die Arbeit erleichtern: Er ist besonders klein und speichert digitale Filme unkomprimiert auf Wechselplatten. Fraunhofer-Forscher stellen auf der International Broadcast Convention IBC in Amsterdam (11. bis 15. September) den Prototypen vor.
Bei der Produktion von digitalen Kinofilmen fallen gigantische Datenmengen an – allein beim Dreh einzelner Szenen etwa 20 bis 50 Gigabyte. Um diese Informationen am Set speichern zu können, bedarf es eines handlichen und leistungsfähigen Rekorders. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen haben eine kleine Speicherbox entwickelt, die sich direkt an die Filmkamera andocken lässt. Der Rekorder kann Bilder für Digital Cinema und HD in einer Auflösung bis zu 2048 x 1080 Pixeln aufnehmen. Bayer-Raw-Sensordaten und optional JPEG2000-Bilder können ebenso abgelegt werden. Im Inneren des robusten Gehäuses arbeiten Solid State Disks (SSD) in zwei Einschüben, so dass die Disks gewechselt werden können. Insgesamt stehen derzeit 500 Gigabyte zur Verfügung, um die Filmtakes zu speichern. Die Box ist knapp 13 cm lang, 8 cm breit und 7 cm hoch und wiegt ohne SSD-Platten 1500 Gramm.
Der Ablauf einer Filmproduktion lässt sich mit der Speicherlösung enorm vereinfachen. Kinokameras wie z. B. die ARRI D21 oder Sony F35 liefern unkomprimierte Daten, die direkt auf der FlashBox gespeichert werden können. Je nach Kameramodell erkennt das Gerät Kamera- und Datentyp automatisch, sonst lässt sich das richtige Aufnahmeformat über das Menü wählen. In diesem Menü erhält der Kameramann weitere Informationen: Füllstandsanzeige der Festplatten, Takeliste, Formateinstellungen. Ist die Aufnahme abgeschlossen, werden die Bilddateien in einer Takeliste abgelegt. Ist die SSD-Platte voll, kann sie direkt am Set per Plug&Play ausgewechselt werden. Das Filmmaterial kann direkt von der Wechselplatte über einen Adapter per USB oder Firewire auf einen Server geladen werden oder direkt über einen SATA-Einschub im Rechner heruntergeladen werden. Einen ersten Eindruck von den Aufnahmen verschafft die Ausgabe über einen der Previewausgänge. An Schnittstellen wie HDMI oder HDSI lässt sich ein Kontrollmonitor zur Qualitätsbeurteilung anschließen.
Auch in der Postproduktion bringt die FlashBox Vorteile. Durch die unkomprimierte Aufzeichnung bleibt die Originalqualität der Kamera erhalten. Gespeicherte Bayer-Rohdaten lassen eine optimale Bild- aufbereitung zu, unkomprimierte Bilddaten bieten eine maximale Korrekturmöglichkeit der Bilddynamik oder der Farbanpassung.
Die aufgenommenen Szenen sind auf der FlashBox gegen versehentliches Überschreiben durch eine mehrfache Abfrage geschützt. Das robuste Gehäuse schirmt die SSD-Platten zusätzlich gegen Erschüt- terungen und Vibrationen ab.
Für Betatester ist der Onboard-Rekorder ab dem Frühjahr 2010 erhältlich. Unterdessen arbeitet das Forscher-Team daran, die Speicherlösung – ähnlich einer Kassette – in die Filmkamera zu integrieren. In Halle 8, Stand C81 können Besucher der International Broadcast Convention IBC in Amsterdam sich die FlashBox vorführen lassen.


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