IBC 2009: Immersive Dome – Mitmachen statt Zuschauen!

Presseinformation / 13.8.2009

Kuppelprojektion statt flacher Kinoleinwand – der »Immersive Dome« zieht den Zuschauer mitten ins Geschehen und lässt ihn aktiv teilhaben. Und statt des üblichen Surround-Sounds erwartet den Besucher ein dreidimensionales Klangerlebnis. Auf der IBC, der Fachmesse für die elektronische Medienindustrie in Amsterdam, präsentieren zwei Fraunhofer-Institute zum ersten Mal den »Immersive Dome« in Halle 8, Stand C81.

© Foto Matthias Heyde / Fraunhofer FIRST

Die Kuppelprojektion ersetzt eine flache Kinoleinwand: Der »Immersive Dome« zieht Zuschauer mitten ins Geschehen.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Inneren einer Lava-Lampe. Sie sind umgeben von überlebensgroßen flüssigen Skulpturen und befinden sich in völliger Schwerelosigkeit. Passend zu den amorphen Formen erklingen sphärische Klänge, die sich den räumlichen Bewegungen der flüssigen Skulpturen anpassen. Im Kuppelkino von morgen erlebt der Besucher neuartige visuelle und akustische Eindrücke. Dafür wird auf der IBC vom 11. bis 15. September 2009 erstmalig die digitale Kuppelprojektion des Fraunhofer-Instituts für Rechnerarchitektur und Softwaretechnik FIRST mit dem »Spatial Pan« Raumklangsystem des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT kombiniert. Weiterer Clou: Der Zuschauer kann Inhalte aktiv mitgestalten. Ein Bild Ihres Gesichts wird hierfür von einer Kamera gefilmt und live auf eine Kuppelleinwand projiziert. Mit einer 3-D-Maus können Sie die Projektion auf der Leinwand verschieben und damit das Bild und den zugehörigen Ton interaktiv verändern.

Von Ralph Heinsohn vom Animationsstudio »Tilt« und dem Sound-designer Sven Lütgen wurde im Auftrag der beiden Fraunhofer- Institute das Full-Dome-Video »Liquidia« produziert. Der Film zeigt, wie sich eine hoch aufgelöste digitale und interaktive Kuppelprojektion mit dreidimensionalem Klang kombinieren lässt. Beim »Immersive Dome« erzeugen sechs Projektoren fünf Teilbilder auf den Innenseiten und eines im Zenit der Halbkugel. Die Software »Screen Player« vom FIRST steuert das Projektorcluster und erzeugt ein farblich einheitliches Gesamtbild. Mit der Software lassen sich Cluster-Projektionen in Echtzeit mit einer Auflösung von 4000 x 4000 Bildpunkten anzeigen. Dafür wird zunächst die Form der Leinwand virtuell nachgebildet. Das Bild der Projektoren wird daran ausgerichtet und passend verzerrt. Gleichzeitig erfassen drei Digitalkameras die projizierten Bilder und legen sie mithilfe von Bilderkennungs- und Farbkorrekturalgorithmen pixelgenau und farblich homogen aneinander. Der »Screen Player« besitzt eine Vorschaufunktion, die den Inhalt bereits in der Geometrie der Leinwand zeigt. Das Umrechnen des Originals auf Leinwandgeometrie erfolgt direkt beim Abspielen in Echtzeit.

Der »Screen Player« verfügt über Standardschnittstellen zu weiteren Multimediasystemen, so dass sich zusätzliche Geräte einfach integrieren lassen – unter anderem das »Spatial Pan« Soundsystem des IDMT. Im Gegensatz zu anderen dreidimensionalen Audiowieder- gabesystemen, die mit Hilfe vieler Lautsprecher einen natürlichen und räumlichen Klangeindruck erzeugen, arbeitet das »Spatial Pan« Raumklangsystem mit einer reduzierten Anzahl von Lautsprechern. Beim »Immersive Dome« auf der IBC kommen acht Standard-Lautsprecher zum Einsatz, um für die Besucher ein realistisches und räumliches Klangerlebnis zu schaffen. Eine dritte Klangdimension entsteht, indem die Kuppel selbst zum Klangkörper wird – ganz ohne weitere Lautsprecher. Dazu werden auf der Kuppel spezielle elektroakustische Wandler angebracht, die Impulse abgeben, Schwingungen auslösen und so den Innenraum beschallen. Für den Planetariumsbereich besteht eine enge Kooperation zwischen dem FIRST und Carl Zeiss. Außer in Planetarien und Kinos lässt sich der »Immersive Dome« in Themenparks, Simulatoren, Multimedia-Installationen und im High-End-Bereich für Home-Cinema nutzen.