Ein Forum für die Elektromobilität

Presseinformation / 9.9.2009

Den »Stromern« gehört die Zukunft. Doch damit Elektrofahrzeuge eine Alternative zu herkömmlichen Pkws werden können, bedarf es noch einiger Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft am 9. September in Berlin das »Forum Elektromobilität« eröffnet. Ziel des Forums ist es, die deutschen Akteure auf dem Gebiet der Elektromobilität zusammenzuführen, um gemeinsam die Entwicklung alternativer Antriebskonzepte voranzutreiben, neue Geschäftsmodelle abzustimmen und über das Thema zu informieren. Diese Aufgaben soll der neugegründete Verein »Forum Elektromobilität« wahrnehmen.

Mehr als ein Jahrhundert sorgte der Verbrennungsmotor für Automobilität. Doch die begrenzten Erdöl-Vorräte und der Klimawandel zwingen zum Umdenken. Um auch in Zukunft mobil zu bleiben, bedarf es neuer, umweltfreundlicher und ressourcenschonender Lösungen. Elektromobilität bietet nicht nur die Chance, die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren, sondern auch den Ausstoß von Kohlendioxid zu minimieren. Besonders umweltfreundlich sind die E-Fahrzeuge, wenn sie mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden.

»Um die volkswirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit vor allem im Automobilbau und auf den Gebieten Energieerzeugung und -speicherung zu erhalten und die internationale Entwicklung maßgeblich und nachhaltig mitzugestalten, muss Elektromobilität in Deutschland systematisch, ganzheitlich und unter dem Blickwinkel eines komplexen Systems vorangetrieben werden«, ist Professor Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft, überzeugt. Die Fraunhofer-Gesellschaft hat deshalb das Projekt »Systemforschung Elektromobilität« aufgelegt, das der deutschen Industrie helfen soll, sich langfristig einen weltweiten Spitzenplatz auf diesem Feld zu  sichern. Insgesamt 34 Fraunhofer-Institute arbeiten im Projekt mit. Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorhaben: Das Konjunkturprogramm I enthielt für Fraunhofer bereits 14 Millionen Euro für  Investitionen in die Elektromobilität. Jetzt stockt das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Förderung mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II auf 44 Mio Euro auf. »Ziel der Fraunhofer Systemforschung Elektromobilität ist es, Wissen und Technologien entlang der ganzen Wertschöpfungskette und insbesondere an den Schnittstellen zu generieren und dann der Industrie zur Verfügung zu stellen«, erläutert Professor Dr.-Ing. Holger Hanselka. Der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF koordiniert das Gesamtvorhaben.

Die individuelle Elektromobilität von morgen wird den Verkehr und die Wirtschaft deutlich verändern. Es werden nicht nur neue Infrastrukturen benötigt, sondern auch innovative Geschäftsmodelle. Um diese Herausforderungen zu meistern, ist ein wichtiger Aspekt der Fraunhofer Systemforschung der Aufbau des Forums Elektromobilität. Es soll den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskurs zur Elektromobilität vorantreiben. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert über die Fraunhofer-Gesellschaft diese Integrations- und Partnerplattform. Ziele des jetzt in Berlin eröffneten Forums sind, Kompetenzen auf dem Gebiet der Elektromobilität zu bündeln, die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien voranzutreiben und über das Thema umfassend zu informieren. Denn ein Umstieg auf Elektromobilität kann nur gelingen, wenn er von den Menschen, der Industrie und den Kommunen als Chance begriffen und mitgetragen wird. Diese vielfältigen Aufgaben nimmt der neugegründete Verein »Forum Elektromobilität« wahr. Der Verein soll unter anderem auch dazu beitragen, Systemkompetenz für die deutsche Wirtschaft aufzubauen und die Kommunikation zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zu fördern. Der Verein wurde am 9. September gegründet. Vorsitzender ist Prof. Ulrich Buller, Forschungsvorstand der Fraunhofer-Gesellschaft.

Der Umstieg auf Elektromobilität bedeutet einen tiefgreifenden Wandel: »Es werden sich alle umstellen müssen. Die Fahrzeugindustrie wird einige Bauteile für Pkws bald nicht mehr herstellen – dafür kommen neue hinzu – die Energiekonzerne benötigen andere Geschäftsmodelle und Tarifstrukturen für die Stromversorgung der Fahrzeuge. Und die Autofahrer werden in Zukunft nicht nur flüssigen, sondern auch elektrischen »Kraftstoff« tanken«, erläutert Professor Hans-Jörg Bullinger. Aufgabe des Verein »Forums Elektromobilität« ist es, dazu beizutragen, dass dieser Wandel mit großem Erfolg vollzogen wird.