Mobile World Congress 2011

3D-Filme auf dem Handy

Presseinformation / 9.2.2011

Fraunhofer-Forscher haben den neuen Mobilfunkstandard LTE-Advanced mit einem Video-Kodierverfahren kombiniert. So kommen 3D-Filme aufs Handy. Auf dem Mobile World Congress in Barcelona stellen die Experten ihre Lösung vom 14. bis 17. Februar in Halle 2, Stand E41 vor.

Bild: Handy
© Foto Fraunhofer HHI

Fraunhofer-Forscher haben den neuen Mobilfunkstandard LTE-Advanced mit einem Video-Kodierverfahren kombiniert, das 3D-Filme nun aufs Handy bringt.

Stockender Seitenaufbau, ruckelnde Videos in Briefmarkengröße – diese Zeiten sind dank Smartphone, schnellen Datenverbindungen und Flatrate-Tarifen passé. Weltweit wurden im vergangenen Jahr 100 Millionen Videos auf YouTube mit dem Handy gesehen. Eine Umfrage des Hightech-Verbands BITKOM ergab, dass in Deutschland mittlerweile 10 Millionen Menschen mit dem Handy im Internet surfen. Und es gibt noch einen weiteren Hype, der ungebrochen ist: Filme in 3D. Forschern am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI in Berlin ist es gelungen, beides zu verbinden und das mobile Internet dreidimensional zu machen.

Bereits für Filme in besonders guter, hochauflösender HD-Qualität haben Forscher vom HHI ein spezielles Kompressionsverfahren entwickelt, das die Filme auf kleine Datenraten rechnet, dabei jedoch die Qualität erhält: H.264/AVC. Was das Videoformat H.246/AVC für Filme in High-Definition ist, ist das Multiview-Video-Coding MVC für 3D-Filme. »Mit MVC werden die zwei Bilder, die für den stereoskopischen 3D-Effekt nötig sind, so zusammengepackt, dass die Bitrate des Films deutlich verringert wird«, erklärt Wissenschaftler Thomas Schierl vom HHI. 3D-Filme können mit diesem Verfahren um bis zu 40 Prozent verkleinert werden.

In Verbindung mit dem neuen Mobilfunkstandard 3G-LTE lassen sich 3D-Filme schnell und in bester Qualität empfangen. Das im LTE-Funksystem integrierte Radio Ressource Management ermöglicht eine flexible Datenübertragung und berücksichtigt dabei unterschiedliche Qualitätsanforderungen (Quality of Service). »Die mittels MVC aufgeteilten 2D- und 3D-Ströme können an der Luftschnittstelle für jeden Nutzer individuell priorisiert werden, um unterschiedliche Dienste zu unterstützen und neuen Geschäftsmodellen den Weg zu eröffnen«, erklärt Thomas Wirth, Wissenschaftler am HHI. Das sind zum Beispiel Premium-Dienste, bei denen nur der zahlende Nutzer Filme in 3D empfängt. Auch eine 3D-Qualitätsgarantie bei ungünstigen Empfangsbedingungen, etwa während einer Autofahrt, ist möglich. Die Kinder könnten dann auch auf dem Rücksitz ohne Unterbrechung Ice Age in 3D gucken.

Auf dem Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 2, Stand E41, zeigen die Forscher vom 14. bis 17. Februar, wie 3D in Zukunft auch mobil zum Erlebnis wird.