ARD Mediathek erhält optimierte Mediensuche

Mediendienst / 1.6.2011

Die ARD Mediathek ist mit einer verbesserten Mediensuche online gegangen. Besucher der Webseite können gezielter nach TV- und Radioinhalten suchen. Auch das schnelle Auffinden von Informationen direkt im Clip funktioniert. Software von Fraunhofer macht‘s möglich.

Bild: Screenshot der Mediathek
© Foto Fraunhofer IAIS

Der optimierte Internetauftritt der ARD Mediathek bietet Nutzern neue Suchmöglichkeiten und Funktionen.

Seit Mai 2008 bündelt die ARD TV- und Radioinhalte ihrer neun Landesanstalten unter der einheitlichen Oberfläche der ARD Mediathek im Internet. Damit Nutzer künftig noch schneller auf verpasste Sendungen zugreifen können, hat ARD.de unter der Federführung des SWR gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS in Sankt Augustin die Mediensuche der Mediathek verbessert. Ende Mai 2011 fiel der Startschuss für den optimierten Internetauftritt.

Bislang können Anwender Sendungen und Podcasts ausschließlich über ihren Titel, das Sendedatum und Kurzbeschreibungen finden. Mit Hilfe der Audio-Mining-Lösung des IAIS werden nun zusätzlich die Tonspuren der Sendungen analysiert und automatisch mit Metadaten angereichert. Künftig wird es Nutzern daher möglich sein, gezielter zu suchen. »Oftmals enthalten die Sendungen der Landesrundfunkanstalten in der Mediathek zu wenig Metadaten. Unser Ziel ist es, diese Clips dennoch auffindbar zu machen. Unser Audio Mining nutzt eine Spracherkennungstechnologie, die den audiovisuellen Datenbestand durchsucht und die Tonspur in geschriebenen Text umwandelt. Anschließend analysiert die Suchmaschine der ARD Mediathek wie häufig ein Begriff im Text vorkommt – dadurch erhöht sich die Trefferquote. Auch die Sortierung der Suchergebnisse nach Relevanz wird optimiert«, erläutert Angelika Pauer vom IAIS. Wesentliche Elemente der Audio-Mining-Technologie hat das Team des IAIS im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) geförderten Forschungsprogramms THESEUS entwickelt.

Darüber hinaus können Besucher der ARD Mediathek mit der neuen Funktion »Videozitat« Ausschnitte aus Audios und Videos auf einer externen Internetseite mit anderen Usern teilen. Und so funktioniert es: Der Nutzer sieht eine bestimmte Stelle im Clip, die er zitieren möchte, etwa den Kommentar eines Politikers. Per Klick auf einen Button wird der Abschnitt des Clips, den der Nutzer gerade anschaut, in Textform unter dem Player angezeigt. Nach Markieren der gewünschten Stelle im Text lässt sich ein Link beispielsweise in Twitter oder Facebook posten oder per E-Mail versenden. Der Empfänger gelangt durch Klick auf den Link direkt an die gewünschte Passage im Clip. Das »Videozitat« steht zunächst für Genres wie Politik, Talk, Nachrichten, Reportage und Dokumentation zur Verfügung. Angedacht ist, die Funktion auch für Serien zu nutzen. »Mit dem >Videozitat< können Besucher interessante Videoinhalte per Twitter und Facebook oder Blog ihren Freunden empfehlen. Dadurch wird das ARD-Angebot im Netz bekannter gemacht«, ist Pauer überzeugt.

Dies gilt umso mehr, als Nutzer Passagen, die sie zitieren möchten, schnell wiederfinden können: Die ebenfalls neue Funktion >Im Clip suchen< erleichtert das schnelle Aufspüren von Schlagworten im Video. Per Klick auf den gleichnamigen Button erscheint ein Suchfeld sowie eine Zeitleiste, die durch Markierungen kennzeichnet, an welchen Stellen im Clip der eingegebene Suchbegriff vorkommt. Somit ist es möglich, gezielt Inhalte in langen Videosequenzen zu finden.

2009 hatten das Redaktionsteam von ARD.de und die Forscher des IAIS schon einmal erfolgreich zusammengearbeitet. Damals kam die Audio-Mining-Technologie beim Launch des >Web-Duells< zum Einsatz: Besucher der Mediathek konnten ein Wahlkampfthema und zwei Spitzenpolitiker auswählen und deren Aussagen in den Programmen der ARD gegenüberstellen. »PC und Fernseher wachsen immer mehr zusammen. Die Nutzer wollen die Suchmöglichkeiten des Internets auch für Radio- und TV-Inhalte nutzen. Mit der zunehmenden Verbreitung von internetfähigen TV-Geräten wird sich dieser Trend noch verstärken. Mit unserer Lösung werden Audios und Videos durchsuchbar. Techniken, die wir aus dem Web kennen, können wir auch auf das Bewegtbild anwenden«, sagt Pauer.