Presseinformation
Fraunhofer-Gesellschaft
Reinigen mit Laserlicht - sauber, günstig, umweltschonend
Wirtschaftsthemen 25.3.2011
Die Clean-Lasersysteme GmbH gehört zu den rund 30 Unternehmen, die in den vergangenen 25 Jahren als Spin-Offs des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entstanden sind. Mit einem innovativen Reinigungsverfahren definiert das Hightech-Unternehmen die Grenzen des Machbaren neu.
Beim Reinigen technischer Oberflächen werden heute noch allerorten giftige Lösemittel eingesetzt. Etwa dann, wenn alte Korrosionsschutz-Anstriche oder chromhaltige Lacke entfernt werden müssen. Das schadet der Umwelt und gefährdet die Gesundheit der Arbeiter, wenn sie ständig schädlichen Lösemitteln ausgesetzt sind. Zudem verursachen konventionelle Verfahren Verschleiß bei der Reinigung verschmutzter Maschinen und Ausschuss in der Produktion. Und es fällt viel zusätzlicher Abfall an. Verunreinigte Strahlmittel wie Sand oder Wasser müssen aufwändig aufbereitet und entsorgt werden.
Die Clean-Lasersysteme GmbH aus Herzogenrath bei Aachen bietet eine saubere, schnelle und obendrein sehr günstige Alternative zu herkömmlichen Reinigungsverfahren wie Abfall erzeugenden Sandstrahlern oder lauten Trockeneisreinigern an. Das 1997 als Spin-Off des ILT gegründete Hightech-Unternehmen entwickelte ein neuartiges Reinigungsverfahren, bei dem ein fokussierter Laserstrahl Schmutz- und Deckschichten von Materialien durch Verdampfen entfernt. Der gepulste Laserstrahl wirkt nur sehr kurz ein, daher bleibt das Grundmaterial »kalt« und wird nicht beschädigt. Schmutz, alter Lack oder Flugrost verdampfen dabei in Sekundenbruchteilen und lassen sich sofort absaugen. Giftige Partikel werden so nicht mehr in die Umwelt freigesetzt.
Diese Technologie ermöglicht es beispielsweise, 10000 Liter Lösemittel einzusparen, wenn die Tragflächenformen von 200 Großraumflugzeugen mit einem cleanLASER gereinigt werden. Das geräuscharme und nahezu wartungsfreie Verfahren ist extrem präzise und erlaubt kurze Rüstzeiten. Auto- und Flugzeugbauer, die die Methode bereits einsetzen, können so meist schneller produzieren und bessere Qualitäten erzielen. Außerdem lässt sich mit der Clean-Lasertechnik so im Vergleich zu herkömmlichen Reinigungsverfahren mehr als 80 Prozent Energie sparen. Alle Vorteile zusammen genommen, amortisieren sich die Laser rasch.
Clean-Lasersysteme entwickelt und produziert ständig neue Lasersysteme für die zahlreichen Anwendungsbereiche. Der Kunde erhält stets eine komplette Lösung, die auf seine oberflächentechnische Problemstellung optimal zugeschnitten ist. Mittlerweile existiert ein breites Spektrum unterschiedlicher Modelle vom 20-Watt-Rucksacklaser bis hin zum 1000-Watt-Hochleistungslaser. Nun sind die Unternehmensgründer Winfried Barkhausen und Edwin Büchter dabei, noch leistungsfähigere und dennoch kompakte Laser zu entwickeln. Bei einem der Projekte geht es darum, sehr große Objekte wie verrostete Brücken oder Strommasten, deren Korrosionsschutz versagt hat, zu retten. Bislang wurden diese entweder ganz demontiert und neu aufgebaut oder verrostete Stahlträger aufwändig ausgetauscht. Mit der neuen Technologie lassen sich hingegen Brücken nicht nur umweltfreundlich reinigen, sondern aufgrund des strahlmittelfreien Verfahrens ohne nennenswerte Umbauung bearbeiten, so dass der Verkehr währenddessen meist ungehindert weiter fließen kann.
Für die nachhaltige Entlastung der Umwelt wurden Büchter und Barkhausen von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit dem Deutschen Umweltpreis 2010 ausgezeichnet. Die Laserpioniere haben das Preisgeld in Höhe von 245000 Euro bereits in eine Solaranlage für das Firmengebäude investiert, um aus Sonnenlicht Laserlicht zu gewinnen. Außerdem planen sie den Kauf eines benachbarten Grundstücks, um weiter wachsen und neue Arbeitsplätze schaffen zu können.


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