Energie für unterwegs

Wirtschaftsthemen / 16.11.2011

Sie erinnern an eine Thermoskanne – die mobilen Brennstoffzellensysteme der eZelleron GmbH aus Dresden. Gefüllt mit drei Millimeter starken Keramikröhrchen – mikrotubulare Solid Oxide Fuel Cells – produzieren sie mit Camping- oder Feuerzeuggas dauerhaft ein Watt Leistung pro Röhrchen. Damit kann man in freier Natur im Internet surfen oder telefonieren.

Energie für unterwegs
© Foto eZelleron GmbH

Gefüllt mit drei Millimeter starken Keramikröhrchen – mikrotubulare Solid Oxide Fuel Cells – produzieren die mobilen Brennstoffzellen dauerhaft ein Watt Leistung pro Röhrchen.

»Die Zellen gibt es bereits auf dem Markt, im Juni nächsten Jahres werden die ersten Labormuster der Gasbatterien folgen«, sagt Geschäftsführer Andreas Frömmel. Zunächst wird die go::batt 125 als Lademöglichkeit für Laptos, Videogeräte und Kameras auf den Markt kommen, dann soll die go::batt 375 für Campingfahrzeuge, Elektrowerkzeuge und Großgeräte folgen.

Das Interesse an der umweltverträglichen Stromversorgung ist enorm. »Unsere Brennstoffzelle komm im Gegensatz zu vielen der Konkurrenz mit ganz normalem Gas aus. Das macht den Strom besonders günstig«, erklärt Frömmel. Dazu kommt: Die Solid Oxid Fuel Cells lassen sich in beliebiger Stückzahl in die verschiedenen Produkte integrieren und verschalten.

Gerade für Katastropheneinsätze sind die neuen Batterien besonders gut geeignet. »Denken Sie an Japan, als der Tsunami die Stromversorgung lahmgelegt hat. Die Menschen hatten keinen Strom, die Kommunikation kam komplett zum Erliegen«, erinnert der Geschäftsführer. Gebraucht werden die Kraftpakete überall da, wo es keine geregelte oder überhaupt keine Stromversorgung gibt – etwa bei Forschungsexpeditionen, bei der stadtfernen Umweltsensorik, in Berghütten und auf Inseln. Zurzeit entwickeln die Experten mit ihren Kunden Lösungen für den mobilen Alltag.

Die eZelleron nimmt bei den Ausgründungen eine Sonderstellung ein: Gründer Dr. Sascha Kühn konnte 2008 u.a. Fraunhofer Venture als Partner gewinnen und eine enge Kooperation mit dem Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS vereinbaren. »Als Firmensitz haben wir ganz bewusst Dresden gewählt. Hier ist die Infrastruktur für die Brennstoffzellenentwicklung besonders gut, das IKTS lockt mit umfassendem Wissen und die Förderung des Freistaats Sachsen und der EU taten ein Übriges«, sagt Frömmel.

www.ezelleron.eu