Presseinformation
Fraunhofer-Gesellschaft
Wie innovativ sind wir?
Wirtschaftsthemen 16.11.2011
Innovative Firmen haben einen klaren Wettbewerbsvorteil. Die Benchmarking-Methode InnoAudit® misst und bewertet die Innovationsfähigkeit von Unternehmen. Das Portal www.innoscore.de zeigt, wie sie sich im Wettbewerb platzieren.
Haben neue Ideen eine Chance sich durchzusetzen oder blockieren schwerfällige Abläufe und langsame Entscheidungsprozesse die Einfälle der Mitarbeiter? Innovationsfähigkeit ist ein wichtiger Faktor, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten. Doch von 1000 Innovationen schaffen nur wenige den Weg zum fertigen Produkt oder zur neuen Dienstleistung. Das Problem: Viele Firmen setzen gute Ideen mehr oder weniger zufällig um, statt ihre Innovationsfähigkeit systematisch auszubauen. Zu diesem Ergebnis kamen Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart. Mit dem Test auf dem Portal InnoScore® erfahren Unternehmen, wie innovativ sie sind. Das Portal ist Teil der Benchmarking-Methode InnoAudit. Damit lässt sich die Innovationsfähigkeit systematisch messen, bewerten und steigern.
Der kostenlose Test auf www.innoscore.de dauert rund 30 Minuten und umfasst 58 Fragen. Die Besucher erhalten anschließend ein Management Summary und einen Bericht mit Analysen, statistischen Auswertungen und Handlungsempfehlungen. Hinter den Fragen versteckt sich das langjährige Know-how der Experten sowie die Ergebnisse des Projekts InnoKMU. »In diesem Projekt hatten wir die wichtigsten Erfolgsfaktoren für Innovationsfähigkeit zusammengetragen und anschließend von 150 Topinnovatoren nochmals bewerten lassen. Wichtig war, dass wir für alle dasselbe Mess- und Bewertungsverfahren angesetzt haben«, erläutert Projektleiter Dr. Alexander Slama vom IAO. Das Baukastensystem ist inzwischen auch vom Deutschen Institut für Normung als PAS 1073 (Public Available Specification) akzeptiert und auf europäischer Ebene als Quasi-Standard übernommen worden.
Der Wert, der im Vier-Sterne-Rating vergeben wird, gibt an, wie innovationsfähig ein Unternehmen ist. »Dabei muss man wie in der Schule die Note immer im Verhältnis zu den Mitschülern betrachten«, sagt Slama. Er gibt an, wie die Firma im Vergleich zu den 150 Besten dasteht. »Da kann 1.9, obwohl an sich schon gut, bei einem Mittelwert von 1.5 zeigen, dass es für den einzelnen noch Nachholbedarf gibt«, weiß der Experte. Doch es geht noch genauer: Vergleicht man sein Unternehmen mit denen der eigenen Branche, z. B. mit den KMUs der Branche Elektrotechnik, kann das schon ganz anders aussehen. Liegt der Durchschnitt da bei 2.5, ist das eigene Unternehmen schon sehr gut im Rennen.
Will ein Unternehmen noch mehr wissen, bieten die Experten themenspezifische InnoAudits® für diese sieben Bereiche an: Innovationsfähigkeit, Service, Innovationsbeschleunigung, Organisationsstruktur, Patentmanagement, Open Innovation und Diversity. Beispielsweise geht das InnoAudit® Service auf die Besonderheiten bei der Entwicklung produktbegleitender Dienstleistungen ein. In der Praxis gehen die Expertinnen und Experten vom IAO direkt in die Firmen und befragen die Geschäftsleitung, Topmanger und Beschäftigte zu bestimmten Erfolgsfaktoren. Die Interviews orientieren sich an neun Gestaltungsfeldern für exzellentes Innovationsmanagement, die auf dem EFQM-Modell for Business Excellence basieren. Basis dafür ist eine Innovationskarte, die erstmals die ganzheitliche Identifikation und Strukturierung der entscheidenden Stellgrößen für mehr Innovationsfähigkeit erlaubt. Darüber hinaus kann durch den ermittelten InnoScore® das eigene Ergebnis mit den Unternehmen der Benchmarking-Datenbank oder mit Wettbewerbern verglichen werden. Zusammen mit der IHK Lahn-Dill hat das IAO beispielsweise ein Innovationsforum für mittelständische Unternehmen ins Leben gerufen. Hier tauschen sich Teilnehmer über ihre Innovationsfähigkeit und erfolgreiche Maßnahmen aus.



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