Kurzmeldungen

Forschung Kompakt / 3.2.2014

Digitaler Expressservice für die Patientenakte +++ Restlebensdauer von Kraftwerken vorhersagen +++ RFID-Armband identifizert Waren schnell und berührungslos

Digitaler Expressservice für die Patientenakte

In Deutschland gibt es über 2000 Krankenhäuser und fast 350 000 Ärzte. Sie alle tauschen Befunde, Diagnosen oder Therapiepläne untereinander aus. Gerade bei chronischen oder komplizierten Krankheiten sind die Akten gut gefüllt. Oft sind der Hausarzt sowie mehrere Krankenhäuser und Fachärzte involviert. Die Mediziner erhalten die Informationen per Arztbrief. Bis alle relevanten Daten per Fax oder Post beisammen sind, können mehrere Tage vergehen.

Die Fraunhofer-Institute für Offene Kommunikationssysteme FOKUS in Berlin und für Software- und Systemtechnik ISST in Dortmund haben diesen Prozess beschleunigt. Mit der Elektronischen FallAkte (EFA) können Ärzte Informationen über Patienten einfach am Computer austauschen. »Sie erhalten die Daten schneller und diese sind immer vollständig. Denn manchmal werden Akten auf dem klassischen Weg auch einfach übersehen, wenn zu viele Akteure mit im Spiel sind«, sagt Dr. Jörg Caumanns vom FOKUS.

Die Forscher haben die Kommunikationsplattform gemeinsam mit Medizinern und Softwareherstellern entwickelt. Erste Praxistests waren erfolgreich. Mittlerweile nutzen mehrere Krankenhäuser die Elektronische FallAkte oder bereiten deren Einsatz in regionalen Gesundheitsnetzen vor. »EFA ist auf einem guten Weg, zum zentralen Standard für den Austausch von Patienteninformationen zwischen Ärzten zu werden«, so Caumanns. Der Schutz der sensiblen Daten steht an erster Stelle: Die Akten liegen auf den lokalen Servern der beteiligten Krankenhäuser und Ärzte; den Austausch über das Internet sichern digitale Zertifikate.

Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS
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Kontakt: Dr. Jörg Caumanns | Telefon +49 30 3463-7581 | joerg.caumanns@fokus.fraunhofer.de
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Restlebensdauer von Kraftwerken vorhersagen

Mit Wind lässt sich heute bereits der größte Teil des Strombedarfs in Deutschland decken – wenn er denn weht. Bei Windstille müssen die Netze mit Strom aus anderen Quellen gespeist werden. In Deutschland sind dabei zunehmend hochflexible Kraftwerke wichtig, die sich schnell hochfahren lassen und in kurzer Zeit mit Gas oder Kohle Strom erzeugen können. Besonders belastet werden dabei die Komponenten des Dampfkreislaufs, die enorme Temperaturwechsel durchlaufen. Bei einem Kaltstart werden sie in wenigen Stunden von weniger als 50 auf über 500 °C erhitzt. Während ein Kaltstart eher selten vorkommt, sind Heißstarts von rund 380 auf mehr als 500 °C alle zwei Tage üblich, insbesondere bei Gas- und Dampfturbinenkraftwerken.

»Die Lebenserwartung eines konventionellen Kraftwerks auf Basis fossiler Brennstoffe liegt heute bei etwa 40 Jahren. Doch für das häufige An- und Abfahren der Kraftwerke, das aufgrund der Einspeisung regenerativer Energien notwendig wird, fehlen Langzeituntersuchungen und Simulationsmodelle«, sagt Dr. Gerhard Maier, Wissenschaftler am Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM in Freiburg. Beides – Experiment und Rechenmodell zur Simulation – entwickelt nun das IWM in einem Forschungsprojekt für die RWE Generation SE. Ab 2015 soll sich dann die Restlebensdauer von flexiblen Kraftwerken mit den IWM-Methoden vorhersagen lassen.

Fraunhofer-Institut für Werkstoffmechanik IWM
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RFID-Armband identifizert Waren schnell und berührungslos

Endlose Reihen meterhoher Regale füllen die Halle. Wo befindet sich der Sensor, wo das Kabel, das später bei der Automontage an der Fahrzeugbaugruppe befestigt werden soll? Viel Zeit, die Ware in der gewünschten Farbe und Ausführung zu finden, hat der Lagerarbeiter nicht. Bisher muss er die Regalfächer mit einer Barcodepistole scannen, um die richtige Bauteilentnahme zu quittieren. Künftig funktioniert das mit einem RFID- Armband, das am Handgelenk getragen wird. Forscher am Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF in Magdeburg haben das nur 150 Gramm leichte System entwickelt. Mit ihm können Lagerarbeiter und Monteure Waren berührungslos und schnell identifizieren. Der Vorteil gegenüber den bislang eingesetzten Barcodepistolen, aber auch anderen, mobilen RFID-Handscannern: Die Mitarbeiter haben beide Hände frei. Dadurch entfallen überflüssige Bewegungsabläufe, Arbeitsschritte müssen nicht unterbrochen werden. »Der Workflow ist besser. Die Mitarbeiter können nicht nur schneller, sondern auch komfortabler arbeiten«, sagt Martin Kirch, Ingenieur am IFF.

RFID-Transponder ersetzen die Barcodes an den Waren und kennzeichnen die Güter. Die Daten werden per Funk an das Armband übertragen, wo eine  integrierte Antenne sie ausliest. Auch die Funkschnittstelle und der Akku sind dort verbaut. Das Armband gibt es zudem in einem alternativen Design als RFID-Handschuh. Das System liegt als Prototyp vor. Bereits im Lauf dieses Jahres sollen es Mitarbeiter in der Logistikbranche und im produzierenden Gewerbe – etwa in der Automobil- oder Ernährungsindustrie – einsetzen können.

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