Neue Doppelspitze am Fraunhofer HHI

Presseinformation / 20.1.2014

Prof. Dr. rer. nat. Martin Schell und Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand haben zum Anfang des Jahres die Institutsleitung am Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI in Berlin übernommen. Sie treten die Nachfolge von Prof. Dr. Hans-Joachim Grallert an.

© Foto Fraunhofer HHI

Prof. Dr.-Ing. Thomas Wiegand (links) und Prof. Dr. rer. nat. Martin Schell (rechts) haben zum 1. Januar 2014 die Institutsleitung am Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut HHI übernommen.

Die neuen Institutsleiter verfügen über ausgewiesene wissenschaftliche Exzellenz in ihren Fachgebieten und haben mit ihren Forschungsarbeiten Einfluss auf Industrie und Gesellschaft. Mehr als eine Milliarde Endgeräte nutzen beispielsweise die von Prof. Wiegand mitentwickelten Kompressionstechnologien zur Übertragung von Videos. Etwa jedes zweite im Internet transportierte Bit berührt ein optisches Bauteil aus dem Fraunhofer HHI. Auch dank den Arbeiten von Prof. Schell im Bereich der Photonik. Beide neuen Institutsleiter haben eine Professur an der Technischen Universität Berlin inne: Prof. Schell für das Fachgebiet Optische und Optoelektronische Integration, Prof. Wiegand leitet das Fachgebiet Bildkommunikation.

Prof. Schell ist seit 2005 am Institut tätig und leitet die Abteilung Photonische Komponenten. Dort stehen optoelektronische Halbleiterbauteile für die Übertragung von Daten im Zentrum. Er hat die Abteilung auf über 80 Mitarbeiter ausgebaut. In internationalen Forschungsprojekten arbeiten er und sein Team an Technologien für die optische Datenübertragung von bis zu einem Terabit pro Sekunde. In Berlin ist der promovierte Physiker eng mit der lokalen Wirtschaft vernetzt. Beispiele sind Ausgründungen wie VPIphotonics oder u2t Photonics, die mit Venture-Capital gegründete Firma Cogo Optronics, oder der Branchenverbund OptecBB, dessen Vorstand Schell seit 2013 angehört.

Prof. Wiegand hat sich insbesondere bei der Videocodierung einen Namen gemacht. Der von ihm mitentwickelte Kompressionsstandard H.264/MPEG-AVC ermöglicht mobiles und hochauflösendes Fernsehen, Filme auf DVD und Videos auf dem Handy. Im Vergleich zu früheren Verfahren werden mittlerweile für die Codierung und Übertragung bewegter Bilder nur noch halb so viele Bits benötigt – ohne sichtbaren Qualitätsverlust. Zahlreiche Preise zeigen die Bedeutung seiner Forschung: Vodafone Innovationspreis, Eduard-Rhein-Preis, der IEEE Masaru Ibuka-Preis und zwei Emmys, einer der wichtigsten Fernsehpreise der USA. Wiegand ist seit 2000 am HHI tätig, bisher als Chef der Abteilung Bildverarbeitung.
»Wir freuen uns, als Leiter des HHI ein Institut mit wissenschaftlich exzellenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu führen«, so Prof. Schell. Und Prof. Wiegand ergänzt: »Wir wollen unsere führende Position in der Forschung und Entwicklung von Informationstechnologien sowohl im Bereich Software als auch Hardware weiter ausbauen.«

Das Fraunhofer HHI ist weltweit führend bei der Entwicklung mobiler und fester Kommunikationsnetze und Multimedia-Systeme. Zusammen mit internationalen Partnern aus Forschung und Industrie werden wissenschaftliche Themen voran gebracht, die eine große gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz haben.