Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft
Fraunhofer-Gesellschaft
1954
Kampf ums Überleben
In den Kreisen der deutschen Wissenschaftsorganisationen wird bereits über die Liquidation der Organisation nachgedacht. Dank finanzieller und politischer Unterstützung vor allem der Länder Bayern und Baden-Württemberg übersteht die Fraunhofer-Gesellschaft ihre schwierige Situation und bekräftigt schließlich ihren Anspruch als bundesweit operierende Organisation der Angewandten Forschung mit eigener Kapazität, Forschung und Entwicklung zu betreiben.
Großteil ehrenamtliche Funktionen
Die Fraunhofer-Gesellschaft besteht nur aus einer Handvoll Festangestellten. Alle anderen Funktionen werden ehrenamtlich wahrgenommen.
Erste eigene Forschungseinrichtung
In Mannheim wird die erste eigene Forschungseinrichtung gegründet: das Institut für Angewandte Mikroskopie, Photographie und Kinematographie IMPK. Es ist mit sieben Mitarbeitern besetzt.
1953
Krise durch Widerstand und Konkurrenz
Der anfängliche Widerstand und die Konkurrenz der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) wachsen sich zu einer ernsten Krise aus, die im folgenden Jahr ihren Höhepunkt erreicht. Aufgabenstellung und Arbeitsweise der Fraunhofer-Gesellschaft sind noch nicht klar genug definiert.
Aus Bedrohung wird Stimulans
Die Gründung einer deutschen Niederlassung des amerikanischen Battelle Memorial Institute wird zunächst durch die Besetzung von Feldern der nationalen Forschung als existenzielle Bedrohung empfunden, da diese renommierte Institution mit großem Erfolg angewandte Forschung betreibt; letztlich wirkt die Konkurrenz aber als Stimulans der Entwicklung der Fraunhofer-Gesellschaft.
1952
Fraunhofer-Gesellschaft dritte Säule der Forschungslandschaft
Das Bundeswirtschaftsministerium und der Stifterverband sehen in der Fraunhofer-Gesellschaft die dritte Säule in der Deutschen Forschungslandschaft neben der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Max-Planck-Gesellschaft (MPG).
Karriere August Epp
Karriere August Epp
August Epp tritt als kaufmännischer Angestellter in die Fraunhofer-Gesellschaft ein. Später wird er Geschäftsführer, Generalsekretär und schließlich Vorstandsmitglied.
1951
Forschungsmittel aus European Recovery Program (ERP)/ Marshallplan
In diesem Jahr wird die Fraunhofer-Gesellschaft erstmals bei der Vergabe von Forschungsmitteln aus dem European Recovery Program (ERP) des Marshallplans durch das Bundeswirtschaftsministerium eingeschaltet. Damit zeigt sich ihre Akzeptanz in der Politik.
Präsidentenwechsel
Die Funktion des Fraunhofer-Präsidenten übernimmt Wilhelm Roelen, ein Mann mit Erfahrung aus der Industrie: Er ist zugleich Generaldirektor der Thyssenschen Gas- und Wasserwerke AG.
1950
1949
Gründung Fraunhofer-Gesellschaft
Im Zuge der Reorganisation und Ergänzung der deutschen Forschungsinfrastruktur erfolgt am 26. März 1949 die Gründung der Fraunhofer-Gesellschaft in München. Namensgeber ist der als Forscher, Erfinder und Unternehmer gleichermaßen erfolgreiche Münchner Gelehrte Joseph von Fraunhofer (1787-1826).
Aufgabe
Aufgabe des gemeinnützigen Vereins ist in den ersten Jahren vor allem eine verwaltungstechnische: Fördermittel von öffentlicher Hand, Spenden und Mitgliedern sollen für die wirtschaftsnahe Forschung zur Verfügung gestellt werden.
Wirkungsfeld
Wirkungsfeld ist zunächst vor allem die bayerische Wirtschaft. Entsprechend den Notwendigkeiten der ersten Nachkriegsjahre stehen Forschungen auf den Gebieten des Bergbaus, der Hüttentechnik und des Maschinenbaus im Vordergrund.
Erster Präsident Professor Walter Gerlach
In den ersten beiden Jahren fungiert der renommierte Kernphysiker Prof. Dr. Walther Gerlach, zugleich Rektor der Universität München, als Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.

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