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Nachhaltigkeit auf der Hannover Messe 2012
Fraunhofer-Gesellschaft
Exponate
3D-Hautmodell als Ersatz für Tierversuche

Neue kosmetische oder pharmazeutische Produkte müssen erst eingehend getestet werden, bevor der Verbraucher sie kaufen kann oder der Arzt sie verschreibt. Hautcremes werden beispielsweise daraufhin untersucht, ob sie vertragen werden oder schädliche Substanzen beinhalten. Das dreidimensionale Hautmodell des Fraunhofer IGB besitzt – wie die natürliche menschliche Haut – einen mehrschichtigen Aufbau.
Abbau von Chemikalien durch Photokatalyse
Die Fraunhofer-Allianz Photokatalyse stellt Nachweisverfahren vor, um die Wirksamkeit photokatalytisch aktiver Produkte, die zur Reinigung der Raumluft angeboten bzw. entwickelt werden, zu überprüfen.
Abwassermanagement - Mikrosiebe
Das Exponat stellt ein metallisches Mikrosieb mit 8 µm großen Poren dar. Mikrosiebe zeichnen sich durch eine reproduzierbare und geordnete Porengeometrie mit mehr als 5 Mrd. Löchern pro Quadratmeter aus. Mikrosiebverfahren sind robust, leistungsstark und erreichen zuverlässig hohe Produktqualitäten.
Gegenwärtig werden Mikrosiebe mit chemisch reaktiven Oberflächen entwickelt, um Schadstoffe zu eliminieren. Mikrosiebverfahren bieten vor allem Vorteile in der Wasser, Abwasser- und Lebensmitteltechnik sowie der chemischen Industrie und Befeuerungstechnik.
Antibeschlagbeschichtung
Kunststoffoberflächen, die durch den Plasmaätzprozess AR-plas® nanostrukturiert wurden, zeichnen sich durch eine entspiegelte und hydrophile Oberfläche aus. Dies führt zur Vermeidung von störenden Reflexen und Beschlag. Anwendung finden solche Oberflächen in Optiken, dem Fahrzeug- und Gehäusebau, sowie der Mess- und Medizintechnik zur Erhöhung von Lichtausbeute, Sicherheit und Komfort.
Anti-Eis-Schichten
Mittels Plasmatechnologie hat das Fraunhofer IGB eine Anti-Eis-Ausrüstung für Kunststoffoberflächen entwickelt. Hierzu werden wasserabweisende mikro- und nanostrukturierte Schichten auf Kunststofffolien aus schlag- und stoßfestem Polyurethan (PU) aufgebracht. Die Anti-Eis-Ausrüstung reduziert die Haftung von Eis um mehr als 90 Prozent.
Bidirektionales Schnellladegerät

Das Schnellladegerät ermöglicht es, die Batterie eines Elektrofahrzeugs in nur 45 min aufzuladen. Außerdem lässt sich durch die bidirektionale Anbindung der Batterie an das Stromnetz, Energie bei Bedarf ins Netz zurückspeisen. Somit dient die Batterie als Speicher für das Smart Grid der Zukunft.
BIOGRADE® – Biologisch abbaubare Kunststoffe für das Spritzgießen

BIOGRADE® ist ein spritzgießbarer Biokunststoff auf Basis Cellulose. Diese gemeinsame Entwicklung von FKuR Kunststoff GmbH und Fraunhofer UMSICHT verbindet erneuerbares und biologisch abbaubares Celluloseacetat mit speziellen Additiven und Kopplern. BIOGRADE® ist transparent (je nach Type), kratzfest, einfärbbar und hitzeresistent.
Biotenside – Umweltfreundlich putzen und waschen
Waschpulver, Spülmittel, Haushaltsreiniger, Duschgele, Shampoos – sie alle enthalten Tenside. Die meisten Tenside werden chemisch aus Erdöl oder – zu einem geringeren Anteil – auch aus pflanzlichen Ölen hergestellt. Am Fraunhofer IGB werden Cellobioselipide (CL) und Mannosylerythritollipide (MEL), die sich als vielversprechend für den industriellen Einsatz erwiesen haben, biotechnologisch mithilfe der Brandpilze Ustilago oder Pseudozyma hergestellt.
BryoEngineering®

Fraunhofer UMSICHT: Die Physiologie der Moose (Bryo-phyten) unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der höherer Pflanzen (Kormo-phyten). Spezielle physiologische Aspekte der Moose lassen auf ein hohes Potenzial für die technische Nutzung hoffen.
Dachmodell NeptuTherm
Die Herstellung ressourceneffizienter und klimaneutraler hochwertiger technischer Dämmstoff-Produkte war das Ziel eines öffentlich geförderten Projektes unter der Leitung des Fraunhofer ICT. Mit dieser Unterstützung entstand NeptuTherm® der derzeit einzige Naturdämmstoff ohne künstliche Zusätze
Das Haus im Lebenszyklus

Das Wohnhaus als Lebensmittelpunkt, das Geborgenheit gibt, eine Kommunikationsplattform darstellt und zugleich Mobilität widerspiegelt, nimmt im Ranking der menschlichen Bedürfnisse einen immer höheren Stellenwert ein. Mit einher gehen die Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte, die die Grundpfeiler der Nachhaltigkeit bilden.
Diamantenelektroden reinigen Wasser
Der Abbau organischer Schadtstoffe und die Entkeimung stehen im Zentrum der Aufbereitung von Trink- und Abwässern. Mit diamantbeschichteten Elektroden lassen sich Schadstoffe umweltgerecht ohne Zusatzchemikalien in elektrochemischen Prozessen zerstören.
Eisfreie Scheibe
Autofahren im Winter macht nur beschränkt Freude. Einer der Gründe sind beschlagene und vereiste Scheiben. Am Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST wurde jetzt eine neue Beschichtung für Autoscheiben entwickelt, die hier Abhilfe schaffen kann.
Elektrofahrzeug-Ladestation und Mobilitätsleitwarte

Das Fraunhofer IFF entwickelt Konzepte für Ladestationen und untersucht Anmeldeverfahren und Bedienkonzepte für den Zugang zur Elektromobilität. Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der intelligenten Verbindung zum Stromnetz. Unter Verwendung aktueller IKT-Standards werden moderne Vehicle-to-Grid-Konzepte verfolgt.
Farbstoffsolarmodul-Panel

Ein Farbstoffsolarmodul besteht aus vier Modul-Prototypen (60 cm x 100 cm) mit interner serieller Verschaltung und Glaslot-Versiegelung. Die Herstellung der Farbstoffsolarzellen geschieht durch einfachen Siebdruck und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Farbstoffsolarzellen eröffnen neue Perspektiven für Gebäude-integrierte Solarfassaden.
Free of water tanning – intensified by CO2

Die Gerbereiindustrie produziert jährlich ca. 2 000 km2 Leder. Über 90 % der Leder sind wegen der hohen zu erzielenden Lederqualität mit Chrom-III-Salzen gegerbt.
Fraunhofer UMSICHT hat ein neues Verfahren entwickelt, das es ermöglicht über 95 % des chromkontaminierten Abwasser, 50 % des eingesetzten Chromgerbstoffs und dreiviertel der Gerbdauer einzusparen.
Frecc0 2.0

Der »Frecc0 2.0« ist ein vollelektrisches Fahrzeug, ausgestattet mit neu entwickelten Fraunhofer-Komponenten. Den Antrieb übernehmen zwei Radnabenmotoren an der Hinterachse mit jeweils 55 kW Leistung und 700 Nm Drehmoment. Eine Li-Ionen Batterie mit 37,6 kWh Energieinhalt ermöglicht eine Reichweite von über 200 km.
HORUS HOvering Remote controlled Ultra-light Sensor platform
Die HORUS-Drohne bildet eine fliegende, sehr manövrierfähige Sensorplattform mit deren Hilfe mit unterschiedlicher, schnell wechselbarer Sensorbestückung verschiedene Messaufgaben erfüllt werden können. Einsatzzwecke sind z. B. die Thermografie von Gebäudedächern zur Identifizierung von Wärmebrücken oder die 3D-Vermessung von Tagebaustrukturen zur Planung und Dokumentation von Renaturierungsmaßnahmen. Dabei kann die Drohne den größten Teil der Aufgaben autonom, ohne Eingriff des Piloten ausführen.
»Iameco«-PC

Als Beispiel für das umweltgerechte Produktdesign im Elektronikbereich präsentiert das Fraunhofer IZM den Öko-PC »Iameco« (sprich »I am eco«) des Kooperationspartners MicroPro aus Irland. Dies ist der erste Computer in seiner Klasse, der 2011 mit dem europäischen Umweltlabel »EcoFlower« ausgezeichnet wurde.
Kombinierte Schichten: Sauerstoff- oder Wasserdampfbarriere und verbesserte Restentleerbarkeit
Mittels Plasmatechnologie werden am Fraunhofer IGB anorganische Barriereschichten erzeugt, die wie eine Sperre gegenüber Sauerstoff oder Wasserdampf wirken. Durch Optimierung verschiedener Prozessparameter werden zunächst glasartige Schichten mit der gewünschten Barrierefunktion und silikonartige Zwischenschichten erzeugt.
Latentwärmespeichermaterialien für Gebäude (PCM)
Baustoffe und Kühlsysteme mit integriertem PCM (Phase Change Material) helfen, den Klimatisierungsbedarf in Gebäuden zu reduzieren. Überschusswärme wird am Tag im Schmelzprozess des PCM gespeichert. Nachts, wenn die Schmelztemperatur unterschritten wird, gibt das PCM Material die gespeicherte Wärme automatisch wieder an die Raumluft oder ein Kühlsystem ab.
LED-Beleuchtungsoptik
LED-Leuchten sind handlich, sparsam und sehr effektiv. Für optische Komponenten in derartigen LED-Systemen werden häufig Kunststoffe eingesetzt, auf deren Oberflächen mit Hilfe von Plasmaätzverfahren reflexmindernde Strukturen erzeugt werden können.
LED-Straßenlaterne
Moderne LED-Straßenlampen zeichnen sich durch eine hohe Energieeffizienz und eine lange Lebensdauer aus. Eine intelligente Ansteuerung von LED-Beleuchtungssystemen ermöglicht zudem eine automatische Anpassung von Lichtfarbe, -intensität und -verteilung entsprechend der Witterung.
Mikrobiologische Untersuchungen photokatalytisch ausgerüsteter Oberflächen
Die Fraunhofer-Allianz Photokatalyse präsentiert photokatalytisch beschichtete Kunststoffarmlehnen für Gartenstühle, die im Rahmen eines vom BMBF geförderten Verbundprojektes über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr in einem Freilandexperiment bewittert wurden.
Mini-Blockheizkraftwerk
In einem Kraft-Wärme-Kopplungs-System wird chemisch gebundene Energie in Form des Brennstoffes durch einen Energiewandler (Verbrennungsmotor) in mechanische Energie umgewandelt. Über einen Generator wird daraus elektrische Energie erzeugt, die entweder direkt in einem Gebäude verwendet oder wieder ins Netz eingespeist wird.
Nachhaltigkeitsquiz/Ökobilanzierung
Dieses Exponat besteht aus einer Bildschirmpräsentation, an der mit einem Laptop ein Nachhaltigkeitsquiz vorgestellt wird. Der Standbesucher findet hier Fragen zum ökologischen Bereich und zum Thema Nachhaltigkeit. Es werden 4 Antworten vorgegeben und einige Sekunden später wird die richtige Antwort eingeblendet. Der Quiz wird aufgelockert durch Tipps zur Nachhaltigkeit.
Ziel ist es, den Betrachter weiter zu sensibilisieren und zu informieren (z. B. über Öko-Siegel, fairtrade).
Natürlich dämmen

Fraunhofer ICT entwickelte einen Bioschaumkunststoff, mit dem auf umweltfreundliche Weise Gebäude gedämmt werden können. Verarbeitet und angewendet werden die Bio-Dämmplatten wie gängige Exemplare aus EPS (Styropor®). Das besondere ist jedoch, dass sie biologisch abbaubar sind und aus nachwachsenden Rohstoffen wie Cellulose und Milchsäure gefertigt werden.
Ressourceneffizientes Produzieren
Die Institute des Fraunhofer-Verbunds Produktion verfolgen gemeinsam das Ziel, Fragen der Ressourceneffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu beantworten. Sie zeigen auf der Hannover Messe neue Lösungen für die Leichtbau-Produktionstechnik, für die vernetzte und selbstorganisierende Produktion, für Automatisierung und Handhabung sowie Methoden und Systeme, um die industrielle Produktion energieeffizienter zu gestalten.
Rückgewinnung von Nährstoffen als Dünger

Der Bedarf an Nährstoffen ist weltweit gestiegen, aber mineralische Reserven wie Phosphaterze werden knapp. Das Fraunhofer IGB entwickelt Technologien zur Rückgewinnung von Nährstoffen aus Abwasser und organischen Reststoffen wie Klärschlamm, Gülle oder Abfällen der Lebensmittelindustrie. Dabei werden Nährstoffe so ausgefällt oder pelletiert, dass sie direkt als Dünger in der Landwirtschaft zur Verfügung stehen.
Semi-dezentrales Wassermanagment DEUS21
Ein neuartiges Wasserinfrastrukturkonzept hat das Fraunhofer IGB in einem Neubaugebiet in Form eines Demonstrationsvorhabens für 100 Haushalte realisiert. Es umfasst eine qualitätsgesicherte Regenwassernutzung, eine neue Form des Abwassertransports (Vakuumkanalisation) und eine semi-dezentrale anaerobe Abwasserreinigung, mit der Energie in Form von Biogas erzeugt wird.
Smart vernetzt mit IPv6-Funk

ESK-Forscher haben Steckdosen erstmals mit IPv6-fähigem Funk vernetzt. Dank der effizienten Funktechnologie sind nun an Funksteckdosen angeschlossene Haushaltsgeräte über IPv6-fähige Standardgeräte wie Smartphone, Tablet und PC ein- und abschaltbar.
TPedge Photovoltaikmodul

TPedge ist ein randversiegeltes Photovoltaikmodul ohne Einkapselung. Durch den Verzicht auf Folien kann auch die energieintensive Lamination in der Modulfertigung eingespart werden. Mit der TPedge-Technologie lassen sich die Kosten der Modulproduktion ohne Solarzellen um 30 bis 40 Prozent senken. Die Gesamtkosten eines PV-Moduls können somit – je nach Kostenanteil der Solarzellen – um etwa 14 Prozent reduziert werden.
Wassersparendes Urinal
Villeroy & Boch zählt zu den ersten Herstellern wassersparender WCs (< 4,5 L) und setzt auch Maßstäbe im Bereich der Urinale (0,8 L anstatt 2 bis 3 L). Kombiniert mit einer mehrstufigen Aufbereitung entsteht so ein Gesamtsystem zum Wasserrecycling, in dem das gereinigte Wasser in unterschiedlichen Qualitäten als Brauch-, Nutz- und Trinkwasser wieder zur Verfügung gestellt wird.
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