Perlen der Forschung

Innovative Projekte auf dem Weg zur Anwendung

Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, übergibt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel einen synthetischen Diamanten aus der Präsentation des Fraunhofer IAF.
© Foto David Ausserhofer / MPG

Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, übergibt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel einen synthetischen Diamanten aus der Präsentation des Fraunhofer IAF.

Forscherinnen und Forscher der Fraunhofer- und der Max-Planck-Gesellschaft präsentierten Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am 10. Januar in Berlin »Perlen der Forschung für die Anwendung«. Mit dabei waren Bundesforschungsministerin Professor Johanna Wanka, Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Rainer Sontowski und weitere hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Mit zukunftsweisenden Technologien und Konzepten demonstrierten zehn Referenten eindrucksvoll die Innovationskraft der Forschung in Deutschland – das alles im Sieben-Minuten-Takt.

Von der Früherkennung der Lese-Rechtschreibschwäche, dem Einsatz »smarter Daten« in der Gesundheitsversorgung, kompakten Energiespeicherlösungen für Elektrofahrzeuge bis hin zu ausgefeilten Sicherheitstechniken, der Bekämpfung antibiotikaresistenter Krankenhauskeime und einem »magnetischen Diamanten« für die Produktionskontrolle: Die Perlen der Forschung von der Fraunhofer- und Max-Planck-Gesellschaft sind vielfältig und glänzen weltweit. 
 

Schulterschluss von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung

Zehn Perlen in knapp zwei Stunden, das kam an, auch bei der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel: »Durch die Präsentation fühlen wir uns ermutigt, die verlässlichen finanziellen Rahmenbedingungen auch weiter zur Verfügung zu stellen, die ja doch dazu geführt haben, dass Deutschland ein attraktiver Ort ist, an dem geforscht werden kann«, sagte die Kanzlerin.

In seinem Schlusswort stellte Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, die Notwendigkeit der Förderung von kritischen Schlüsseltechnologien heraus, um die Innovationskraft und Souveränität des Standortes Deutschlands und Europas zu sichern: »Neben der Kooperation von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft haben wir eindrucksvoll auch über den Schulterschluss von Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung gezeigt, dass sowohl Perlen wie auch Diamanten entstehen.« Nun gelte es, die Perlenkette zu verlängern und nicht abreißen zu lassen, damit die bestmöglichen Voraussetzungen zur Entwicklung von Schlüsseltechnologien und auch disruptiven Innovationen weiter gewährleistet sind.

Die Idee für die Veranstaltung mit einem interessanten und kurzweiligen Format entstand aus dem Innovationsdialog im Bundeskanzleramt. Der Innovationsdialog zwischen der Bundesregierung sowie hochrangigen Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, ist eine unabhängige Fachberatung der Bundesregierung zu innovationspolitischen Themen. Mitglieder dieses Steuerkreises sind unter anderem Prof. Dr. Reimund Neugebauer sowie der Max-Planck-Präsident Prof. Dr. Martin Stratmann.

Die fünf »Perlen der Forschung« von Fraunhofer

Kurz, knapp, verständlich: Forscherinnen und Forscher der Fraunhofer-Gesellschaft präsentierten fünf Projekte, davon ein Kooperationsprojekt der beiden Gesellschaften.

 

Perlen der Forschung: Prof. Dr. Stefan Wrobel, Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, erläutert, wie maschinelles Lernen als Grundlage für die Mensch-Maschine-Interaktion, unser Leben in den nächsten Jahren verändern wird.
© Foto David Ausserhofer / MPG

Prof. Dr. Stefan Wrobel (Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS) erläutert, wie maschinelles Lernen als Grundlage für die Mensch-Maschine-Interaktion unser Leben in den nächsten Jahren verändern wird.

»Big Data und Maschinelles Lernen: Computer verstehen Ton und Bild«

Wie man mit maschinellem Lernen Bilder und gesprochene Sprache analysieren kann, zeigte Professor Stefan Wrobel (Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS). Verfahren der Objekt- und Mustererkennung, kombiniert mit Deep-Learning-Ansätzen, lassen sich beispielsweise beim Autonomen Fahren, geologischen Analysen und medizinischer Diagnostik einsetzen.
 

Prof. Dr. Harald Mathis, Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT, erklärt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, wie künftig ältere Menschen von zuhause aus via Smart TV medizinisch betreut werden können.
© Foto David Ausserhofer / MPG

Prof. Dr. Harald Mathis (Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT) erklärt Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, wie künftig ältere Menschen von zuhause aus via Smart TV medizinisch betreut werden können.

»Mit smarten Daten sicher und länger gesund«

Professor Harald Mathis (Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT) berichtete über eine bereits marktreife E-Health-Plattform, deren Herzstück das Fernsehgerät der Patienten ist. Das System integriert die Erfassung, Darstellung und Auswertung verschiedener Vitalparameter sowie Videotelefonie.

Dr.-Ing. Mareike Wolter, Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS, erläutert, wie anwendungsorientierte Batterieforschung die Etablierung von Elektrofahrzeugen beschleunigen kann
© Foto David Ausserhofer / MPG

Dr.-Ing. Mareike Wolter (Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS) erläutert, wie anwendungsorientierte Batterieforschung die Etablierung von Elektrofahrzeugen beschleunigen kann.

»EMBATT – Das neue Batteriekonzept für Elektrofahrzeuge«

Dr.-Ing. Mareike Wolter (Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme IKTS) erläuterte ein weltweit neues Batteriekonzept für Elektrofahrzeuge, das dank Bipolarbatterien mit Energiedichten von 450 Wattstunden pro Liter Reichweiten von bis zu 1000 Kilometer verspricht, also doppelt so viel wie bislang.

Dr. Haya Shulman, Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT, stellt Werkzeuge zur Reduzierung der Verwundbarkeit und Missbrauchsmöglichkeiten von tagtäglich benutzten Internetdiensten vor.
© Foto David Ausserhofer / MPG

Dr. Haya Shulman (Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT) stellt Werkzeuge zur Reduzierung der Verwundbarkeit und Missbrauchsmöglichkeiten von tagtäglich benutzten Internetdiensten vor.

»Sicherheit von Internet-Infrastrukturen«

Dr. Haya Shulman (Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT) sprach über die Sicherheit von Internet-Infrastrukturen und stellte die von Fraunhofer entwickelten Werkzeuge zur weltweiten Sicherheitsanalyse von Internet-Infrastrukturen vor.

Prof. Dr. Oliver Ambacher, Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF, zeigt die Ergebnisse der Kooperation mit Forscherinnen und Forschern der Max-Planck-Gesellschaft: Diamantspitzen dienen als Basis für neuartige Quantensensoren, um kleinste magnetische Felder mit nanometergenauer Ortsauflösung zu charakterisieren
© Foto David Ausserhofer / MPG

Prof. Dr. Oliver Ambacher (Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF) zeigt die Ergebnisse der Kooperation mit Forscherinnen und Forschern der Max-Planck-Gesellschaft: Diamantspitzen dienen als Basis für neuartige Quantensensoren, um kleinste magnetische Felder mit nanometergenauer Ortsauflösung zu charakterisieren.

»Magnetischer Diamant für die Produktionskontrolle«

Über ein erfolgreiches Kooperationsprojekt mit der Max-Planck-Gesellschaft referierte Professor Oliver Ambacher (Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF). Die Partner entwickelten spezielle Diamantspitzen, die kleinste magnetische Felder erkennen und künftig zur Analyse und Kontrolle von magnetischen Speichermedien eingesetzt werden.