Devices – innovative Medizintechnik

Technik, die sich dem Menschen anpasst

Viele Patientinnen und Patienten verlieren durch Krankheit, Unfall oder Alter an Mobilität, Selbständigkeit und Lebensqualität – technische Hilfen sind oft noch zu wenig intuitiv oder alltagstauglich. Neue Technologien unterstützen Menschen im Alltag, in Therapie und Pflege, entlasten Fachpersonal und ermöglichen ein selbstbestimmtes Leben – mit Medizintechnik, die sich dem Menschen anpasst, nicht umgekehrt.

Projektbeispiele (Auswahl)

 

Antibiotische Implantatoberflächen verhindern Knocheninfektionen

Knochenimplantate führen besonders bei stark verschmutzten Verletzungen zu einem hohen Infektionsrisiko. Forschende nutzen die Micro-Arc-Oxidation, um poröse Titanoberflächen zu erzeugen, die Antibiotika aufnehmen und lokal freisetzen können – unterstützt durch antimikrobielles Silber. So entstehen kostengünstige, gut verträgliche und vor Ort einsetzbare Implantate.

Feinfühlige Armprothesen

Prothesen können natürliche Bewegungen und Empfindungen bislang nur eingeschränkt ersetzen. Quantensensoren erfassen Nervenimpulse berührungslos und übersetzen sie in präzise Steuerbefehle. So entstehen Prothesen, die sich natürlicher anfühlen und bewegen.

 

Inhalative Therapie für Frühgeborene

Frühgeborene leiden häufig unter Atemproblemen –oft mit hohem Risiko für Sterblichkeit und Langzeitfolgen. Eine patentierte Bypass-Technologie bringt ein hochkonzentriertes Aerosol direkt in die Atemwege und steigert die Wirkstoffabgabe um das Dreifache. 

Schnellere Schlaganfallerkennung direkt am Patienten

Der mobile Kopfscanner ermöglicht es, Schlaganfälle schneller, differenzierter und unmittelbar zu erkennen. Als transportable Alternative zu CT und MRT lokalisiert das System auf Basis elektromagnetischer Messverfahren superparamagnetische Nanopartikel im Blut mit hoher zeitlicher Auflösung. 

 

Die nächste Generation der MRT-Sequenzen

Eine universelle Lösung zur Entwicklung von MRT-Pulssequenzen macht scanner-spezifische Sequenzen überflüssig, erleichtert die Integration und beschleunigt den Transfer neuer MRT-Technologien in die klinische Praxis. Sie ist mit unterschiedlichen Geräten, Softwareversionen und Herstellern kompatibel, spart Zeit und Kosten, reduziert manuelle Anpassungen und sorgt für konsistente Ergebnisse.

Selbstbestimmt leben durch neue Kathetertechnik

Querschnittsgelähmte Frauen müssen mehrmals täglich katheterisieren und sind dabei häufig auf fremde Hilfe angewiesen – verbunden mit einem erhöhten Infektionsrisiko und Scham. Ein speziell geformtes Sitzgerät erlaubt das selbständige Katheterisieren, indem es Haltung, Sicht und Handhabung erleichtert und anatomisch anpassbar ist. 

 

Sicheres und bequemes Diabetesmanagement

Die Wirksamkeit einer Diabetes-Behandlung hängt stark von einer zuverlässigen, permanenten Kontrolle und entsprechender Insulingabe ab. Ein neues implantierbares Mess- und Dosiersystem erlaubt es, alle relevanten metabolischen Schlüsselparameter situationsspezifisch zu überwachen und die Insulindosierung entsprechend anzupassen.

Ultraschall-Handschuh »ScanGlove« – 3D-Bildgebung in der Hand

Während die klassische Bildgebung oft unflexibel und ortsgebunden ist, kombiniert der tragbare Ultraschall-Handschuh Bildgebung und Positionsbestimmung für mobile 3D-Aufnahmen. Das eröffnet neue Anwendungen in Medizin, Pflege und Diagnostik.


Smarte Wundauflage für schnelleres Heilen

Eine intelligente Wundauflage misst den Zustand chronischer Wunden kontinuierlich und überträgt die Daten drahtlos an eine KI-gestützte Analyse. Medizinisches Personal erhält dadurch präzise Hinweise für die passende Behandlung – auch über große Entfernungen hinweg. 

 

Patch ermöglicht sichere Kaliumkontrolle

Hohe Kaliumwerte sind für Menschen mit chronischer Nierenerkrankung oder Herzinsuffizienz gefährlich. Forschende entwickeln zusammen mit der Industrie ein minimalinvasives Patch mit elektronischem Sensor und Smartphone-Anbindung, das den Kaliumspiegel über Gewebsflüssigkeit schnell und schmerzfrei zu Hause misst.

Neuroprothetik – technische Hilfe für geschädigte Nervenfunktionen

Das Neuroprothetik-Programm kombiniert Biomedizin, Elektronik und Sensorik, um beschädigte Nervenbahnen durch technische Systeme zu unterstützen – etwa sensorisch oder motorisch geschädigte Gliedmaßen. So entstehen Prothesen und Implantate, die Nervenimpulse erfassen oder übersetzen und damit Patienten neue Lebensqualität ermöglichen.


 

Technische Unterstützung für Bewegung und Therapie

Exoskelette unterstützen Menschen mit Muskel-Skelett-Erkrankungen beim Gehen, Heben oder Trainieren und kommen vor allem in der Rehabilitation zum Einsatz. Sensorik und intelligente Steuerung passen das Stützsystem an die Bewegungen des Körpers an und helfen, Kraft aufzubauen, Bewegungen neu zu erlernen und den Alltag selbstständiger zu bewältigen.