Drugs – Entwicklung neuer Wirk- und Impfstoffe

Therapien gezielt entwickeln und sicher anwenden

Viele Krankheiten lassen sich bislang nur unzureichend behandeln, weil Wirkstoffe zu unspezifisch wirken, Nebenwirkungen verursachen oder gar nicht am richtigen Ort im Körper ankommen.
Fraunhofer entwickelt neue Wirkstoffklassen, zellbasierte Therapien und Impfstoffe entlang der gesamten Innovationskette – vom computergestützten Wirkstoffdesign über präklinische Modelle bis hin zur klinischen Prüfung. 

Projektbeispiele (Auswahl)

 

CAR-T Zelltherapie: Eine neue Ära in der Krebsmedizin

Fraunhofer unterstützt Partner bei der klinischen Entwicklung innovativer Zell- und Gentherapien. Von der präklinischen Validierung über die Entwicklung und Optimierung von Produktionsprozessen nach pharmazeutischen Standards bis zur Herstellung klinischer Prüfpräparate begleiten Fraunhofer-Forschende neue Therapien bis zur Zulassung.

 

Ex-vivo-Plattform für präzisere Arzneimitteltests in der Onkologie

Ein neuer Ansatz überwindet die Grenzen herkömmlicher Tier- und Zellmodelle und erlaubt es, Wirkstoffe direkt in humanen Tumorproben zu testen und so Krebsmedikamente schneller zu entwickeln. So lassen sich Wirksamkeit, Resistenzen und potenzielle personalisierte Therapien innerhalb weniger Tage erkennen. 

 

RNA-basierte Wirkstoffe

Medikamente auf RNA-Basis bieten ein enormes Potenzial für die Medizin. Im Projekt iGUARD entwickeln Fraunhofer-Forschende eine RNAi-Therapie gegen virale Atemwegserkrankungen.

Automatisierte Herstellung von CAR-T-Zellen am Krankenbett

CAR-T-Therapien werden heute in einem komplexen, langwierigen Prozess hergestellt. Das führt zu hohen Kosten und begrenzter Verfügbarkeit. Eine automatisierte, modulare Point-of-Care-Plattform ermöglicht die Herstellung patientenspezifischer CAR-T-Zellen direkt im Krankenhausbett innerhalb weniger Stunden. Die Behandlung wird schneller, sicherer und breiter zugänglich.

 

Mit Proxidrugs gegen krankmachende Proteine

Viele Krankheiten werden durch fehlgesteuerte oder schädliche Proteine ausgelöst, die sich bislang schwer beeinflussen lassen. Proxidrugs nutzen das natürliche zelluläre Abfallsystem, um krankmachende Proteine gezielt abzubauen. Fraunhofer entwickelt diese neue Wirkstoffklasse gegen Krebs, Infektionen und Alzheimer gemeinsam mit Partnern.

 

Regenerative Therapien – Hilfe zur Selbstheilung

Damit geschädigtes Gewebe sich selbst besser regenerieren kann, entwickeln Forschende zellbasierte Modelle, Bio-Implantate und automatisierte Herstellungsprozesse, unter anderem mit 3D-Bioprinting und modernen Bioreaktoren.

  • mehr Info (regenerative-therapien.fraunhofer.de)
 

Stammzelltechnologien für die Sicherheits- und Wirksamkeitsprüfung

Induzierte pluripotente Stammzellen (iPSCs) ermöglichen realitätsnahe Krankheitsmodelle, an denen sich Wirkstoffe oder Chemikalien kontrolliert testen lassen. Durch Reprogrammierung aus Körperzellen gewonnen, lassen sich sowohl patientenspezifische als auch standardisierte Zelltypen skalierbar herstellen – und individuelle Therapien ableiten. 

 

Exhalierte Partikel: Neuer Ansatz zur Medikamentenmessung in der Lunge

Erstmals konnte ein Forschungsteam zeigen, dass sich Medikamentenspiegel direkt in der menschlichen Lunge über Partikel in der Atemluft messen lassen. Die Erkenntnisse sind ein Durchbruch für die Optimierung der Therapie von Lungenerkrankungen.

 

Lungenforschung: Von der Idee zum klinischen Proof-of-Concept

Fraunhofer bietet ein spezialisiertes, universitätsnahes Forschungszentrum mit moderner Infrastruktur für frühe klinische Studien und Proof-of-Concept-Studien zu Asthma, COPD, allergischer Rhinitis, Lungenerkrankungen sowie Neurodermitis und Impfstoffe.

Neue Hoffnung durch mRNA: Medikamente der nächsten Generation

Medikamente auf der Basis von mRNA gelten als Hoffnung gegen Infektionskrankheiten und Krebs. Damit die Wirkstoffe am richtigen Ort im Körper ankommen, arbeitet das Konsortium mRNA an neuen, sicheren Transporthüllen aus speziellen Lipiden. 

Personalisierte Psychopharmaka-Therapie

Viele Menschen mit lang anhaltenden psychischen Erkrankungen entwickeln Therapieresistenzen. Ein EU-Projekt analysiert klinische, genetische und biologische Daten mit KI- und Machine-Learning-Methoden, um solche Resistenzen frühzeitig erkennen und das Ansprechen auf Medikamente vorherzusagen. 

Effizientere Herstellung von Impfstoffen

Fraunhofer hat eine, im Vergleich zur herkömmlichen Herstellung, deutlich effizientere, schnellere und umweltfreundlichere Produktion von Vakzinen entwickelt. Die Technologie nutzt niederenergetische Elektronenstrahlen, um Viren und andere Pathogene schnell und Antigen-schonend zu inaktivieren.

 

Neue Zahnpasta stoppt Parodontitis-Erreger

Die Volkskrankheit Parodontitis kann gravierende Folgen für die Gesundheit haben. Ein neuer Wirkstoff bremst gezielt nur die Keime aus, die Parodontitis auslösen, und erhält das natürliche Gleichgewicht der Mundflora. Die Zahnpflegeprodukte der Fraunhofer-Ausgründung Periotrap Pharmaceuticals GmbH sind bereits am Markt erhältlich.

Weniger Tierversuche durch 3D-Gewebemodelle

Tierversuche liefern oft nur eingeschränkt übertragbare Ergebnisse für den Menschen. Fraunhofer entwickelt realitätsnahe 2D- und 3D-Gewebemodelle, mit denen sich Wirksamkeit und Sicherheit von Wirkstoffen präziser untersuchen lassen. Das reduziert Tierversuche deutlich.

 

Prädiktive Technologien für die Prüfung von Sicherheit und Wirksamkeit

Forschende entwickeln krankheitsrelevante Modelle für COPD, Asthma, Lungenfibrose, Tumorerkrankungen und Infektionen, um die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Therapeutika verlässlich vorhersagen zu können. 

Minimierung schwerer Nebenwirkungen nach Blutstammzelltransplantation

Forschende entwickeln krankheitsrelevante Modelle für COPD, Asthma, Lungenfibrose, Tumorerkrankungen und Infektionen, um die Wirksamkeit und Sicherheit neuer Therapeutika verlässlich vorhersagen zu können.