Gesundheit und Umwelt – Medizintechnik

Die medizintechnische Forschung in Deutschland ist umfangreich, vielfältig und interdisziplinär. Sie ist nicht ohne Grund eines der wichtigsten Innovationsfelder innerhalb der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Unter Einsatz neuester Technologien werden wirksame Verfahren und Produkte entwickelt, um Diagnose, Vorsorge, Therapie, Pflege und Rehabilitation von Patienten zu verbessern. 

Gesundheit und Umwelt

Referenzprojekte - Medizintechnik

»d-LIVER«: Fraunhofer entwickelt bio-artifizielles Leberunterstützungssystem

Mehr Lebensqualität für Patienten mit Leberleiden. Gemeinsam mit 13 europäischen Partnern entwickelt das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik ein IT-basiertes bio-artifizielles Leberunterstützungssystem. Außerdem soll eine Telemedizinplattform bei chronischem Leberversagen die Therapiekontrolle auch außerhalb des Krankenhauses ermöglichen. Möglich machen es unter anderem zellbasierte Bioreaktoren, die für Blutwäsche- und Leberersatzsitzungen einsetzbar sind.

Krebsforschung Mikrolochchip: Einzelne Zellen auf dem Präsentierteller

Der neue Mikrolochchip kann 200 000 einzelne Zellen an einer exakten Position fixieren.
© Foto Fraunhofer IBMT

Der neue Mikrolochchip kann 200 000 einzelne Zellen an einer exakten Position fixieren.

Tumorzellen, die im Blut zirkulieren, sind ein Indikator dafür, ob und wie gut eine Krebstherapie wirkt. Fraunhofer-Forscher haben einen Mikrolochchip entwickelt, der eine Identifizierung und Charakterisierung der Zellen ermöglicht – und das innerhalb weniger Minuten. Der Mikrolochchip kann bis zu 200 000 einzelne Zellen »einfangen« und für die Analyse fixieren.

DigiPhobie – Vorwettbewerbliche Entwicklung eines digitalen Therapiesystems zur häuslichen Behandlung von spezifischen Phobien

Im BMBF-Projekt »DigiPhobie« wird ein digitales Therapiesystem entwickelt, das die häusliche Durchführung der Expositionstherapie für Arachnophobiker ermöglicht. Dieses innovative System besteht im Wesentlichen aus einer digitalen Therapieumgebung, einer tragbaren Datenbrille (Virtual- oder Augmented-Reality) und tragbaren Sensoren, die Vitalparameter während einer Therapiesitzung messen (Biofeedback). Das Fraunhofer IBMT übernimmt die Aufgaben in der Softwareentwicklung und Systemrealisierung für die Biofeedback-Steuerung sowie die Softwareentwicklung zum Therapiemanagement und zur Prognose des Therapieerfolgs.

Mundhöhlenkrebs kalkulierbar machen

Untersuchungsbilder Mundhöhlenkrebs
© Foto Fraunhofer IGD

Jährlich sterben viele Menschen in Deutschland an den Folgen von Mundhöhlenkrebs. Die Erkrankung bricht häufig nach der Entfernung des Haupttumors wieder aus. Eine Softwareentwicklung des Fraunhofer IGD soll nun dazu beitragen, die Wieder­auftrittswahrscheinlichkeit des Krebses vorherzusagen.

Proxemic Monitor – Multimodale Interaktion und adaptive Visualisierung für die Intensivstation

© Foto Fraunhofer HHI

Das Fraunhofer HHI präsentiert das Leitwarte Teilprojekt Proxemic Monitor. Zur Erhöhung der Hygiene und Usability auf der Intensivstation wurde eine berührungslose, multimodale Mensch-Technik-Interaktion und nutzeradaptive Datenvisualisierung für die Leitwarte- und die Patienten-Monitore entwickelt. Zu den Lösungsansätzen des Teilprojekts zählen die Erfassung des Nutzers und seine Position sowie das Erfassen und Interpretation seiner Handgesten. Dabei können verschiedenste Interaktionen – Handgesten, Kopfgesten, Spracheingaben sowie Maus und Tastatur – erkannt und interpretiert werden.

»Übermorgen-Projekt SteriHealth« – Für bessere Hygiene in der Medizin

Im Projekt SteriHealth forschen Fraunhofer-Wissenschaftler an Lösungen, um das Infektionsrisiko durch verschmutztes Operationsbesteck zu mindern. Die Forscher wollen eine Prozesskette erarbeiten, um verpackte Medizinprodukte für Krankenhaus, Arztpraxis und Altenpflege keimfrei zu machen – von der Herstellung über die Verpackung bis zur Anwendung – preiswert und vor Ort.

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Plasma lässt Wunden schneller heilen

Hauterkrankungen machen vielen Menschen zu schaffen. Ein häufiges Problem sind offene Wunden – vor allem ältere Menschen sind betroffen. Die neue medizintechnische Lösung PlasmaDerm setzt Plasma ein, damit die Verletzungen schneller heilen.

Fraunhofer-Einrichtungen

Operationsraum der Zukunft für innovative Diagnostik in Mannheim

Im Gründungs- und Kompetenzzentrum für Medizintechnologie CUBEX41 auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim ist neben Startups und KMUs die Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA beheimatet. Das Zentrum beherbergt mehrere Labore sowie einen experimentellen Interventionsraum als Technologieplattform. Die Projektgruppe entwickelt beispielsweise die navigierte robotergestützte Platzierung einer Nadel, die hier an der Nachbildung eines menschlichen Körpers demonstriert wird.

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»Hospital Engineering Labor« im Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg

Automatische Dokumentation mithilfe von RFID-Funkchips sowie ein mobiler OP-Tisch, der weniger Umbettungen erfordert, entlasten das OP-Personal.
© Foto Markus Steur/Fraunhofer

Das Hospital Engineering Labor ist eine Kooperationsplattform der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Labor bündelt die Potenziale mehrerer Fraunhofer-Institute und die Kompetenzen zahlreicher Wirtschaftspartner. Neue Lösungen für den klinischen Bereich können somit entwickelt, getestet und demonstriert werden, bevor sie final auf den Markt kommen. Kliniken erhalten die Möglichkeit, Effizienzsteigerungen und Versorgungsverbesserungen durch den Einsatz von technischen Innovationen im Krankenhaus kennen zu lernen, ohne sie direkt im eigenen Haus im Livebetrieb einsetzen zu müssen.

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Operationssaal der Zukunft: Roboter mit Skalpell

Roboter und smarte Maschinen unterstützen im OP, wenn die Grenzen der manuellen Chirurgie erreicht sind. Im »Bozzini-Lab« des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart können sich Ärzte und Ingenieure mit der modernen Technik vertraut machen und gefahrlos mit neuen Systemen an Präparaten hantieren.

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