Gesundheit und Umwelt – Medizintechnik

Die medizintechnische Forschung in Deutschland ist umfangreich, vielfältig und interdisziplinär. Sie ist nicht ohne Grund eines der wichtigsten Innovationsfelder innerhalb der Hightech-Strategie der Bundesregierung. Unter Einsatz neuester Technologien werden wirksame Verfahren und Produkte entwickelt, um Diagnose, Vorsorge, Therapie, Pflege und Rehabilitation von Patienten zu verbessern. 

Gesundheit und Umwelt

Referenzprojekte - Medizintechnik

Weltneuheit: Deutsche Forscher entwickeln Kontaktlinse für das Trommelfell

29.10.2019

Schwerhörigkeit ist ein weltweit verbreitetes medizinisches Problem. Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Betroffenen: Mit 70 Jahren ist jeder Dritte durch einen Hörverlust von mindestens 35 Dezibel eingeschränkt. Deutschen Forschern ist es jetzt gelungen, ein Hörgerät der neuesten Generation zu entwickeln. 

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Projekt APRONA auf der LABVOLUTION: automatisierte Produktion von Nanopartikeln mit flexibler roboterbasierter Plattform

16.5.2019

Das Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC präsentiert auf der LABVOLUTION 2019 gemeinsam mit Projektpartnern eine flexible Roboter-basierte Plattform zur automatisierten Produktion von Nanopartikeln, die im BMBF-Verbundprojekt »APRONA« entwickelt wird. Im Rahmen dieses Projektes arbeiten vier Projektpartner zusammen – neben dem zum ISC gehörigen Translationszentrum Regenerative Therapien sind das Goldfuß engineering, Biametrics sowie BioTeSys. Der Verbund wird von BioRegio STERN koordiniert.

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Virtuelle Welten für digitale Diagnostik und kognitive Rehabilitation

VR-Ein- und Ausgabetechnologien zur Umsetzung der klinischen Diagnose- und Rehabilitationskomponenten

Immersive Technologien wie Virtual Reality (VR) oder Augmented Reality (AR) erleben momentan eine rasante Entwicklung. In absehbarer Zukunft wird fast jeder Haushalt über VR- und AR-Systeme verfügen. Dies bietet völlig neue Möglichkeiten für diagnostische und therapeutische Anwendungen in der Medizin. Ziel des vorliegenden Projektes ist es, diese Möglichkeiten bei Erkrankungen mit Beeinträchtigung kognitiver Funktionen (Demenz, Schlaganfall) zu nutzen. 

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Deutlich verbesserte Glaskeramiken: Neue Zähne: hochfest – und sofort einsetzbar

Was tun, wenn der Zahn nicht mehr zu retten ist? Ein künstlicher Ersatz muss her. Zahnärzte wie Patienten wünschen sich ein Produkt, das farbecht, fest – und so schnell individuell anzupassen ist, dass der Patient im Zahnarztstuhl darauf warten kann. Dr. Bernhard Durschang und Dr. Jörn Probst vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC haben genau solch einen Zahnersatz entwickelt.

Glaskeramiken galten in der Zahnmedizin als ausgereizt. Die neue Entwicklung aber führt das Material in die Zukunft, denn sie bietet gleich mehrere Vorteile im Vergleich zu herkömmlichen Glaskeramiken: Die Farbe des Zahnersatzes lässt sich optimal an die Zahnfarbe des Patienten anpassen – und so schnell und individuell einsetzen, dass der Patient im Zahnarztstuhl darauf warten kann. Zudem ist er mit 450 bis 500 Mega-Pascal deutlich fester als herkömmliche Glaskeramiken mit rund 350 MPa.

Das Projekt reichte von der ersten Lösungsidee über die Materialentwicklung bis zur CI-zertifizierten Produktionsanlage. Mittlerweile ist die neuartige Glaskeramik bereits bei vielen Zahnärzten im Einsatz. Der Jahresumsatz dieser Glaskeramiken bei den beiden Partnerfirmen liegt schon jetzt im zweistelligen Millionenbereich – mit jährlichen Wachstumsraten von rund 20 Prozent.

Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Leberkrebs ist die weltweit zweithäufigste Ursache für krebsbedingte Todesfälle und nimmt im Gegensatz zu anderen Krebsarten weiter zu. Die chirurgische Entfernung der Krebsherde ist für Mediziner aufgrund der komplexen Gefäßsysteme der Leber und der individuellen Lage der Tumoren eine schwierige Aufgabe.

Am Fraunhofer-Institut für Digitale Medizin MEVIS wurde eine Software entwickelt, die radiologische Daten analysiert und die seit 2014 als Medizinprodukt eines Industriepartners in Krankenhäusern verfügbar ist. Damit können Chirurgen auch schwierige Eingriffe vorab planen und das Risiko eines postoperativen Leberversagens minimieren. Gemeinsam mit Klinikern weltweit wurde ein Standard geschaffen, der als MEVIS-Analyse in der Leberchirurgie bekannt ist und für den Wissenschaftler von MEVIS im Jahr 2018 den Joseph-von-Fraunhofer-Preis erhielten.

Planung und Risikoanalyse für die chirurgische Entfernung eines zentral gelegenen Lebertumors.
© Fraunhofer MEVIS

Planung und Risikoanalyse für die chirurgische Entfernung eines zentral gelegenen Lebertumors.

Fraunhofer-Einrichtungen

»Hospital Engineering Labor« im Fraunhofer-inHaus-Zentrum in Duisburg

Das Hospital Engineering Labor ist eine Kooperationsplattform der Fraunhofer-Gesellschaft. Das Labor bündelt die Potenziale mehrerer Fraunhofer-Institute und die Kompetenzen zahlreicher Wirtschaftspartner. Neue Lösungen für den klinischen Bereich können somit entwickelt, getestet und demonstriert werden, bevor sie final auf den Markt kommen. Kliniken erhalten die Möglichkeit, Effizienzsteigerungen und Versorgungsverbesserungen durch den Einsatz von technischen Innovationen im Krankenhaus kennen zu lernen, ohne sie direkt im eigenen Haus im Livebetrieb einsetzen zu müssen.

Leistungszentrum Translationale Medizintechnik

m Leistungszentrum »Translationale Medizintechnik« kooperieren in Hannover die Medizinische Hochschule (MHH), das Laser Zentrum, die Leibniz Universität und insbesondere die beiden Exzellenzcluster »REBIRTH« und »Hearing4all« sowie Forschungsverbünde wie »Biofabrication for NIFE« und das Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM.

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