Gesundheit und Umwelt – Regenerative Medizin, künstliche Gewebemodelle

In der Regenerativen Medizin wird versucht, geschädigte Organe wiederherzustellen. Biologische Gewebe, besonders Knorpel und Haut, können zur Unterstützung des Heilungsprozesses oder als Ersatz bei großen Gewebeverlusten gezüchtet werden. Beim Tissue Engineering werden aus organspezifischen humanen Zellen Organe oder Organteile rekonstruiert.

Gesundheit und Umwelt

Referenzprojekte – Regenerative Medizin, künstliche Gewebemodelle

Haut aus der Fabrik

Bild: Fraunhofer Forum
© Foto Fraunhofer IGB

Die Haut ist das erste Organ, das erfolgreich mit Methoden des Tissue Engineerings im Labor gezüchtet wurde und das neuerdings in einem vollautomatischen Prozess, der von vier Fraunhofer-Instituten unter Koordination des Fraunhofer IGB entwickelt wurde, hergestellt werden kann. Solche künstlichen Hautäquivalente spielen als In-vitro-Testsystem zum Ersatz von Tierexperimenten zunehmend eine bedeutende Rolle.

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»SKIN HEAL« – Heilende Haut in der Petrischale

Chronische offene Wunden gehören zu den häufigsten Erkrankungen und belasten das deutsche Gesundheitssystem jährlich mit etwa acht Milliarden Euro. Sie werden durch weitverbreitete Krankheiten wie Diabetes oder Krebs verursacht und betreffen vor allem alte Menschen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, bündeln Forscher aus den fünf Fraunhofer-Instituten ISC, IGB, IME, EMFT und MEVIS im Übermorgen-Projekt »SkinHeal« ihre Kompetenzen. Das vom Fraunhofer ISC koordinierte Projekt hat zum Ziel, mit Hilfe eines künstlichen Wundmodells die Behandlung chronischer Wunden zu optimieren und so einen Beitrag zur bezahlbaren Gesundheit zu leisten

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Zellen aus Schweißdrüsen für autologe Stammzellbank und In-Vitro-Testsysteme

© Foto Fraunhofer EMB

Eine Biopsiestanze bringt das biopolymere trägermaterial in die richtige form (links). In Zellkulturgefäßen besiedeln dann Zellen diese kreisrunden Disks (rechts).

Die Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie EMB hat ein patentiertes Verfahren entwickelt, um humane Stammzellen aus den Schweißdrüsen als eine neue Zellquelle für die regenerative Medizin zu erschließen. Der besondere Vorteil Schweißdrüsen-abgeleiteter Stammzellen liegt in der leichten Zugänglichkeit und der ethischen Unbedenklichkeit. Für künftige Zelltherapien eröffnet eine Zellbank mit autologen (körpereigenen) Stammzellen eine vielversprechende Perspektive. Zudem bieten sich die isolierten humanen Schweißdrüsen als organotypisches In-vitro-Testsystem an, mit dessen Hilfe bioaktive Substanzen für die Pharma- und Kosmetikbranche gescreent werden können.

Innovatives Therapieverfahren zur Behandlung von Hirntumoren

Herstellung von Zellprodukten in der Reinraumanlage des Fraunhofer IZI.
© Foto Fraunhofer IZI

Herstellung von Zellprodukten in der Reinraumanlage des Fraunhofer IZI.

Das Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI entwickelt mit dem amerikanischen Unternehmen Northwest Biotherapeutics Inc. Herstellungsprozesse, um in Europa ein innovatives Therapieverfahren zur Behandlung von Glioblastomen (Hirntumore) zu etablieren.

Fraunhofer-Einrichtungen

Zentrale Biobank für die Medikamentenforschung

Die Arbeit mit Stammzellen ist wichtig bei der Entwicklung von neuen Medikamenten. Wissenschaftler können an ihnen testen, wie Wirkstoffe reagieren. Bisher stehen die Stammzellen jedoch nicht schnell genug sowie in ausreichender Qualität und Menge zur Verfügung. Eine zentrale Biobank soll diese Lücke jetzt schließen.

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Fraunhofer-Verbund Life Sciences

Im Fraunhofer-Verbund Life Sciences sind die biologischen, biomedizinischen, pharmakologischen, toxikologischen und lebensmitteltechnologischen Kompetenzen der Fraunhofer-Gesellschaft gebündelt.

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