Kommunikation und Wissen – Simulierte Realität

Virtuelle und erweiterte Realität haben in der Videospieleindustrie bereits einen festen Platz. Aber auch die industrielle Entwicklung profitiert davon. Denn die Zeitspanne von der Idee bis zum fertigen Produkt wird immer kürzer. Hier spielt der Einsatz computerunterstützter Simulationsverfahren eine Schlüsselrolle. Fraunhofer-Forscher entwickeln Simulationslösungen in den Bereichen Produktion und Logistik, Fertigungstechnik, Bauteilverhalten und Strömungsmechanik.

Kommunikation und Wissen

Referenzprojekte – Simulierte Realität

Digitaler Zwilling für Produktionsanlagen der Industrie 4.0

Digitale Daten sind zunehmend Produktionsressource, -ergebnis und Mittel für die Optimierung industrieller Fertigungsprozesse. Fertigungsanlagen werden immer komplexer und müssen ressourceneffizient arbeiten. Digitale Dokumente und Anlagenstrukturen begleiten Anlagen als digitale Lebenslaufakte. Im Betrieb stellen Anlagen als cyber-physische Produktionssysteme ihre Zustandsdaten bereit. Der Begriff „digitaler Zwilling“ beschreibt Anforderungen an das digitale Abbild realer Anlagen und Fabriken. Der digitale Zwilling erfordert u.a. ein aktuelles Strukturabbild, eine durchgängige Dokumentation von der Idee bis in den Anlagenbetrieb sowie digitale Daten zum Anlagenzustand. Auf Basis dieser digitalen Modelle können wichtige Entscheidungen entlang des Anlagenlebenszyklus‘ getroffen werden.

Spinnenphobie per Augmented Reality therapieren

Mithilfe einer digitalen Therapieumgebung, die in einer Datenbrille realisiert ist, wird die Konfrontationstherapie in die virtuelle Realität verlagert.
© Fraunhofer IBMT, Bernd Müller

Mithilfe einer digitalen Therapieumgebung, die in einer Datenbrille realisiert ist, wird die Konfrontationstherapie in die virtuelle Realität verlagert.

Arachnophobie nennen Fachleute die Angst vor Spinnen. Rund 3,5 bis 6,1 Prozent der Bevölkerung leiden darunter. Bislang wird diese Phobie mit Hilfe der Konfrontationstherapie behandelt. Das Problem: 60 bis 80 Prozent der Spinnenphobiker werden aufgrund des fehlenden Angebots gar nicht erst therapiert. Andere wiederum können sich wegen ihren Ängsten keiner realen Spinne stellen. Fraunhofer-Forscherinnen und Forscher entwickeln gemeinsam mit Partnern ein digitales Therapiesystem, das die Behandlung im häuslichen Umfeld ermöglichen und Betroffenen ein besseres Sicherheitsgefühl vermitteln soll.

Industrie 4.0: Cyber-physische Äquivalenz

Der Weg der industriellen Produktion geht weg von der serienmäßigen Massenproduktion hin zu individuellen und in Kleinserien industriell gefertigten Produkten. Dass sie sich auch rentabel fertigen lassen wird möglich durch die vierte industrielle Revolution. Nach Wasser- und Dampfkraft, elektrischer Energie sowie Elektronik und Informationstechnologie zieht nun vernetzte Sensorik und Simulation in die Fabrikhallen ein.
Industrielle Prozesse sind heute mechanisiert, elektrifiziert und digitalisiert. Die Produkte der Zukunft sind intelligent und wissen jederzeit, wo sie sind, kennen ihre Historie, ihren aktuellen Zustand und die Produktionsschritte, die ihnen zum fertigen Produkt noch fehlen.

Dynamische, multispektrale Lichtdecke fürs Büro – Virtual Sky

Bild: Büro
© Fraunhofer IAO

Die dynamische Lichtdecke vermittelt dem Büroangestellten das Gefühl, unter freiem Himmel zu arbeiten.

Der Wind treibt die Wolken schnell über den Himmel, das Licht ändert sich ständig. Was uns draußen das Gefühl von Weite und Freiheit vermittelt, holen Forscher des Fraunhofer IAO mit »Virtual Sky« in die Gebäude: Eine LED-/OLED-Lichtdecke, die sich über den gesamten Raum erstreckt, ahmt die Lichtverhältnisse nach, die vorbeiziehende Wolken erzeugen – und vermittelt den Menschen den Eindruck, draußen zu sitzen.

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Fraunhofer-Verbund IuK-Technologie

Der Verbund bietet mit seinem breiten Technologie-Spektrum maßgeschneiderte IT-Lösungenen und kompetente Beratung aus einer Hand.

Fraunhofer-Allianz Numerische Simulation von Produkten, Prozessen

Fraunhofer-Institute bündeln ihre Kompetenzen, die sich mit der Entwicklung und Verbesserung von Simulationsverfahren beschäftigen.