Leben retten mit SENEKA

Fünf Fraunhofer-Institute aus unterschiedlichen Fachrichtungen haben sich für das Übermorgen-Projekt »Sensornetzwerk mit mobilen Robotern für das Katastrophenmanagement SENEKA« zusammengeschlossen. Das Ziel: eine schnellere Rettung von Menschen im Katastrophenfall durch ein zuverlässiges und flexibles System aus Sensoren, Kommunikationskomponenten und Robotern.

Best Price sensor probes
© Foto Fraunhofer

»Bestpreis-Sensorbälle« werden von Flugrobotern abgeworfen und bahnen sich den Weg zu schwer erreichbaren Stellen.

Roboterfahrzeug »Quanjo«
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Das Roboterfahrzeug »Quanjo« liefert autonom Sensorsonden aus.

Für den Abschluss des Projekts haben sich die Forscherteams Ende 2014 auf einem Übungsgelände der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) in Ahrweiler eingefunden und gezeigt, wie SENEKA im Ernstfall eingesetzt werden kann.

Wenn nach einer Katastrophe ganze Landstriche verwüstet sind, ist bestehendes Kartenmaterial bei der Rettung kaum noch hilfreich. Rettungskräfte müssen sich dann an vielen Stellen vollkommen neu orientieren. SENEKA kombiniert autonom arbeitende Boden- und Luftroboter und sorgt mit der Ausbringung von verschiedenen drahtlos vernetzten Sensoren für eine sichere und aktuelle Datenübertragung an das Rettungsteam.

Das SENEKA-System ist in der Lage, Informationen aus unterschiedlichsten Datenquellen zu verknüpfen und ein aktuelles Lagebild des Einsatzgebietes zu erstellen. So kombiniert die Software Bilder aus der Luft mit 3D-Aufnahmen der zerstörten Bereiche am Boden und visualisiert diese in der mobilen Einsatzzentrale. Anhand des erzeugten Echtzeit-Lageplans können die Rettungskräfte schneller Schadensquellen und gefährliche Bereiche erkennen sowie den Grad der Zerstörung besser einschätzen und gezielter nach Überlebenden suchen.

Bestpreis-Sensorbälle

Die Forscher haben in SENEKA auch autonome Sensorsonden entwickelt, welche die Lagedarstellung mit wichtigen Zusatzinformationen anreichern. So werden z. B. sogenannte »Bestpreis-Sensorbälle« von Flugrobotern abgeworfen und bahnen sich selbstständig ihren Weg zu schwer erreichbaren Stellen im Schutt. Mit chemischen Sensoren erkennen sie austretende Gase und bieten eine lebensrettende SOS-Taster-Funktion. Zudem können sie vom SENEKA-Funknetzwerk lokalisiert werden. So führen sie die Retter schneller zu Verschütteten, die mit dem SOS-Taster auf sich aufmerksam gemacht haben.

Das SENEKA-Team ist sich sicher, dass die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine in Zukunft mehr Menschenleben retten wird.