European Talent School

Hands on – Selber machen erwünscht!

Forschung begreifen, den Horizont erweitern, die eigene Kreativität wecken. Du bist fasziniert von Naturwissenschaften, Informatik und Technik und möchtest erfahren, wie in der Forschung bei Fraunhofer gearbeitet wird? In der European Talent School lernst Du den Arbeitsalltag in einem Fraunhofer-Institut kennen und arbeitest darüber hinaus praxisorientiert an einem Thema der Naturwissenschaften, der Mathematik und Informatik unter Anleitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

In den Workshops erwartet Dich außerdem: selbstständiges, praktisches Arbeiten, experimen­tieren, einfache wissenschaftliche Geräte selber bauen, Austausch mit anderen MINT-Interessierten und Diskussion aktueller Fragestellungen aus der Wissenschaft mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort.

Ihr habt die Wahl zwischen vier spannenden Workshops. Hier findet Ihr heraus, um was es jeweils geht und welchen Herausforderungen Ihr Euch dort mit der Unterstützung von erfahrenen Forscherinnen und Forschern stellen werdet:

  • Mathematik, Spiele und Machine Learning
  • Hacking Grundkurs
  • Auf Fraunhofers Linien – optische Experimente
  • Umwelt schützen über Ganzheitliche Bilanzierung

Termin

3. bis 6. Oktober 2019

Ort

Toblach in der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol 

Übernachtung

Euregio Kulturzentrum Gustav Mahler
Toblach, Dolomiten in der Autonomen Provinz Bozen - Südtirol 

Teilnahmegebühr

€ 80,- (inkl. Übernachtung, Verpflegung, Workshop, Exkursion, Freizeitprogramm

Workshop 1: Mathematik, Spiele und Machine Learning

Leitung: Dr. Martin Bracke, KOMMS, TU Kaiserslautern

In diesem Workshop wollen wir uns mit den vielfältigen Möglichkeiten der Mathematik in den Anwendung beschäftigen, und zwar auf spielerische Art und Weise: Wie kann man einen Computer dazu bringen, als interessanter Mitspieler in unterschiedlichen Spielen zu agieren? Welche Spiele eignen sich besonders gut, welche sind schwer durch mathematische Modelle und Algorithmen zu fassen? Und welche Möglichkeiten ergeben sich durch den Einsatz von künstlicher Intelligenz? 
Aus einer Reihe von Spielen wählt ihr konkret eins aus, welches euch am meisten interessiert. Mit der Unterstützung von Forschenden der Technischen Universität Kaiserslautern werdet ihr mit euren kreativen Ideen eine Möglichkeit finden, einem Computer euer Spiel beizubringen.
Dabei werden wir natürlich die Rolle der Mathematik untersuchen, auch über die Übertragungsmöglichkeiten in andere Anwendungsfelder diskutieren und ihr könnt eure bereits vorhandenen mathematischen Fähigkeiten erweitern und vertiefen. Wenn ihr Spaß an Mathematik habt und herausfinden wollt, wie Experten bei der Entwicklung intelligenter Softwarelösungen vorgehen, die später auch in der Praxis eingesetzt werden, dann seid ihr hier richtig. Programmierkenntnisse sind keine Voraussetzung, allerdings auch nicht hinderlich.

Workshop 2: Hacking Grundkurs

Leitung: Dr. Siegfried Rasthofer (IT-Sicherheitsforscher) und Stephan Huber (Testlabor für Mobile Sicherheit), beide am Fraunhofer-Institut für Sicherte Informationstechnologie SIT

Wie schwierig ist es, ein Passwort zu knacken? Oder von extern einen PC fernzusteuern und sich damit zum Beispiel Zahlungen zu ersparen? In diesem Workshop geht es um die Sicherheit von Smartphone (Android Geräte) und PC. Im Smartphone-Teil des Kurses lernt ihr den grundlegenden Aufbau des Systems und die Struktur von Android Anwendungen kennen. Anschließend sucht ihr Schwachstellen, die Ziele möglicher Angriffe und Hacks sein können. Im PC-Teil spürt ihr verwundbare reale PCs im Internet auf und erfahrt über praktische Übungen, wie leichtsinnig manche PC-Benutzer mit Ihren Daten umgehen. Außerdem entwickelt ihr einen programmierbaren USB-Stick, über den sich Passwörter von PCs stehlen oder diese PCs sogar fernsteuern lassen. Idealerweise bringt ihr Grundkenntnisse im Programmieren mit (Java oder Arduino), das ist aber nicht zwingend erforderlich. Dieser Kurs wird euch begeistern, wenn ihr fiese Cyber-Angreifer (sogenannte Blackhats) mir ihren eigenen Techniken schlagen wollt. Diese Aufgabe ist heute fester Bestandteil von Sicherheitstests, die Schwachstellen in Software, Netzwerken oder anderen technischen Systemen aufspüren sollen.

Workshop 3: Auf Fraunhofers Linien – optische Experimente

Leitung: Dr. habil. Tom Oates, Physiker, Berlin Cosmopolitan School und Ralf Bräutigam

Wie funktionieren Spektrometer? Woher kommen  die Farben? Und wie werden Linsen hergestellt? Im Workshop »Auf Fraunhofers Linien – optische Experimente« werdet ihr selbst ein einfaches Spektrometer basteln, das sich mit einer Kamera oder eurem Smartphone nutzen lässt. Damit könnt ihr die spektrale Zusammensetzung des Lichts sehen und die Wellenlängen der Spektrallinien messen. Wusstet ihr, dass Joseph von Fraunhofer, der Namensgeber unserer Forschungseinrichtung, Optiker und Physiker war und sich intensiv damit beschäftigt hat, wie sich die beste Linse herstellen lässt? In diesem Workshop werdet ihr auf seinen Spuren wandeln und lernen, was eine Linse genau ist, wie sie hergestellt wird und wie ihr sie in euer eigenes Teleskop einsetzen könnt. Und weil man immer dann etwas richtig gut versteht, wenn man es einmal selbst gemacht hat, werdet ihr selbst Glas schmelzen und eine kleine Linse produzieren. In diesem Workshop seid ihr richtig, wenn ihr Licht verstehen wollt, Physik und Chemie mögt und Spaß am Basteln habt.

Workshop 4: Umwelt schützen über Ganzheitliche Bilanzierung

Leitung: Manuel Lorenz, Umweltingenieur, Ganzheitliche Bilanzierung, Fraunhofer IBP

Welche Auswirkungen hat es eigentlich auf die Umwelt, wenn wir eine Tasse Kaffee trinken? Welche Faktoren müssen wir dabei berücksichtigen? Und wie trägt die sogenannte Ökobilanzierung dazu bei, Unternehmen umweltfreundlicher zu machen? Das findet ihr in diesem Workshop über eine Fallstudie heraus: Für die fiktive Firma Kaffeemann soll von unabhängigen Beratern analysiert werden, welche Ursachen besonders negativ auf die Umwelt wirken und wie sich diese verbessern lassen – dafür teilt ihr euch in Berater und Kaffeemann-Mitarbeiter auf. Nachdem ihr ein gemeinsames Ziel festgelegt habt, erarbeitet ihr jeweils zu zweit mit der Software GaBi ein Ökobilanzmodell, das Faktoren wie Material- und Energieeinsatz, Freisetzung von Treibhausgasen, Transporte, Entsorgung und vieles mehr berücksichtigt. Gegen Ende des Workshops wertet ihr eure Modelle aus und leitet daraus Verbesserungspotenziale für die Firma Kaffeemann und ihr Umweltmanagement ab. Wenn euch die Themen Umweltschutz, Nachhaltigkeit, verantwortliches unternehmerisches Denken sowie Ökobilanzierung interessieren, dann seid ihr hier richtig.

© Fraunhofer | Ralf Bräutigam

Wer kann teilnehmen?

Die European Talent School steht Schülerinnen und Schülern offen, die besonders wissbegierig, leistungsbereit und vielfältig interessiert sind und im laufenden Schuljahr

  • die Jahrgangsstufe 10, 11 oder 12 an Gymnasien, Realschulen, Gesamtschulen, Fach- und Berufsoberschulen, Montessori- und Waldorfschulen in Bayern
  • die Schulstufe 10, 11 und 12 der allgemein bildenden höheren Schulen (Gymnasium, Realgymnasium, Wirtschaftskundliches Realgymnasium, Oberstufenrealgymnasium, Privatgymnasium)
  • oder der berufsbildenden höheren und mittleren Schulen in Salzburg, Tirol und Vorarlberg in Österreich
  • z. B. Sekundarstufe 2 der Gymnasien, Sekundarschulen, Mittelschulen, Handelsschulen, Fachmittelschulen, Berufsfachschulen in den Kantonen der Schweiz
  • 2., 3., 4. oder 5. Klasse der Oberschule in Südtirol
  • oder die entsprechende Schulstufe in den anderen Arge Alp-Mitgliedsländern besuchen.

Veranstaltungssprache ist Deutsch. Die Teilnahme erfordert gute Kenntnisse in der deutschen Sprache.

Gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer Arge Alp und dem Freistaat Bayern hat Fraunhofer die European Talent School ins Leben gerufen. Zu der dreitägigen Veranstaltung kommen Schülerinnen und Schülern aus Bayern und den Mitgliedsländern der Arge Alp zusammen, um in einer Gemein­­schaft Gleichgesinnter ihr Wissen über Naturwissenschaften, Mathematik, Informatik und Technik zu er­weitern und zu vertiefen. Neben dem Bundesland Bayern sind Mitgliedsländer der Arge Alp: in Österreich die Bundesländer Salzburg, Tirol, Vorarlberg; in Italien: die Regionen Südtirol, Trentino und Lombardei und der Kanton Graubünden, St. Gallen und Tessin in der Schweiz.