Fraunhofer-Talent-School München

Hands on – Selber machen erwünscht!

Forschung begreifen, den Horizont erweitern, die eigene Kreativität wecken. Du bist fasziniert von Naturwissenschaften, Informatik und Technik und möchtest erfahren, wie in der Forschung bei Fraunhofer gearbeitet wird? In der Fraunhofer  Talent School arbeitest du drei Tage praxisorientiert an einem Thema der Naturwissenschaften, der Mathematik und Informatik unter Anleitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und bekommst darüberhinaus Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten bei Fraunhofer.

In den Workshops erwartet Dich außerdem: selbstständiges, praktisches Arbeiten, experimen­tieren, einfache wissenschaftliche Geräte selber bauen, Austausch mit anderen MINT-Interessierten und Diskussion aktueller Fragestellungen aus der Wissenschaft mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern vor Ort.

Ihr habt die Wahl zwischen vier spannenden Workshops. Hier findet ihr heraus, um was es jeweils geht und welchen Herausforderungen ihr euch dort mit der Unterstützung von erfahrenen Forscherinnen und Forschern stellen werdet:

  • Flexible Sensorik für die Elektronik von morgen
  • Hacking Grundkurs
  • Psychologie für sichere Schulwege
  • Mikromechatronik –  Zukunftstechnologie für morgen

Termin

25. – 27. Oktober 2019

Ort

Fraunhofer-Haus München

Übernachtung

Teilnahmegebühr

€ 80,- (inkl. Übernachtung, Verpflegung, Workshop, Freizeitprogramm und Bustransfer zwischen Jugendherberge und Veranstaltungsort. 

Workshop 1: Flexible Sensorik für die Elektronik von morgen

Referent: Prof. Dr. Christoph Kutter, Fraunhofer-Einrichtung für Modulare Festkörper-Technologien EMFT

Das Internet der Dinge benötigt in Zukunft flexible und integrierbare Sensorik. Diese Talent School will den Teilnehmenden die Möglichkeiten aufzeigen und anwendbare Technologien vermitteln. Dafür wird am Wochenende vor allem die praktische Umsetzung und der Aufbau von flexiblen Sensoren und die Integration auf Foliensubstraten gezeigt. Durch Arbeiten an verschiedenen Anlagen werden den Schülerinnen und Schülern die verschiedenen Technologien gezeigt. Dabei beschränkt sich die Arbeit nicht auf das Zuschauen, sondern auch auf das Durchführen von Technologieschritten, die zu einem funktionsfähigen flexiblen Temperaturindikator führen.

Im Workshop werden Kenntnisse über die Siebdrucktechnik, die Strukturierung von Leiterbahnen mittels Lithografie, die Begutachtung und Kontrolle von flexiblen Sensoren mittels Rasterelektronen-Mikroskop, die notwendige Messtechnik und der Aufbau der Elektronik und Anzeigeelemente vermittelt und praktisch durchgeführt. Natürlich soll die Theorie und die Vision für die Zukunft nicht zu kurz kommen. Trotzdem steht die praktische Umsetzung des Themas im Vordergrund.

Du willst dabei sein?

Dann solltest Du Interesse an der Mikroelektronik (Physik, Chemie, Mathematik, Informatik, Biologie...) und deren Einsatzbereichen sowie deren Anwendung haben. Genauso hilfreich ist es sich mit Kochen (Zusammenführung beziehungsweise Prozessieren von Ausgangsstoffen nach einem Rezept bzw. einer Prozessanweisung), Putzen, Sortieren, Kommunizieren, Präsentieren, Aufräumen, Organisieren und Sprachen auszukennen, denn dieses sind Kompetenzen wie sie in einer Technologielinie, im übertragenen Sinne, benötigt und im täglichen Arbeitsumfeld gepflegt werden.

Du solltest bereit sein Dich mit Fertigungsverfahren und deren Voraussetzungen wie Beschichtungs- und Strukturierungsprozessen, Sicherheit, Qualitätskontrolle und Messtechnik zu befassen. Du solltest Interesse daran haben in theoretischen Kursen über die Grundlagen und Hintergründe lernen zu wollen, aber auch offen sein, um in praktischen Laborexperimenten in die Geheimnisse der Technologien eingeweiht zu werden.

Schließlich wäre es sehr erfreulich, wenn Du Dich mit dem Thema »Technologie und Gesellschaft « befassen und uns Deine Meinung und Deine Erwartungen zu den Technotrends in der heutigen Zeit in einem »Brainstorm« mitteilen wolltest beziehungsweise unsere Ansichten sowie die Ansichten Deiner Kurspartner verstehen, hinterfragen oder diskutieren möchtest.

Workshop 2: Hacking Grundkurs

Leitung: Dr. Siegfried Rasthofer (IT-Sicherheitsforscher) und Stephan Huber (Testlabor für Mobile Sicherheit), beide am Fraunhofer-Institut für Sicherte Informationstechnologie SIT

Wie schwierig ist es, ein Passwort zu knacken? Oder von extern einen PC fernzusteuern und sich damit zum Beispiel Zahlungen zu ersparen? In diesem Workshop geht es um die Sicherheit von Smartphone (Android Geräte) und PC. Im Smartphone-Teil des Kurses lernt ihr den grundlegenden Aufbau des Systems und die Struktur von Android Anwendungen kennen. Anschließend sucht ihr Schwachstellen, die Ziele möglicher Angriffe und Hacks sein können. Im PC-Teil spürt ihr verwundbare reale PCs im Internet auf und erfahrt über praktische Übungen, wie leichtsinnig manche PC-Benutzer mit Ihren Daten umgehen. Außerdem entwickelt ihr einen programmierbaren USB-Stick, über den sich Passwörter von PCs stehlen oder diese PCs sogar fernsteuern lassen. Idealerweise bringt ihr Grundkenntnisse im Programmieren mit (Java oder Arduino), das ist aber nicht zwingend erforderlich. Dieser Kurs wird euch begeistern, wenn ihr fiese Cyber-Angreifer (sogenannte Blackhats) mir ihren eigenen Techniken schlagen wollt. Diese Aufgabe ist heute fester Bestandteil von Sicherheitstests, die Schwachstellen in Software, Netzwerken oder anderen technischen Systemen aufspüren sollen.

Workshop 3: Psychologie für sichere Schulwege

Leitung: Maria Pohle (Ingenieurin) und Nora Strauzenberg (Psychologin), Fraunhofer IVI Accident Prevention School (FAPS)

Wie arbeiten eigentlich Unfall-Forscher? Auf welche Daten greifen sie zurück? Und wie kommen sie zu ihren Handlungsempfehlungen, um beispielsweise Schulwege sicherer zu machen? In diesem Workshop  entdeckt ihr anhand einer Übersichtskarte des konkreten Umfelds der Fraunhofer-Zentrale, welche Unfälle sich an welchen Stellen ereignen. Über Tablets habt ihr Zugriff auf verkehrsrelevante Daten und könnt konkrete Auswertungen abfragen. Anschließend analysiert ihr einzelne Unfälle und identifiziert so besonders auffällige Stellen, riskante Situationen an unfallauffälligen Stellen und wiederkehrendes Fehlverhalten von Fußgängern, Radfahrern und deren Unfallgegnern. Um die Unfallursachen und -bedingungen besser verstehen zu können, stellt ihr die Situationen mit einer speziell dafür entwickelten Software nach. Aus allen Erkenntnissen leitet ihr schließlich realistische Handlungsempfehlungen ab, wie die Anzahl der (Schwer-) Verletzten bei Fahrrad- und Fußgänger-Unfällen deutlich verringert werden kann. Dieser Workshop wird euch gefallen, wenn ihr beim Thema Verkehrssicherheit mitdiskutieren und die wissenschaftlichen Lernkonzepte von Unfall-Forschern kennenlernen möchtet.

Workshop 4: Mikromechatronik – Zukunftstechnologie für morgen

Leitung: Dr.-Ing. Frank Ansorge, Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT

Mikro-Mechatronik ist die Integration von Sensorik, Aktorik sowie der zugehörigen eingebetteten Elektronik in Robotern, Automobilen oder Maschinenelementen, wie z.B. Werkzeuge für Bearbeitungszentren oder stark beanspruchte Lager. Mit Hilfe dieser »Intelligenz« im Bauteil ließen sich z.B. kritische Systemzustände - verursacht z.B. durch zu hohe Kräfte - vor Eintreten eines Schadens erkennen. Kluge Aktoren können selbstständig Aktivitäten unternehmen.
Das Fraunhofer Mikro-Mechatronik Zentrum beschäftigt sich mit dem Entwurf von Mikro-Mechatroniken, der Integration von Sensoren und Aktoren und dem Test solcher Systeme.

Aufgabenstellung

In Vorträgen und Praxisbeispielen werden wir in die Welt der Mechatronik eintauchen und uns zur Mikro-Mechatronik herantasten.

  • Was ist das eigentlich: Mikro-Mechatronik?
  • Wie funktioniert das - gemeinsamer Entwurf von Elektronik und Mechanik?
  • Welche Prinzipien werden für Sensorik genutzt?
  • Welche Aktoren haben wir zur Bewegung von Systemen?

Du willst dabei sein?

Dann sollte es Dir Spaß machen, Dir intensiv Gedanken zur Nutzung von Mikro-Mechatronik in Systemen des täglichen Lebens zu machen. Du solltest Interesse haben, mit Mikroelektronik, Mechanik und Programmierung umzugehen.

Wer kann teilnehmen?

Die Fraunhofer Talent School steht Schülerinnen und Schülern offen, die besonders wissbegierig, leistungsbereit und vielfältig interessiert sind und im laufenden Schuljahr

  • die Jahrgangsstufe 9,10,11 oder 12 an Gymnasien, Realschulen, Gesamtschulen, Fach- und Berufsoberschulen, Montessori- und Waldorfschulen besuchen
  • bereits im Studium sind