Das später Umhängetaschen große mobile System besteht aus einer Siliziumchip-basierten Gaschromatographie-Säule (GC-Säule), einem Detektor bzw. Sensor, einer inte-grierten Probenvorbereitung, einer Ansteuerungs- und Auswertelektronik sowie einer Energieversorgung. »Die Gaschromatographie (GC) ist eine analytische Methode zur Trennung, Identifizierung und Quantifizierung von Stoffgemischen, die sich für gasförmige oder unzersetzt verdampfbare Substanzen eignet. Dabei wird eine Probe mithilfe eines Trägergases zunächst durch die GC-Säule transportiert, die wir in einen schnell heiz- und abkühlbaren Siliziumchip geätzt haben«, erläutert Dr. Hild. In der Säule kommt es zu Wechselwirkungen der Gasmoleküle mit den mit Polymeren beschichteten Innenwänden. Die VOCs reagieren je nach Affinität mit der Innenschicht der Säule, das Stoffgemisch wird getrennt. Am Ende der chipbasierten GC-Säule misst ein Detektor die nach ihrer Molekülart sortierten Substanzen, was zu einem Gaschromatogramm mit Peaks führt, aus denen auf die Zusammensetzung des Gemischs geschlossen werden kann. Die Bewertung der Messdaten übernimmt das Fraunhofer IME. Im Fall des Olivenöls ist das Ziel, Parameter wie etwa das Herkunftsland, das Alter und den Reinheitsgrad zu ermitteln.
Erste Tests erfolgreich abgeschlossen
Aktuelle Tests mit einer konventionellen GC-Säule mit einer Länge von drei Metern zeigen eine zuverlässige Trennleistung der VOCs und ermöglichen die Bewertung der Proben. GC-Säulen in konventionellen, teuren Labor-Gaschromatographen sind häufig über 30 Meter lang und verfügen über eine bessere Trennleistung, die für die Qualitätsbewertung von zahlreichen Lebensmitteln allerdings nicht erforderlich ist. Die Fraunhofer-Forschenden stehen unter anderem vor der Herausforderung, miniaturisierte GC-Säulen zu designen, die in der Lage sind, lebensmittelspezifisch die flüchtigen organischen Verbindungen ausreichend zu trennen.
»Mit unserem System adressieren wir Laien wie etwa den Abfüller und den Wareneingangsprüfer, die das Gerät ohne fachliches Know-how problemlos nach einer kurzen Einweisung bedienen können«, sagt PD Dr. Tilman Sauerwald, Wissenschaftler am Fraunhofer IVV, wo die Demonstratoren derzeit entwickelt werden. »Die Komponenten unseres Systems lassen sich anwendungsspezifisch anpassen, sodass es sich für die Qualitätskontrolle in vielen Anwendungen, zum Beispiel bei der Bewertung von recycelten Kunstoffen, eignet. Gemeinsam mit der Industrie realisieren wir gerne maßgeschneiderte Applikationsentwicklungen.«
Die Forschenden werden einige Ergebnisse des Projekts vom 24. bis 27. März 2026 auf der Messe Analytica in München am Fraunhofer-Gemeinschaftsstand in Halle 3, Stand 312 präsentieren.
Fraunhofer PREPARE-Projekt PUMMEL
Point of Use Micro-Multichannel-Gas-Chromatograph
Laufzeit:
März 2023 bis August 2026
Fördergeldgeber:
Fraunhofer-Programm PREPARE
Projektpartner:
• Fraunhofer IME (Validierung und Benchmarking)
• Fraunhofer IPMS (Bauelementkonzept für die Chip-basierte Umsetzung, Entwicklung der GC-Trennsäule)
• Fraunhofer IVV (Probenvorbehandlung, Systemelektronik und Integration)