Alumni-Umfrage 2016

Was Fraunhofer-Alumni wirklich wollen

In einer Umfrage wurden Fraunhofer-Alumni gefragt, welche Erwartungen sie an den Fraunhofer-Alumni e.V. haben. Diese Ergebnisse dienen als Basis, um die Mitgliedschaft im Verein für jetzige und künftige Mitglieder noch attraktiver zu gestalten.

Zielsetzung und Vorgehen

Der Fraunhofer-Alumni e.V. hat es sich zum Ziel gesetzt, die Mitgliedschaft im Verein und dessen Angebote – wie z.B. den Fraunhofer-Alumni-Summit  – für heutige und künftige Mitglieder so attraktiv wie möglich zu gestalten. Mit der Fraunhofer-Alumni-Befragung 2016 sollten Hinweise für die weitere Ausrichtung gewonnen werden, um auf dieser Basis Handlungsschwerpunkte für die konkrete Ausgestaltung des Vereins und den verbesserten Mitgliederaufwuchs abzuleiten.

Der zu diesem Zweck entwickelte Fragebogen enthielt je nach Zielgruppe (Vereinsmitglied ja/nein; Teilnahme am Summit 2016 ja/nein) ca. 40 Fragen (mehrheitlich geschlossene sowie einige offene Fragen zur Vertiefung). Eingeladen wurden insgesamt 505 Personen, davon 265 Vereinsmitglieder sowie 240 Nicht-Mitglieder, die zum Fraunhofer-Alumni-Summit 2016 angemeldet waren. Die Befragung fand online in der Zeit vom 12. bis 31. Oktober statt.

In Summe beteiligten sich 150 der eingeladenen Personen. Die damit erzielte Beteiligungsquote von 30% (Vereinsmitglieder 32%, Nicht-Mitglieder 27%) stellt einen für eine solche Befragung vergleichsweise guten Wert dar. Der Fragebogen wurde darüber hinaus sehr sorgfältig beantwortet (Beantwortungsquote pro Frage min. 98%), wofür im Schnitt ca. 8 Minuten benötigt wurden.

Die Ausprägung der erhobenen demographischen Merkmale entspricht in etwa den Erwartungen, so dass davon auszugehen ist, dass die Ergebnisse diesbzgl. repräsentativ für die Grundgesamtheit sind. Unterschiede zwischen Vereinsmitgliedern und Nicht-Mitgliedern zeigen sich tendenziell im Alter (bei Mitgliedern mehr Ältere) und im aktuellen Betätigungsbereich (Mitglieder eher in der Wissenschaft).

 

 

Ergebnisse

Motivation für den Vereinsbeitritt und Bewertung des Vereins

Jeweils ca. 75% der Befragten verbinden mit dem Fraunhofer-Alumni-Verein (siehe Tabelle) Erwartungen an a) inhaltlichen Austausch und Vernetzung auf hohem Niveau, b) mit Fraunhofer, dem Institut sowie Kolleginnen und Kollegen verbunden bleiben sowie c) Teil eines exklusiven Netzwerks aus Top-Experten/-Entscheidern sein. Am seltensten (24%) werden Rat & Unterstützung durch Mentoren genannt.

 

Die im Fragebogen dargebotenen möglichen Erwartungshaltungen gruppieren sich in der statistischen Analyse in drei inhaltliche Schwerpunkte: Inhaltlicher Austausch, Karrierenetzwerk, Fraunhofer-Community. Insgesamt zeichnet sich ab, dass Nicht-Mitglieder einen möglichen Vereinsbeitritt tendenziell stärker unter dem Gesichtspunkt eines Karrierenetzwerks betrachten, während für Mitglieder das Thema „Fraunhofer-Community“  als Beitrittsmotivation wichtiger zu sein scheint.

Konkret steht beispielsweise bei den Nicht-Mitgliedern „geeignete Kooperationspartner finden“ und „Chancen für eigene Karriere und berufliche Weiterentwicklung“ jeweils an 6. bzw. 8. Stelle, während  bei Mitgliedern diese weiter hinten rangieren (an 11. bzw. 12. Stelle).

Weiterhin liegt bei Mitgliedern die Zustimmung zu Aspekten im Zusammenhang mit der Identifikation mit Fraunhofer deutlich (im Schnitt 20%-Punkte) höher als bei Nicht-Mitgliedern. Dies zeigt sich auch bei der später im Fragebogen erfassten Einschätzung zum Verein, insofern als sich 88% der Vereinsmitglieder im Vergleich zu 72% der Nicht-Mitglieder weiterhin mit den Zielen und Werten von Fraunhofer identifizieren. Den Verein weiterempfehlen würden immerhin 75% (Mitglieder 79%, Nicht-Mitglieder 70%).

 

Mögliche konkrete Angebote

Wiederum jeweils ca. 75% der Befragten wünschen sich a) Zugang zu exklusiven Informationen über nationale wie internationale Themen und Aktivitäten von Fraunhofer, b) Zugang zu Experten für ganz bestimmte Themen sowie c) Kontakte zu Top-Unternehmen, gefolgt von ca. 2/3, die regional ausgerichtete Aktivitäten wie z.B. Firmenbesichtigungen, regionale Treffen etc. als attraktiv erachten. Bei „Zugang zu Ansprechpartnern in Auslandsinstitutionen“, „Unterstützung bei der Vermittlung von Mentoren“ oder „… von Mentees“ liegt die Zustimmung jeweils nur bei ca. 1/3.

In Analogie zum Befund bei den Beitrittsgründen zeigt sich auch bei den konkreten Angeboten eine etwas stärkere karriere- bzw. entwicklungsbezogene Betonung der Nicht-Vereinsmitglieder insofern, als diese sich deutlich häufiger Zugang zu exklusiven Stellenausschreibungen und ausgewählte Angebote zur beruflichen / privaten Weiterentwicklung wünschen als Mitglieder (Differenz Ja%: 19 bzw. 17).

 

Bewertung des Fraunhofer-Alumni-Summits 2016

Der Fraunhofer-Alumni-Summit wurde gut bis sehr gut bewertet (71 der Umfrage-Teilnehmer/-innen nahmen am Summit teil). Es gab 75% bis 96% Zustimmung hinsichtlich organisatorischer, atmosphärischer, als auch inhaltlicher Aspekte. 86% geben an, dass sich die Teilnahme gelohnt hat. Verbesserungspotenziale zeigen sich noch bei den Möglichkeiten zur Kontaktpflege und bezüglich Inspiration und Impulsen durch den Summit. Konkrete Anregungen können hier die offenen Kommentare liefern.

Gefragt nach ihren Plänen, beim nächsten Summit 2017 dabei zu sein, antworten 57% aller Befragten eindeutig zustimmend, 38% sind noch unentschieden und lediglich 5% lehnen dies ab. Am höchsten ist die Teilnahmemotivation mit 81% bei den Umfrageteilnehmer/-innen, die Vereinsmitglieder sind und am Summit teilgenommen hatten (26 Personen). Der Summit scheint hier seine Funktion als „Verkörperung“ des für die Vereinsmitglieder im Vordergrund stehenden Community-Gedankens sehr gut zu erfüllen.

Als Gründe für fehlende Teilnahme 2016 bzw. -absicht 2017 werden am häufigsten genannt: zeitliche Lage & Dauer, Veranstaltungsort sowie Aspekte, die unabhängig vom Fraunhofer-Alumni-Summit sind. Im Übrigen beziehen sich mehr als ein Drittel der Ideen, wie sichergestellt werden könne, dass angemeldete Personen bei künftigen Summits auch erscheinen, auf das Thema „Teilnahmegebühr“.

 

Portal des Fraunhofer-Alumni-Vereins

Die Mehrzahl derjenigen, die das Portal nach eigenen Angaben mindestens einmal besucht haben (ca. 2/3 der Vereinsmitglieder), kommen mit der Navigation im Portal gut zurecht (75%) und finden es ansprechend aufgebaut (71%). Im Vergleich zu der positiven Bewertung dieser technischen Aspekte fällt die Einschätzung der Inhalte noch verhalten aus (z.B. fehlen 27% der Antwortenden interessante Infos und Links), was angesichts der kurzen Laufzeit des Portals jedoch nicht überraschend erscheint.

 

Zusammenhänge

Die Analyse der Zusammenhänge ergibt, dass man den Verein umso eher weiterempfehlen würde, a) je mehr man sich mit Fraunhofer verbunden fühlt und mit Fraunhofer in Verbindung bleiben möchte, b) je besser die Inhalte des Portals eingeschätzt werden, c) je positiver der Summit bewertet wurde und d) je eher man Zugang zu Experten/Themen, Kontakte zu Unternehmen sowie regionale Aktivitäten erwartet.

Unterschiede nach Demographie zeigen sich tendenziell dahingehend, dass sich unter 40-Jährige im Vergleich zu über 40-Jährigen sowie Mitarbeitende im Vergleich zu Führungskräften und Selbständigen mehr Angebote in Richtung Karriereentwicklung und Stellenausschreibungen erwarten. Unter 40-Jährige identifizieren sich gleichzeitig weniger stark mit den Zielen und Werten von Fraunhofer.

Befragte aus der Wirtschaft sind stärker daran interessiert, Impulse für das eigene Betätigungsfeld und Unterstützung von anderen zu erhalten als solche aus der Wissenschaft. Sie interessieren sich auch mehr für Angebote zu Weiterentwicklung und zur Präsentation der eigenen Firma, während der Fraunhofer-Spirit auf dem Summit für sie deutlicher weniger spürbar als für solche aus der Wissenschaft.

Frauen, die 20% der Befragten umfassen, erwarten mehr in Richtung Karriere & Weiterentwicklung und Unterstützung durch Mentoren sowie dementsprechende konkrete Angebote als Männer. Für die kleine Gruppe der beim Summit anwesenden Frauen (n=13) waren die dortigen Inhalte weniger interessant als für Männer (54% vs. 84% Zustimmung). Und schließlich identifizieren sich die befragten Frauen weniger mit den Zielen und Werten von Fraunhofer und würden den Verein bisher seltener weiterempfehlen.

 

Fazit

Auf Basis der bisherigen Erkenntnisse scheinen die größten Chancen des Vereins darin zu liegen, das Profil in einer ersten Ausbaustufe (weiterhin) sehr klar in Richtung der Fraunhofer-Themen und -Community zu schärfen und das Hauptaugenmerk auf entsprechende Aktivitäten zu richten, die diese Themen, den Spirit und die Community greif- bzw. erlebbar machen. Dabei spielen sowohl Portal als auch der Fraunhofer-Summit eine wichtige Rolle. Gerade der Fraunhofer-Summit scheint dabei schon auf einem sehr guten Weg zu sein, eine ganz exklusive Veranstaltung zu werden.

Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Themenkreis „Karrierenetzwerk“ mögen noch nicht zur allerersten Priorität gehören, sollten aber in weiteren Ausbaustufen nicht ganz vernachlässigt werden, da immerhin eine substanzielle Zahl der Befragten bei entsprechenden Aspekten zustimmen.