Ethik und Wissenschaftsverantwortung

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist sich ihrer Verantwortung im Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken bewusst und unterstützt den Gemeinsamen Ausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der das Bewusstsein für die doppelte Verwendbarkeit (Dual Use) von Forschungsergebnissen, den verantwortungsvollen Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung und die diesbezügliche Selbstregulierung der Wissenschaften nachhaltig stärken soll. Wissenschaftsfreiheit bedingt eine besondere Verantwortung und ist eng gebunden an einen aktiven Austausch und Diskurs mit der Gesellschaft. Fraunhofer unterstützt die im Rahmen der »Zehn Thesen zur Wissenschaftsfreiheit« gemeinsam formulierte Selbstverpflichtung der Allianz der Wissenschaftsorganisationen.

Gemeinsamer Ausschuss von DFG und Leopoldina zum Umgang mit Sicherheitsrelevanter Forschung

10 Thesen zur Wissenschaftsfreiheit

Neben der rechtskonformen Umsetzung der Vorgaben zum Außenwirtschaftsrecht und den damit einhergehenden Prüfungen auf Dual Use, fördert die Fraunhofer-Gesellschaft den internen und externen Dialog zum verantwortungsvollen − über die rechtliche Verpflichtung hinausgehenden − Umgang mit Forschung. Im Zusammenspiel von Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Wissenschaft sehen wir uns als Partner, der zu gesellschaftlichen und politischen Debatten in relevanten Forschungsfeldern mit wissenschaftlicher Expertise beiträgt und strategische Initiativen zur Lösung künftiger Herausforderungen leitet.

Unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beschäftigen sich in ihren Forschungsfeldern mit den Zusammenhängen technischer, gesellschaftlicher, ökonomischer und ökologischer Systeme sowie deren Wirkung in der Zukunft. Durch unsere Forschung wollen wir zu einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne einer ökologisch intakten, ökonomisch erfolgreichen und sozial ausgewogenen Welt beitragen. Dieser Verantwortung fühlen wir uns verpflichtet.

Verantwortungsbewusstes Forschen

Die Fraunhofer-Gesellschaft setzt bei der Wahrnehmung ihrer ethischen Verantwortung auf Information, Sensibilisierung und Beratung. Für einen systematischen Umgang mit Ethik und Wissenschaftsverantwortung wird das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch verschiedene Maßnahmen aktiv gefördert. Bei ethischen Fragestellungen und Herausforderungen unterstützen wir durch organisationsweite Beratungsangebote. In unseren Forschungsprojekten holen wir Beratung bzw. Voten externer Ethikkommissionen ein und nutzen damit bewährte Strukturen zur Unterstützung verantwortungsvollen Forschens.

Fraunhofer-Kommission für Ethik in der sicherheitsrelevanten Forschung (KEF)


Umgang mit Forschungsergebnissen: Dual-Use-Güter und -Technologien

Zur rechtskonformen Umsetzung der Vorgaben aus dem Außenwirtschaftsrecht hat Fraunhofer für alle Handlungen und Aktivitäten ein Exportkontroll-System etabliert, durch das unter Einbeziehung der Fraunhofer-Institute und Einrichtungen das Thema Dual Use zentral gesteuert wird. Dieses Exportkontroll-System soll Fraunhofer als weltweit vernetzte Organisation davor schützen, mit deutschen sowie europäischen außen- und sicherheitspolitischen Interessen in Konflikt zu geraten. Dies gilt im besonderen Maße bei der Ausfuhr hochwertiger Güter und Technologien, die unter die Dual-Use-Problematik fallen.