Dialog mit der Gesellschaft

Austausch mit und Partizipation von gesellschaftlichen Vertretern fördern

Die aktive Einbindung der Gesellschaft in die Forschung – das heißt die Beteiligung gesellschaftlicher Vertreter an Forschungs- und Innovationsprozessen – wird auf nationaler und europäischer Ebene zunehmend gefordert. Bereits heute erfolgt eine Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern in die Fraunhofer-Forschung durch Akzeptanzstudien, Dialogveranstaltungen oder Marktanalysen. Folgende Beispiele zeigen, wie gesellschaftliche Einbindung innerhalb von Forschungsvorhaben bei Fraunhofer gelebt wird.

BDCS: Bonner Dialog für Cybersicherheit

Was bedeuten für uns Datenschutz und Datensicherheit und welchen Umgang damit streben wir an? Der Bonner Dialog ist eine gemeinsame Veranstaltung von Fraunhofer FKIE, der Deutschen Telekom, der Stadt Bonn, der IHK Bonn/Rhein-Sieg und der Allianz für Cybersicherheit. Mit der Veranstaltung ist ein Forum für den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Behörden und Bürgern geschaffen worden. 

Living Lab

Ressourceneffiziente Landnutzung durch Agrophotovoltaik: Wo heute Solaranlagen auf Feldern stehen, könnten sich in Zukunft auch Hühner tummeln und Kartoffeln oder Salat wachsen. Der Vorteil: Wird wertvoller Ackerboden doppelt genutzt, sinkt der Flächenverbrauch. Wie das gelingen kann, testen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE gemeinsam mit Partnern aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Technik und den Bewohnerinnen und Bewohnern der Region. 

 

Lebendige Stadtentwicklung

3D-Stadtmodelle lebendig erleben mit dem CityServer3D: Das 3D-Geoinformationssystem wird vom Fraunhofer IGD entwickelt und wird in Städten, Kommunen und Landesämtern für die Arbeit mit 3D-Stadtmodellen eingesetzt. Eine Plug-in-freie und hoch performante Webvisualisierung ermöglicht anschauliche Präsentationen zur Information von Entscheidern und Bürgern.

 

Energie-Kommunen

Damit ein Umstieg auf regenerative Energien gelingt, sind Informationen und Diskussionen notwendig – zwischen Politik, Bürgern, Unternehmen und Energieversorgern. Mit einer aktiven Beteiligung der Bürger wird im nordhessischen Wolfhagen die Umsetzung der Energiewende zu einem lokalen Teilhabeprojekt. Die Gesamtprojektleitung, Koordination und das Monitoring übernimmt das Fraunhofer IBP.

 

Visualisierung politischer Prozesse

Das sogenannte »Web 2.0« bietet eine Vielzahl von Informationen, die durch Internetnutzer selbst bereitgestellt werden. Im Projekt NOMAD koppelt das Fraunhofer IGD Verfahren zur Extraktion von Meinungen aus dem Web mit Visualisierungsverfahren, um Entscheidungsträger bei deren Entscheidungsfindungsprozess zu unterstützen und eine Beteiligung der Bürger in diesem Prozess zu ermöglichen. 

Welcher E-Mobilitätstyp bin ich?

Elektromobilität gibt es in vielen Formen: Elektroauto, Hybridauto, Pedelec, E-Bike, ÖPNV oder E-Car-Sharing. Der Elektr-O-Mat zeigt faszinierende Möglichkeiten, die Elektromobilität bietet. Das Fraunhofer IAO hat mit e-mobil BW und YellowMap AG ein Partizipationsspiel entwickelt, das die Beziehung zwischen (Elektro-)Mobilität und den Bedürfnissen der Bürger wissenschaftlich untersucht.

 

Essbare Innovationen

Lebensmittel stehen im Spannungsfeld von technologischem Fortschritt und Technikablehnung unter Verbrauchern. Wie beeinflusst der Fortschritt unsere Esskultur, die Wahrnehmung der Zubereitung oder den Genuss einer raffiniert zubereiteten Mahlzeit? Diese Fragen untersucht die Studie der Fraunhofer-Allianz Food Chain Management in Zusammenarbeit mit DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT e.V. 

Bürgerdialog Big Data

Die Studie »Big Data und Privatheit« diskutiert Big Data und die damit einhergehenden Chancen für die Gesellschaft und Risiken für die Privatsphäre. Dazu werden Anwendungsbeispiele gezeigt und in Technologie und Recht eingeführt. Weiterer Bestandteil ist die Auswertung eines Online-Fragebogens zum Thema. Schließlich wird auch die allgemeine Meinung zu Big Data untersucht, die in Deutschland über das Internet kommuniziert wird.

Kinder-Stadtteilforschung

Ein Citizen Science-Projekt, bei dem Kinder ihre Stadt erforschen, sich an der Gestaltung von Räumen beteiligen und Handlungsempfehlungen an Politik und Verwaltung geben. Unter dem Motto »Forschung mit Kindern, statt Forschung über Kinder« erkunden seit zwei Jahren Kinder des Schülerhauses Schwabschule ihren Stadtteil in Stuttgart – unterstützt von den Initiatoren Caritas Stuttgart und Fraunhofer IAO. 

 

New Governance

Die Komplexität politischer Fragestellungen nimmt immer mehr zu, und die verschiedenen Einflussfaktoren sind vielfältiger denn je. Ziel des Projekts FUPOL, das vom Fraunhofer IGD durchgeführt wurde, ist die Entwicklung von Technologien, die eine Vielzahl von Faktoren zusammenführen, visuell analysierbar machen und so den Prozess der Entscheidungsfindung erleichtern. 

Neue Medien für Wissenschaftskommunikation nutzen

Über verschiedene Medien und Formate kommunizieren wir unsere Forschungsergebnisse an die interessierte Öffentlichkeit – neben klassischen Veröffentlichungen und Pressearbeit beispielsweise über den Fraunhofer YouTube-Kanal, unser Kundenmagazin »weiter.vorn«, Social Media-Kanäle und »Tage der offenen Tür« an den Instituten. Über Social Media (facebook, Twitter, Google+, LinkedIn) werden derzeit über 30 000 Nutzer von uns erreicht.

So wurde beispielsweise 2015 im UNESCO Jahr des Lichts ein Fraunhofer-Lichttag in Kooperation mit der Kinderuni der Friedrich-Schiller-Universität Jena durchgeführt. Für rund 100 Schulkinder hatten die Institute des Fraunhofer-Verbunds Light & Surfaces Experimente und Vorlesungen rund um das Thema Licht aufbereitet. Und das Fraunhofer UMSICHT hat 2014 das Format »Innovative Citizen« eingeführt und setzt dieses jährlich fort. In Vorträgen und Workshops wurden zukünftige dezentrale Technologien, Konsum- und Produktionsstrukturen diskutiert, Netzwerke aufgebaut und Gründungspotenziale aufgezeigt. Gemeinsam mit Akteuren (Bewohner, Kreative, Handwerker etc.) wurden Konzepte zu einer Zukunft der »Innovative Citizen« erarbeitet. 

Ziel

Maßnahme

Status

Termin

Institutsübergreifende Stakeholderdialoge

 

  • Umsetzung von mindestens zwei institutsübergreifenden »Forschungsdialogen« pro Jahr zu Forschungsfeldern von gesellschaftlichem Interesse
 

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2016

Legende

→ →  →      Umsetzung noch nicht gestartet          
√  →  →       Umsetzung gestartet              
√   √   →       Umsetzung fortgeschritten

Anmerkung: der Status sämtlicher Maßnahmen bezieht sich auf September 2016