Ethik und Wissenschaftsverantwortung

Sensibilisierung und Verantwortungsübernahme

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist sich ihrer Verantwortung im Umgang mit Forschungsfreiheit und Forschungsrisiken bewusst und fördert den verantwortungsvollen Umgang mit Forschung. Wir unterstützen die Initiative der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina bezüglich »Wissenschaftsfreiheit und Wissenschaftsverantwortung − Empfehlungen zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung«. Um Rahmenbedingungen für ethisch verantwortbare Forschung zu schaffen, hat Fraunhofer 2015 ein Bündel von Maßnahmen angestoßen – von der Sensibilisierung der Mitarbeitenden über einen internen Leitfaden zum »Umgang mit ethischen Herausforderungen und Konflikten« bis zur Einrichtung einer vertraulichen zentralen Beratungsstelle für ethische Fragestellungen.

Zielsetzung ist, eine über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehende Übernahme der ethischen Verantwortung bei jedem einzelnen Mitarbeitenden zu fördern. Dazu wurde unter anderem eine interne Kommunikationsstrategie entwickelt. Des Weiteren werden die strukturellen Rahmenbedingungen, beispielsweise durch die Bereitstellung von Ansprechpartnern, Unterstützung und Beratung, stetig weiterentwickelt. 

 

Verantwortungsbewusste Forschung auf europäischer Ebene 

Unter Federführung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI startete das EU-Projekt Joining Efforts for Responsible Research and Innovation, kurz  »JERRI«. Zusammen mit der niederländischen Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung TNO arbeitet Fraunhofer an der Verankerung verantwortungsbewusster Forschung in all ihren Dimensionen. In einem gegenseitigen Lernprozess mit TNO werden in Pilotaktivitäten in fünf Dimensionen Ethik, Gleichheit der Geschlechter, Open Access, Einbeziehung der Gesellschaft in Fragestellungen, Strategien und Tätigkeiten der Wissenschaft sowie wissenschaftliche Ausbildung innerhalb der Projektlaufzeit von drei Jahren umgesetzt. Ziel des Projekts ist es, die Transformation der Organisationen in verschiedenen Pilotaktivitäten zu initiieren und daraus Lerneffekte für weitere angewandte Forschungsorganisationen in Europa zu ermöglichen.

 

Tierversuche verstehen – eine Informationsinitiative der Wissenschaft

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen hat eine breit angelegte Informationsinitiative zum Thema Tierversuche in der Forschung ins Leben gerufen. Die Wissenschaftsorganisationen wollen damit die Öffentlichkeit und die Medien umfassend über Inhalte und Rahmenbedingungen aktueller Forschung informieren und zu einer sachlichen Diskussion über Tierversuche beitragen. Dazu stellt die Fraunhofer-Gesellschaft gemeinsam mit den Forschungsorganisationen der Allianz sowie Fachverbänden Daten und Fakten zu Tierversuchen bereit und macht Hintergründe transparent. 

Ziel

Maßnahme

Status

Termin

Förderung des Bewusstseins für die ethische Verantwortung jedes einzelnen Mitarbeitenden

  • Integration von »Wissenschaftsverantwortung und Ethik« in ausgewählte Qualifizierungsmaßnahmen
  • Interne Kommunikations- und Sensibilisierungsmaßnahmen und Beratungsangebote

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2017

Weiterentwicklung der strukturellen Rahmenbedingungen für ethisch verantwortbare Forschung

Implementierung einer Fraunhofer-weiten Roadmap zur »Wissenschaftsverantwortung und Ethik« im Rahmen des EU-geförderten Projekts JERRI

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2019

Legende 
→ → →     Umsetzung noch nicht gestartet
√  →  →     Umsetzung gestartet
√  √   →     Umsetzung fortgeschritten
√  √  √     Umsetzung erfolgt 

Anmerkung: Der Status sämtlicher Maßnahmen bezieht sich auf September 2016