Die Fraunhofer-Gesellschaft verfolgt die aktuellen Entwicklungen aufmerksam. Das Erstarken demokratiefeindlicher Strömungen, des Extremismus sowie die Verbreitung rassistischer und antisemitischer Positionen in Teilen der Öffentlichkeit erfüllt die Fraunhofer-Gesellschaft mit großer Sorge. Fraunhofer setzt sich für Toleranz, ein friedliches Miteinander und Weltoffenheit ein und fördert die Vielfalt und Einzigartigkeit aller Menschen – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, Weltanschauung, Behinderung, Alter oder sexueller Identität. In Wissenschaft und Forschung sind die Ideen und die Arbeit von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen eine Quelle der Innovation und eine Bereicherung für uns alle. Antisemitismus, Rassismus, Ausgrenzung und Diskriminierung jedweder Art verurteilen wir aufs Schärfste.
Demokratiefeindliche, rassistische und antisemitische Haltungen sind nicht nur aus ethisch moralischer Sicht abzulehnen, sie sind noch dazu zutiefst weltfremd. Dies verdeutlicht schon das Beispiel des Fachkräftemangels, den wir auch in der Forschung ohne Berücksichtigung der internationalen Dimension auch in Zukunft nicht decken können. Bereits heute stellen die Forschenden in Deutschland mit einer familiären Zuwanderungsgeschichte einen unverzichtbaren Eckpfeiler des deutschen Innovationssystems dar. Zudem fühlt sich Fraunhofer als international agierende Forschungseinrichtung dem Erkenntnisgewinn durch freien Austausch von Ideen über Ländergrenzen hinweg verpflichtet. Dieser setzt die freiheitlich-demokratische Grundordnung voraus, die es möglich macht, Standpunkte und Argumente auszutauschen und so Wissen zu schaffen.
Die Wissenschaftsfreiheit in Deutschland ist ein hohes Gut, das es zu verteidigen gilt: In jeglichen demokratie- und wissenschaftsfeindlichen Tendenzen sieht die Fraunhofer-Gesellschaft eine ernstzunehmende Gefahr für die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Gemeinsam mit anderen Forschungseinrichtungen beobachten wir die aktuellen Entwicklungen sehr genau. Das gilt sowohl für die Positionierung von Kandidierenden als auch der Parteien zu Wissenschaft und Innovation.
Grundsätzlich gilt: Als gemeinnützige Forschungseinrichtung sind wir der Förderung der angewandten Forschung verpflichtet. Aus der Gemeinnützigkeit ergeben sich für Fraunhofer Privilegien, unser Handeln ist aber auch an die Grundsätze der Gemeinnützigkeit gebunden. Wir sind daher unabhängig und wahren unsere Neutralität gegenüber den Interessen Einzelner oder Gruppen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Eine Vorgabe zur Teilnahme von Mitarbeitenden an politischen Kampagnen gibt es nicht. Jegliches parteipolitische Engagement von Mitarbeitenden ist jedoch privater Natur.
Gemeinsam mit der Allianz der Wissenschaftsorganisationen setzen wir uns national und international für die Freiheit der Wissenschaft ein und betonen die Wichtigkeit der Unabhängigkeit von Forschung und Lehre. Wir engagieren uns aktiv in der aktuellen Kampagne »Freiheit ist unser System. Gemeinsam für die Wissenschaft« und haben auch in der Vergangenheit entsprechende Maßnahmen wie beispielsweise den March for Science oder #Zusammenland bundesweit als sichtbarer Partner durchweg unterstützt.