Strategische Partnerschaften

Kooperationsbeziehungen auf eine neue Stufe heben

Durch die Etablierung von strategischen Partnerschaften verfolgt die Fraunhofer-Gesellschaft das Ziel, ihre Institute weltweit mit exzellenten Forschungseinrichtungen, Unternehmen sowie dem öffentlichen Sektor zusammenzubringen, um eng vernetzt an Lösungen zu arbeiten und den Wissenstransfer in beide Richtungen zu verbessern. Im Rahmen unserer Internationalisierungsstrategie beabsichtigen wir, die Vernetzung mit wissenschaftlich exzellenten Partnern in spezifischen Zielländern gezielt auszubauen. In besonderem Maße fühlt sich Fraunhofer dabei der Verwirklichung eines konkurrenzfähigen europäischen Forschungsraums verpflichtet.



Ausbau der Zusammenarbeit mit den Niederlanden

Die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung, kurz TNO, und die Fraunhofer-Gesellschaft haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Wirtschaft auf dem Weg zu Industrie 4.0 zu unterstützen. Um dieses Vorhaben grenzübergreifend besser umzusetzen, wurde 2016 zwischen der Fraunhofer-Gesellschaft und TNO ein Memorandum unterzeichnet. Ziel der Vereinbarung ist es, gemeinsam mit Unternehmen mehr innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Effizienz industrieller Prozessabläufe zu erhöhen. Hierfür werden TNO und Fraunhofer den wissenschaftlichen Austausch und ihre Zusammenarbeit vertiefen. Ein zentrales Anliegen beider Partner besteht darin, einen europäischen Industrial Data Space zu etablieren und weiterzuentwickeln.

 

Strahlentherapie nach Maß: Im transatlantischen Verbund für eine optimierte Behandlung von Krebspatienten

Ein exzellentes Beispiel für das mögliche Potenzial, das durch die Verbindung von komplementärer deutscher und internationaler Expertise genutzt werden kann, ist ein Projekt im Bereich der Strahlentherapie zu Behandlung von Krebs: Unter Leitung des Fraunhofer-Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern wurde gemeinsam mit dem Deutschen Krebsforschungszentrum DKFZ, dem Universitätsklinikum Heidelberg sowie dem Massachusetts General Hospital in Boston, USA an einer Lösung gearbeitet, welche die Dauer der Strahlentherapieplanung verkürzt, das Finden einer guten Balance zwischen Therapiechance und eventuellen Nebenwirkungen erleichtert und zu verbesserten Heilungschancen beiträgt. Zudem wird Normalgewebe nicht geschädigt, früher konnte dies zum Teil nicht verhindert werden. Mediziner, Physiker, Informatiker und Mathematiker haben dafür zusammen eine neue Software entwickelt.  

Erstmals klinisch zum Einsatz kam die mehrkriterielle Optimierung 2011 mit Unterstützung des Unternehmens RaySearch Laboratories im Massachusetts General Hospital in Boston, das hinsichtlich seiner diagnostischen Möglichkeiten und verfügbaren Behandlungen zu den führenden Kliniken in den USA zählt. Bis Ende 2015 konnte das System in über 300 Kliniken installiert werden. Durch zusätzliche Lizensierung durch den US-amerikanischen Weltmarktführer Varian Medical Systems wird die Technologie ab 2016 an über 20 000 Therapieplanungsplätzen weltweit verfügbar sein. Das Verbundvorhaben umfasste sowohl öffentlich als auch industriell finanzierte Projekte unterschiedlicher Geldgeber (z. B. BMBF, Stiftung Deutsche Krebshilfe e.V., National Institutes of Health NIH).  

Strahlentherapie nach Maß (Pressinformation / 05.2016)