Hallo, Joseph! #WHATSNEXT – Messengerstream

Alle Nachrichten von Joseph von Fraunhofer zum Nachlesen

  • 16 Oct 2019 14:10

    In der Zeit, aus der ich komme, gab es keine Kunststoffe. Wäre ich ein wenig älter geworden, hätte ich noch erleben können, wie 1839 der Erfinder Charles Goodyear Kautschuk in Gummi umgewandelt hat. Jetzt, in Eurer Zeit, sind Kunststoffe aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken – und das bringt wohl auch einige Probleme mit sich, habe ich gehört. Deshalb kümmern sich Fraunhofer-Forscher vor allem darum, dass bei Produktion und Wiederverwertung einiges anders, besser gemacht wird. Wie genau, schaue ich mir gerade auf der Messe K in Düsseldorf an. http://s.fhg.de/k2019 Die Messe geht noch bis nächsten Mittwoch, aber ich bin nur heute und morgen hier – am Freitag muss ich nach Nürnberg meinen Doppelgänger erschrecken ;-) Ihr erinnert Euch?

  • 10 Oct 2019 17:05

    Ich habe mich heute bei Youtube entdeckt! Nicht mich selbst natürlich, ich habe mich ja schon früher nicht einmal vor meine Camera obscura gestellt. Aber das Fraunhofer IIS in Nürnberg hat einen Schauspieler gefunden, der in meinem Namen zur Langen Nacht der Wissenschaft einlädt: Am 19. Oktober dreht sich dort alles um den »Mobilen Dorfladen«. Sowas hätte ich auch gern gehabt damals in Benediktbeuern! Na, ich werde mir das mal anschauen und diesen Nürnberger Joseph ein wenig erschrecken, wenn ich dort auftauche ;-) http://s.fhg.de/deM Nächste Woche werde ich sowieso reisen. In Düsseldorf ist meine Fraunhofer-Familie bei einer wichtigen Messe der Kunststoffindustrie. Damit kenne ich mich gar nicht aus, deshalb bin ich besonders neugierig. http://s.fhg.de/k2019

  • 02 Oct 2019 21:15

    Sacradi, das war ja was! Ganz München ist aktuell im Oktoberfest-Fieber, und weil es das zu meiner Zeit auch schon gab, dachte ich, ich schau mal vorbei. Der Weg zur Theresienwiese ist ja immer noch derselbe. Dort angekommen hat es mir erst einmal die Sprache verschlagen! Als ich 31 Jahre alt war – also im Jahr 1818 – wurden auf dem Fest (das damals wirklich noch im Oktober stattgefunden hat!) das erste Karussell und zwei Schaukeln aufgestellt. Davor stand ja vor allem ein Pferderennen im Mittelpunkt. Und jetzt? Das zu beschreiben reicht mein 200 Jahre alter Wortschatz nicht aus - schaut es Euch am besten selbst an. Ein Oktoberfest-Bild aus meiner Zeit habe ich leider nicht gefunden, aber eines aus der Zeit um 1900. (Quelle: Wikipedia)

  • 27 Sep 2019 13:00

    Letzte Woche Jena, diese Woche Freiburg – in meiner Zeit wären solche Reisen in so kurzer Zeit unmöglich gewesen. Wenn ich so mit der Bahn durch Deutschland brause, wird mir ehrlich gesagt immer noch ein wenig schwindlig von der Geschwindigkeit. Aber ich muss unbedingt da sein, wenn morgen in der Freiburger Innenstadt das Fraunhofer-Fest steigt. Zu sehen gibt es unter anderem ein digital-holographisches Mikroskop, ein Brennstoffzellen-Auto – und mich auf der Bühne! Ich stehe ja nicht so gerne im Mittelpunkt, aber nach all den Monaten bei meiner Fraunhofer-Familie konnte ich einfach nicht nein sagen… und spätestens, wenn mit Einbruch der Dunkelheit die Lasershow startet, kann ich mich ja ein wenig zurückziehen. Ich freu‘ mich auf Euch! http://s.fhg.de/6bJ

  • 19 Sep 2019 15:10

    Diese Woche bin ich so sehr in »meiner Optik« versunken, dass ich fast vergessen hätte zu schreiben! Es ist aber auch wirklich pfundig hier bei den Photonic Days 2019 beim Fraunhofer IOF in Jena. Jede Menge schneidige, junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler suchen gemeinsam Lösungen zu aktuellen Fragen der Photonik. Gestern war sogar der Physik-Nobelpreisträger des Jahres 2018, Prof. Gerard Mourou, zu Gast. Zu seinem Vortrag zu Thema »Extreme Light« habe ich noch ein paar Fragen – vielleicht kann mir IOF-Institutsleiter Prof. Andreas Tünnermann diese beantworten. Ich gehe ihn gleich mal suchen. https://www.photonicsdays.de/

  • 12 Sep 2019 15:10

    Seien Sie mir nicht gram, aber um die Sache mit der Kognitiven Landwirtschaft zu verdauen, bin ich erst einmal in einen Biergarten gegangen. Schließlich bin ich in Straubing mitten im fruchtbaren Gäuboden mit Ochsenpflug und Pferdefuhrwerken aufgewachsen. 200 Jahre später komme ich mir manchmal vor wie aus einem anderen Jahrtausend! Immerhin kann ich als Zeitreisender auch mal ein Bier trinken. Zu meinen Lebzeiten blieb ich meist bei Milch, um meine schwächliche Natur zu schonen. Manchmal vertrug ich aber auch die schlecht, rückblickend hatten sich vielleicht auch Bakterien eingeschlichen. Wie gut, dass meine Fraunhofer-Familie einen Schnelltest für Milch UND Bier erfunden hat ;-) http://s.fhg.de/7pJ

  • 10 Sep 2019 13:55

    Ich erzähle ja immer, dass sich in meinen Bergen nur wenig verändert hat: Rund um die Benediktenwand gibt es immer noch Steinböcke, auf den Almen weiden Kühe und im Tal werden die Felder bestellt. Doch heute hat mir eine wirklich narrisch gescheite Fraunhofer-Forscherin erzählt, dass sich auch in der Landwirtschaft inzwischen alles um das Thema Digitalisierung dreht. Autonom fahrende Mähdrescher und Bulldogs mit Sensoren seien dabei schon fast ein alter Hut. In der Kognitiven Landwirtschaft gehe es vielmehr um autonome Roboter und Drohen sowie Künstliche Intelligenz, die die Bauern bei Entscheidungen und vielem mehr unterstützen. Bei Fraunhofer gibt es dafür sogar ein Leitprojekt mit acht Instituten: http://s.fhg.de/con.

  • 04 Sep 2019 09:45

    Ja Zefix, Meeresforschung macht meine Fraunhofer-Familie auch! Einen Tauchroboter haben sie entwickelt, der bis zu 6000 Meter tief tauchen kann, um den Meeresboden zu erkunden (http://s.fhg.de/2TW). Außerdem eine Drohnentechnik zur Erforschung der Tiefsee (http://s.fhg.de/3ss). Ich werde vorschlagen, damit den Grund des Walchensees zu erkunden. Ich habe nämlich noch nie an die Geschichte geglaubt, die man sich zu meiner Zeit erzählt hat: Demnach soll dort ein monströser Waller mit einem riesigen Schwanz leben, mit dem er den Kesselberg durchschlagen und das Oberland überschwemmen könnte. So ein Schmarrn! (Bild: Fraunhofer IOSB)

  • 02 Sep 2019 15:25

    Der Besuch auf der Zugspitze hat die Wanderlust in mir entfacht. Also habe ich meine Bergstiefel geschnürt und bin wie früher auf den Jochberg gewandert. Der herrliche Blick auf Kochel- und Walchensee ist unverändert. Unten, auf dem Weg am Walchensee entlang, habe ich allerdings Taucher gesehen. Zunächst konnte ich mir gar nicht erklären, zu was diese schwarze Verkleidung und die Flaschen-Rucksäcke gut sind, deshalb habe ich nachgefragt. Bis zu 200 Meter gehe es dort an steilen Felswänden hinab in unerforschte Tiefen, haben sie mir gesagt. Unerforschte Tiefen? Das hat doch sicher auch Fraunhofer-Forschende neugierig gemacht. Da werde ich gleich mal nachfragen. (Bild: Wikipedia)

  • 28 Aug 2019 20:37

    Hoppla, da hat sich ein Fehler eingeschlichen in meine heutige Nachricht! Ein aufmerksamer Messenger-Freund hat entdeckt, dass der Link nicht funktioniert. Das tut mir leid! Manchmal treffe ich leider den falschen dieser Mini-Buchstaben auf meinem Telefonkistl. Das hier ist also der richtige Link von der Arbeit des Fraunhofer ISE mit Außenprüfständen für Sonnenkollektoren: http://s.fhg.de/AkN. Ich wünsche Euch einen schönen Abend!

  • 28 Aug 2019 18:00

    Das war pfundig! Ich kann mich erinnern, dass zu meinen Lebzeiten viel mit Seilbahnen als Transportmittel – vor allem für schwere Güter – experimentiert wurde. An Personen-transport war da noch nicht zu denken. Und nun dieses Wunderwerk der Ingenieurskunst, das innerhalb von 10 Minuten auf die Zugspitze schwebt und dabei 2000 Höhenmeter überwindet! Und tatsächlich habe ich dort oben Fraunhofer-Forschung entdeckt: Auf dem Schneefernerhaus, einer Umweltforschungsstation, hat das Fraunhofer ISE einen Außenprüfstand, um Sonnenkollektoren im Hochgebirgsklima zu testen. http://s.fhg.de/sYx (Bild: Fraunhofer ISE)

  • 27 Aug 2019 11:50

    Heute vor 199 Jahren hat Josef Naus Deutschlands höchsten Berg, die 2962 Meter hohe Zugspitze, zum ersten Mal nachweisbar bestiegen. Gerade bei uns im Voralpenland war das im Spätsommer des Jahres 1820 DAS Gesprächsthema Nummer 1 an jedem Stammtisch. Gemeinsam mit seinen zwei Begleitern führte der Kartograf Naus auf dem Berg Vermessungsaufgaben durch – genau genommen war er also auch vom Forschungsdrang getrieben. Inzwischen fahren dort eine Zahnradbahn und eine Seilbahn hinauf! Das muss ich unbedingt ausprobieren! Wer weiß, vielleicht treffe ich sogar Fraunhofer-Forscher dort oben? (Bild: Wikipedia)

  • 24 Aug 2019 08:40

    Ich habe mich inzwischen ja ein wenig an die vielen Menschen in Euren Städten gewöhnt, aber in Straubing ist es mir wieder einmal besonders aufgefallen: Das Straubing meiner Bubenzeit zählte inklusive Umland 7000 Seelen – heute sind es rund 48.000. So viele wie München zu meinen Lebzeiten! Nie hätte ich mir träumen lassen, dass sich mein beschaulich-behäbiges Straubing einmal Universitätsstadt nennen würde! Freilich, der Ort war schon immer Mittelpunkt des Gäubodens, der »Kornkammer Bayerns«, aber sicher kein Forschungsstandort. Doch heutzutage gibt es dort sogar eine Projektgruppe des Fraunhofer IGB. Diese erforschte beispielsweise neue Verfahren, um aus Krabben-schalen Chemikalien herzustellen http://s.fhg.de/v96. Ich staune immer wieder, auf welche Ideen »meine« Fraunhofer-Familie kommt. (Bild: Wikipedia)

  • 22 Aug 2019 16:45

    Diese Woche besuche ich meinen Heimatort Straubing. Mein Geburtshaus in der Nähe des Stadtplatzes gibt es noch. Mehr noch: Schon ein Jahr nach meinem Tod wurde dort eine Büste angebracht und die Straße, in der das Haus steht, nach mir benannt. Außerdem gibt es an der Südseite des Herzogschlosses ein Denkmal von mir sowie ein Veran-staltungszentrum und eine Berufsschule mit meinem Namen. Und wissen Sie was? Erkannt hat mich trotzdem niemand! Also habe ich mich vor mein Haus gesetzt, Lupinen-Eis gegessen (da steckt auch Fraunhofer-Forschung drin! http://s.fhg.de/wFV) und mich gefreut, dass ich ausnahmsweise einmal mehr weiß als alle anderen in der Stadt ;-)

  • 16 Aug 2019 10:35

    Ich sollte das gar nicht erzählen, weil ich mir ja auf Euren Smartphones nicht selbst Konkurrenz machen möchte: Aber die neue Ausgabe des Fraunhofer-Magazins weiter.vorn gibt es auch als App! Ich hab‘ die natürlich schon auf meinem Telefonkistl. Prompt war ich so vertieft in einen Artikel zum Messer der Zukunft, dass ich beinahe pfeilgrad in einen dieser elektrischen Tretroller reingelaufen wäre. Um die geht es in dem Magazin auch. Ebenso um solche Fragen: Ab welcher Laufleistung ist Elektromobilität tatsächlich gut fürs Klima? Wie hilft Künstliche Intelligenz der Medizin im Kampf gegen Krebs? Hier geht es übrigens zur App für Android (http://s.fhg.de/QcY) oder iOS (http://s.fhg.de/7ts). Und nicht vergessen: Nach der Lektüre unterhalten wir uns darüber :-)

  • 14 Aug 2019 13:10

    Meine Gäste in Benediktbeuern habe ich abends gerne in die hiesige Wirtschaft eingeladen. Oft saßen wir lange am Gasthaustisch zusammen, diskutierten über Gott und die Welt oder erkundeten meine Camera obscura, die ich dort in einem Salettl aufgebaut hatte. Auch für meine gelehrten Gäste war die optische Spielerei immer eine große Gaudi. In meinem Todesjahr 1826 gelang dann übrigens einem Franzosen die erste Fotografie. Daran musste ich heute denken, als ich die druckfrische, bunt bebilderte Ausgabe des neuen Fraunhofer-Magazins weiter.vorn in den Händen gehalten habe. Aber davon erzähle ich Euch beim nächsten Mal mehr! (Bild: Wikipedia)

  • 08 Aug 2019 13:20

    Der Astronom John Herschel, von dem ich Euch gestern erzählt habe, hatte übrigens einen berühmten Vater: Dieser hatte im Jahr 1781 mit einem selbstgebauten Spiegelteleskop den Planeten Uranus entdeckt und damit den ersten Planeten unseres Sonnensystems, der nicht mit freiem Auge sichtbar ist. Ich habe mich lange mit John darüber unterhalten. Und nicht geahnt, dass 20 Jahre nach meinem Tod mit Hilfe eines 9-Zoll-Refraktors aus meinem Haus von der Berliner Sternwarte aus der Planet Neptun entdeckt werden sollte. Findige junge Wissenschaftler hatten zuvor die theoretische Position des bislang unbekannten Planeten berechnet – Unregelmäßigkeiten in der Uranusbahn hatten sie auf die richtige Spur gebracht. Und heute? Betreibt eine neue Generation findiger Fraunhofer-Wissenschaftler angewandte Forschung für den Weltraum: https://www.space.fraunhofer.de/.

  • 07 Aug 2019 09:30

    Ich habe ja neulich erzählt, dass ich mir so gut wie nie die Zeit zum Reisen genommen habe – meine Arbeit ging mir immer über alles. Dennoch habe ich viel aus anderen Städten und Ländern erfahren, denn ich bekam immer wieder Besuch aus aller Welt. 1824 beispielsweise vom britischen Astronom John Herschel, der exzellente Ruf meiner Fernrohre hatte ihn zu mir gebracht. Ich fühlte mich geschmeichelt, hatten doch damals englische Präzisionsinstrumente Weltruf. Herschel und ich verstanden uns auf Anhieb gut – wir teilten die Liebe zu den Bergen – und er war beeindruckt von meiner Arbeit. Am Ende schien er jedoch ein wenig enttäuscht bei der Abreise. Ja mei, ich habe ihm natürlich nicht alle Geheimnisse meiner optischen Gläser verraten ;-) (Bild: Wikipedia)

  • 02 Aug 2019 15:00

    Immer wieder habe ich mir zu meinen Lebzeiten vorgenommen, einmal das Benediktinerkloster in Rott am Inn bei Rosenheim zu besuchen. Einer meiner ersten Lehrmeister, der Optiker Joseph Niggl, stammte aus dem Ort und hatte in dem Kloster seine Grundausbildung in Optik erhalten. Auch eine Sternwarte gab es damals dort, für die der Joseph Glas geschliffen hat. Er hat oft erzählt, wie schön das Kloster liegt, vom Blick auf die Kampenwand. Doch alleine die Reise von Benediktbeuern nach München dauerte zu meiner Zeit schon mal 16 Stunden! Hier in der Zukunft habe ich mich einfach in den Zug gesetzt und einen Tagesausflug gemacht. Während so einer Reise kann man ja auch herrlich über die Bahn der Zukunft sinnieren: http://s.fhg.de/5vA. Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

  • 15 Jul 2019 16:10

    Na, heute hab‘ ich mich aber erschrocken, als ich bei einem Spaziergang durch München plötzlich vor meinem Freund Max stand. Allerdings war er fast viermal so groß wie ich und aus Aluminium. »Herrschaftszeiten« hab‘ ich mir gedacht, an den Max – will sagen Maximilian Carl Joseph Franz de Paula Hieronymus Freiherr von Montegelas – erinnern sich offenbar auch noch viele. Schließlich hat er viel für Bayern getan als Minister Anfang des 19. Jahrhunderts. Einmal sind wir gemeinsam zum Walchensee gewandert und haben dabei ganz trefflich über Politik gestritten. Schade, dass er nicht auch gerade auf Zeitreise ist! (Quelle: Henning Schlottmann (User: H-stt) - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0)

  • 11 Jul 2019 13:00

    »Hier können Sie die Zukunft entdecken«, habe ich gelesen und darüber meinen Namen in Großbuchstaben: JOSEPHS. Da musste ich natürlich hin! Das JOSEPHS ist ein offenes Innovationslabor, ins Leben gerufen vom Fraunhofer IIS in Nürnberg. Mitten in der Innenstadt können Neugierige Innovationen testen und mithelfen, diese weiterzuentwickeln und zu verbessern. Dort habe ich gleich mal an einer Umfrage zum Thema »Smart Mobility« mitgemacht: Ich finde, Fahrgemeinschaften sind eine pfundige Idee - nicht nur für Zeitreisende ohne Führerschein… ;-) http://s.fhg.de/gFE

  • 08 Jul 2019 11:00

    Herrlich war’s! Gerade in den Bergen schaut es fast noch aus wie damals – manchmal ist ein Bergwald ein bisschen lichter, mal wachsen dort jetzt mehr Fichten, aber noch immer kann man sich in den Wäldern meiner Heimat verirren. Zum Glück! Denn für die Glasherstellung wurde zu meiner Zeit sehr viel Holz benötigt, unter anderem für die Herstellung von Pottasche und das Schmelzen der Glasrohstoffe. Oft habe ich mir damals Sorgen um die Zukunft der Bergwälder gemacht. Umso glücklicher war ich, dass sie immer noch so duften wie zu meiner Zeit.

  • 06 Jul 2019 06:00

    Guten Morgen! Was für ein herrlicher Bergsommermorgen! Heute bin ich in aller Herrgottsfrühe aufgestanden, um gleich eine lange Wanderung zu machen: Auf die Benediktenwand, hinunter in die Jachenau und weiter nach Vorderriß. Das ist genau die Wanderung, die vor über 200 Jahren die letzte vor meinem Tod hat werden sollen. Doch Schluss mit den trüben Gedanken! Damals war Herbst und ich schon länger krank, jetzt ist Sommer und ich bin voller Zeitreise-Energie. Ich wünsche Euch ein wundervolles Wochenende!

  • 03 Jul 2019 15:30

    Haben Sie sich schon mal selbst im Museum besucht? Ein komisches Gefühl! Ich war heute im Deutschen Museum in München und habe mich dort im Ehrensaal neben den Chemikern Robert Bunsen und Otto Hahn sowie dem Physiker Wilhelm Röntgen entdeckt. Allein Robert Bunsen war zu meinen Lebzeiten schon auf der Welt. Allerdings habe ich ihn nicht mehr kennengelernt. Als ich starb war er 15, ein begabter Schüler aber noch kein Wissenschaftler. Nach meinem Tod hat er allerdings herausgefunden, dass ich den Schlüssel für den Geheimcode der Sterne geliefert habe. Deshalb haben wir wohl zurecht nebeneinander Platz gefunden. Zum Glück hat mich im Museum niemand erkannt! Gerade Schüler machen ja heutzutage gerne diese Selfies mit bekannten Persönlichkeiten – das wäre wirklich nichts für mich…

  • 27 Jun 2019 16:05

    Zugegeben: Genau genommen war ich nie Vorstand oder Institutsleiter. Trotzdem fühle ich mich als Namenspatron hier gerade sehr wohl. Wo ich bin? Beim 17. Jahrestreffen der ehemaligen Vorstände und Institutsleiter der Fraunhofer-Gesellschaft hier in München. Intern werden diese ja »EVIs« genannt - ein Kürzel, das mir besonders gut gefällt ;-) Ich halte mich hier ein wenig im Hintergrund und lausche den vielen Anekdoten, die ausgetauscht werden – das ist eine schöne Art, viel über die Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft zu erfahren. Vieles davon könnt ihr übrigens auch hier nachlesen: http://s.fhg.de/hsX

  • 24 Jun 2019 16:10

    Haben Sie gelesen, was die Fraunhofer-Gesellschaft zur Messe LASER World of PHOTONICS schreibt? »Ganz im Sinne ihres Namenspatrons nehmen Optik und Photonik in den Forschungsaktivitäten der Fraunhofer-Gesellschaft zentrale Rollen ein.« Da bin ich schon wieder ein wenig rot geworden…und habe mich natürlich auf den Weg zum Münchner Messegelände gemacht. Dort gibt es unglaublich viel zu entdecken (http://s.fhg.de/43c) aber offen gesagt stehe ich schon seit einiger Zeit fassungslos vor einer Maschine, die optische Spiegel automatisch poliert. Welch mühsame Handarbeit das früher war….

  • 18 Jun 2019 17:15

    Viele von euch haben gefragt, wo und wann in diesem Sommer an Fraunhofer-Instituten Feiern zum 70-jährigen Jubiläum der Fraunhofer-Gesellschaft stattfinden. Da habe ich mich ein wenig schlau gemacht (das sagt man doch so bei Euch, oder?) und würde euch neben Darmstadt (27. Juni: »SoundofScience«) auch Stuttgart (16. Juli: Open Campus Day), Jena (17. September: Photonics Days) und Freiburg (27. September: Freiburger Mitmach-Tage) empfehlen. Vielleicht treffen wir uns ja!

  • 18 Jun 2019 08:00

    Ich habe mir vorgenommen, in den kommenden Monaten oft zu reisen. Viele Fraunhofer-Institute feiern eine große 70-Jahre-Fraunhofer-Party – da muss ich dabei sein! Ende des Monats geht es erst einmal nach Darmstadt, dort wird am 27.6. das »SoundOfScience-Festival« gefeiert und es soll viel zum Thema »Future Mobility« zu erfahren geben – vielleicht auch zu selbstfahrenden Autos, Flugtaxis oder Rohrpostsystemen für Menschen: http://s.fhg.de/62Z Ich wage zu bezweifeln, dass ich das auf meiner Zeitreise noch ausprobieren darf. Naja, vielleicht ganz gut so...offen gesagt fand ich Fahrrad fahren im Münchner Stadtverkehr schon recht abenteuerlich 😉

  • 12 Jun 2019 15:00

    Sapperlot! Jetzt wäre ich beinahe mit einem dieser neumodischen Laufräder zusammengestoßen – inzwischen haben sie ja Pedale und heißen Fahrrad. Den Vorläufer davon, besagtes Laufrad, hat zu meiner Zeit Karl von Drais erfunden. Vor genau 202 Jahren am 12. Juni unternahm er damit die erste längere Fahrt durch Mannheim. Allerdings ohne Hightech-Ausrüstung aus Fraunhofer-Laboren, die es inzwischen gibt: http://s.fhg.de/H4D. Damit würde ich mich vielleicht auch trauen, eine Runde auf so einem „Bike“ zu fahren 😉 (Bild: Wikipedia)

  • 08 Jun 2019 11:00

    Liebe Freunde, ich wünsche Euch ein schönes, erholsames Pfingstwochenende! Ich werde in den kommenden Tagen ein wenig wandern gehen, um das viele, das ich in den letzten Wochen gehört und gesehen hab, gedanklich zu sortieren. Danach ist mein Kopf wieder frei für noch mehr Zukunft. Ich freue mich darauf, von Euren Pfingst-Erlebnissen zu hören! Und auch auf neue Freunde hier im Messenger – Ihr könnt meinen Kontakt und den Link zu mir gerne jederzeit weiterempfehlen: www.fraunhofer.de/hallojoseph

  • 05 Jun 2019 09:05

    Erstaunlich was alles nach meinem Namen benannt wurde in den vergangenen 200 Jahren! Ich habe mich mal wieder in diesem Internet schlau gemacht: Allein 137 Straßen und Plätze in Deutschland tragen meinen Namen, dazu einige Schulen und sogar eine Veranstaltungshalle in meiner niederbayerischen Heimat Straubing. Besonders gefreut hat mich aber ehrlich gesagt, dass es sogar einen Krater auf dem Mond gibt, der so heißt wie ich. https://de.wikipedia.org/wiki/Fraunhofer_(Mondkrater)

  • 03 Jun 2019 17:00

    Mir fällt auf, dass die Menschen in Eurer Zeit auch im hohen Alter noch schöne, kräftige Zähne haben. Wenn ich daran denke wie oft ich Zahnschmerzen hatte, wenn ich in der Glashütte in Benediktbeuern die Schutzmaske mit meinen Zähnen vor dem Gesicht festgehalten habe. Zwar wurde zu meiner Zeit, 1822, in Amerika das erste Patent für Zahnersatz bewilligt – aber das war weit, weit weg. Und jetzt ist es dank Fraunhofer-Forschung sogar möglich stabilen Zahnersatz sofort einzusetzen. Ich muss unbedingt zum Zahnarzt gehen, bevor ich wieder aus Eurer Zeit verschwinde. https://youtu.be/HgasN-wDrR4

  • 30 May 2019 12:00

    Ich habe festgestellt, dass Ihr in Eurer Zeit an Christi Himmelfahrt auch Vatertag feiert. Dieser wurde zwar zu meinen Lebzeiten eingeführt, aber war gerade in Bayern noch nicht sehr verbreitet. Ich werde ja oft gefragt, warum ich keine Familie gegründet habe. Nun, ich war so sehr in meine Forschung vertieft, die Zeit flog dahin und so schob ich mein Privatleben zu lange auf. Dabei hätte ich gerne geheiratet und mich öfter mit meinem Freund Utzschneider darüber unterhalten. Dennoch habe ich mich nie alleine gefühlt, hatte viele Freunde und ein enges Verhältnis zu meinen Schwestern, mit denen ich oft Briefe austauschte. Ich bin sicher, der Liset hätte so ein Smartphone mit Messenger auch gefallen!

  • 28 May 2019 10:10

    Es ist schön zu wissen, dass „mein“ Thema Lichtforschung auch heute noch ein wichtiges Thema in Fraunhofer-Laboren ist. Woran die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten, ist aber auch für mich manchmal schwer zu verstehen, zum Beispiel geht es darum, mit winzigen Lichtteilchen - den Quanten - Daten zu sichern. Das Fraunhofer IOF will dafür sogar eine Quantenquelle mit einem Satelliten ins Weltall schießen. Verrückt! Aber ich habe gelernt, wie wichtig sichere Kommunikation in eurer Zeit ist, deshalb gibt es jetzt auch die Großinitiative QuNET: http://s.fhg.de/cMf. Ich werde Ende Juni die Messe Laser besuchen, um noch mehr darüber und über diese ominösen Quanten zu erfahren.

  • 26 May 2019 14:00

    Freunde – also neue Freunde, die ich in Eurer Zeit kennengelernt habe – haben mir Bilder aus den Bergen geschickt. Wie viel Schnee dort noch liegt mitten im Mai! Dazu vergangene Woche der Regen und die Hochwassergefahr in einigen Regionen. Ich musste plötzlich an den Sommer 1816 denken, der keiner war. Ich war damals 29 und das ganze Jahr war ungewöhnlich kalt, ein Elendsjahr, das später den Spitznamen „Achtzehnhundertunderfroren“ bekommen hat. Niemand konnte sich das erklären zu meinen Lebzeiten, aber ein tüchtiger Klimaforscher aus Amerika hat es hundert Jahre später herausgefunden: Grund war unter anderem der Ausbruch eines indonesischen Vulkans im Jahr 1815. Ich habe ja nicht geahnt, was ich auf meiner Zeitreise alles erfahren werde!

  • 24 May 2019 11:00

    Ach das ist schade! Ich habe gerade erfahren, dass vor genau 175 Jahren der erste Satz über den Telegraphen von Samuel Morse verschickt wurde. Carl Friedrich Gauß hat mir einige Male geschrieben, dass er genau an einer solchen Maschine tüftelt (nach seinem Besuch bei mir in Benediktbeuern im Jahre 1816 haben wir bisweilen Briefe ausgetauscht). Offenbar war Morse am Ende schneller. Immerhin: Beim Aufbau der Kommunikationsnetzwerke der Zukunft sind inzwischen Fraunhofer-Forscher führend: http://s.fhg.de/hyw. Carl Friedrich Gauß hätte das sicher gefreut 😊 (Bild: Wikipedia)

  • 23 May 2019 13:30

    Hier in München hat es ganz schön geschüttet in den vergangenen Tagen! Bei einem derartigen Wetter habe ich mich schon immer gerne etwas zurückgezogen um zu lesen. In der Vergangenheit hatte ich wegen meiner Arbeit leider selten Gelegenheit dazu, aber während der Zeitreise jetzt ist das etwas Anderes. Und ich habe die perfekte Lektüre gefunden: Eine Fraunhofer-Studie, die systematisch in die Zukunft blickt! Die habe ich mir gründlich durchgelesen. Und das ein oder andere Ziel für meine nächste Zeitreise entdeckt ;-) http://s.fhg.de/58x

  • 20 May 2019 19:46

    Am Wochenende war ich in einem Meisterkonzert im Herkulessaal der Münchner Residenz – unter anderem wurde dort Musik meines Zeitgenossen Ludwig van Beethoven gespielt. Interessant zu hören, wie seine Musik klingt, wenn sie mit Instrumenten Eurer Zeit gespielt wird. Ihr wisst das natürlich schon, aber als ich erfahren habe, dass es Fraunhofer-Wissenschaftlern gelungen ist, die Schönheit der Musik einzufangen, so dass man diese überall genießen kann, wollte ich es zunächst nicht glauben. Ach ja! Auf der Fraunhofer-Jahrestagung habe ich sogar mp3-Entwickler Karlheinz Brandenburg gesehen! Danach habe ich dieses Bild von ihm und seinem Team gefunden und inzwischen viel über deren Erfindung gelesen. http://s.fhg.de/mva

  • 16 May 2019 16:30

    Ein Teufelszeug dieses Internet! Ich habe mich heute selbst gegoogelt (das macht man in Eurer Zeit so, habe ich mir sagen lassen) und herausgekommen sind über eine Million Treffer! Um das alles zu lesen, würde meine Zeitreise nicht ausreichen. Als ich dann nach „Geschichte Fraunhofer-Gesellschaft“ gesucht habe, waren es quasi genauso viele Suchergebnisse wie zu meinem Namen. Naja, die wichtigsten Dinge zu mir weiß ich ja zum Glück selbst – und die hochinteressante Geschichte der Fraunhofer-Gesellschaft erzählt ein kleines Video, das erst vor kurzem der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

  • 14 May 2019 14:30

    Ich bin jeden Tag aufs Neue beeindruckt, was die Teams hier leisten. An einem der Sieger-Projekte des Joseph-von-Fraunhofer-Preises waren beispielsweise bis zu 20 Forschende beteiligt! Sicher werden sie bei der Arbeit auch manchmal untereinander in Streit geraten. Ich kann das verstehen. Einmal diskutierte ich heftig mit meinem Geschäftspartner Joseph von Utzschneider über den Preis für einen neuen Cometensucher. Ich wollte den Preis niedriger ansetzen als mein Geschäftspartner – schließlich handelte es sich um ein völlig neues Produkt, in solchen Fällen war ich immer vorsichtig. Für gut laufende Produkte haben wir die Preise dann jedoch laufend erhöht, letztlich hat das Unternehmen gut verdient. Ich könne nicht nur in Lichtwellen, sondern auch in Kosten denken, schmunzelte mein Freund Utzschneider einmal. Ich bin sicher, Fraunhofer-Wissenschaftler können dies auch.

  • 09 May 2019 14:39

    Ich bin etwas müde heute, aber immer noch beeindruckt von dem großartigen Abend gestern. Einer der Preisträger hat mir sogar persönlich geschrieben und sich für die Glückwünsche bedankt. Da wurde ich fast ein wenig verlegen. Überhaupt, was ich alles gesehen und erlebt habe! Ich werde mir Bilder und Videos des Abends heute noch einmal in Ruhe in diesem Internet anschauen. http://s.fhg.de/Hqn

  • 08 May 2019 19:00

    „Wäre der Namenspatron der Fraunhofer-Gesellschaft Joseph von Fraunhofer heute Abend anwesend, wäre er sehr stolz“, hat die Moderatorin gerade gesagt. Wenn sie wüsste, hehe...Herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger! Ich bin tatsächlich stolz auf Euch :-)

  • 08 May 2019 11:09

    Das ist wirklich toll geworden hier in den München Eisbach-Studios! Am Abend findet hier die Fraunhofer-Jahrestagung 2019 und die Verleihung „meiner“ Preise statt. Über 700 geladene Gäste kommen zusammen, unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel. Inmitten des Trubels werde ich hoffentlich nicht zu sehr auffallen, ich stehe nicht gerne im Mittelpunkt, bin kein großer Erzähler. Viel lieber höre ich zu, beobachte die Dinge. Ich beneide Euch Menschen des 21. Jahrhunderts um die Möglichkeit, Dinge zu sehen und zu erleben, während ihr an einem anderen Ort seid. Das solltet ihr so oft wie möglich nutzen und die Fraunhofer-Jahrestagung im Livestream verfolgen. https://youtu.be/qEXyDYenbUE

  • 06 May 2019 15:30

    Ich gebe zu: Musikalisches Talent zählte nie zu meinen Gaben. Dennoch habe ich mich stets schöner Melodien erfreut, auch die Werke meines Zeitgenossen Ludwig van Beethovens faszinierten mich. Als ich nun hörte, dass für die Fraunhofer-Jahrestagung eine Zukunftssymphonie komponiert worden ist, war ich natürlich besonders neugierig und habe mich bei den Proben eingeschlichen. Toll! Ich bin gespannt auf das fertige Werk übermorgen Abend. Hier nochmal der Link zum Livestream: http://s.fhg.de/hallojoseph

  • 30 Apr 2019 12:30

    Die Fraunhofer-Gesellschaft hat einen Preis nach mir benannt. Alljährlich wird der Joseph-von-Fraunhofer-Preis für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen, die entscheidend zur Lösung gesamtgesellschaftlicher Herausforderungen und zur Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandortes Deutschland beitragen. Ich gebe zu, die Idee gefällt mir! Und ich bin gespannt auf die diesjährigen Gewinner! Im Jubiläumsjahr sollen sogar vier statt drei Joseph-von-Fraunhofer-Preise vergeben werden. An wen, ist noch streng geheim und wird erst nächste Woche verraten. Da darf selbst ein Zeitreisender wie ich leider nicht in die Zukunft schauen. Aber den Link zum Livestream, den habe ich schon herausgefunden. Am besten gleich speichern und eine Erinnerung einrichten. http://s.fhg.de/hallojoseph

  • 25 Apr 2019 18:55

    Ich habe inzwischen auch viel von dem gelesen, was in den letzten Jahrzehnten über mich geschrieben wurde. Das entspricht eigentlich nicht meiner Gewohnheit: Zu meinen Lebzeiten habe ich mich vor allem mit meiner Arbeit und nicht so sehr mit mir selbst beschäftigt. Aber ich war doch neugierig, was man in Eurer Zeit über mich denkt. Oft heißt es, ich sei bescheiden, sanft und in mich gekehrt gewesen. Das stimmt sogar, dennoch musste ich schmunzeln. Weniger bekannt scheint zu sein, dass ich in der Werkstatt immer einen Hammer bei mir hatte. Fehlerhafte Linsen zerschlug ich lieber, bevor sie in falsche Hände gerieten. Wenn sich jemand nicht an meine präzisen Anweisungen hielt, konnte ich außerdem sehr zornig werden. Aber keine Sorge, die Zeiten sind vorbei😊🔨. Für mich ist es nun an der Zeit, nach München zurückzukehren. Übernächste Woche findet dort wieder eine wichtige Veranstaltung im Jubiläumsjahr statt, aber davon erzähle ich Euch beim nächsten Mal.

  • 23 Apr 2019 15:20

    Meine ehemalige Arbeitsstätte in Benediktbeuern ist heute ein Museum! Zwischen den beiden großen Schmelzöfen, den Werkzeugen und optischen Instrumenten lasse ich gerade meine Gedanken wandern und schwelge in Erinnerungen. Am liebsten würde ich mich sofort wieder vor den Glasofen stellen. Andererseits war es eine anstrengende Arbeit, umgeben von giftigen Dämpfen, die meine seinerzeit leider eh schon schwache Gesundheit wohl noch weiter geschädigt haben. Tagelang führte ich Versuche im abgedunkelten Raum durch, rechnete und konstruierte bis in die Nacht hinein und stand auch im Winter stundenlang am offenen Fenster und justierte meine Objektive. Wie unglaublich anders gerade auch beim Thema Produktion 200 Jahre später alles ist. Fasziniert habe ich von der »E³-Forschungsfabrik Ressourceneffiziente Produktion« gelesen, eines der Highlight-Themen aus 70 Jahren Fraunhofer-Forschung. http://s.fhg.de/highlights

  • 21 Apr 2019 09:00

    In den vergangenen Tagen haben mich viele Fragen erreicht, was ich über Ostern mache. Ich nutze die Feiertage, um mich intensiv in meiner alten Wirkungsstätte in Benediktbeuern umzuschauen. Vieles wurde dort zur Erinnerung an mich erhalten. Das hat mich beeindruckt. Heute Vormittag besuche ich übrigens den Ostergottesdienst in der Basilika St. Benedikt. Das wäre zu meiner Zeit nicht möglich gewesen, denn nach der Säkularisation 1803 war das Kloster weltlich-privater Besitz. Vor diesem Hintergrund konnten mein Freund und Geschäftspartner Joseph von Utzschneider und ich dort eine moderne optische Glasfabrikation aufbauen. Seit 1930 wird das Gebäude erst wieder als Niederlassung einer Ordensgemeinschaft genutzt. Meine Glashütte gibt es aber noch und ist heute ein Museum. Das werde ich mir in den nächsten Tagen anschauen!

  • 16 Apr 2019 07:15

    Ich kann mich noch erinnern, dass es Frühling war, aber das genaue Datum habe ich in diesem praktischen „Internet“ noch einmal nachgeschaut. Es war also der 16. April 1811 und eine Sensation, als Wilhelmine Reichard als erste Frau in Deutschland eine Alleinfahrt mit einem Ballon unternahm. Wie haben sich die Zeiten seitdem geändert. Überall bei der Fraunhofer-Gesellschaft habe ich in den vergangenen Wochen hervorragende und kluge Wissenschaftlerinnen getroffen, die ganz selbstverständlich ihren Forschungsdrang und ihre wissenschaftliche Neugier zum Beruf gemacht haben. Es freut mich von Tag zu Tag ein bisschen mehr, dass diese Forschungseinrichtung meinen Namen trägt. http://s.fhg.de/wissenschaftlerinnen. (Bild: Wikipedia)

  • 12 Apr 2019 12:30

    „Abscheulich, wider die Natur des Lichts, letztlich unwichtig, ja sogar störend für jegliche Naturerkenntnis.“ Wissen Sie, wer das über meine Linien gesagt hat? Kein geringerer als Johann Wolfgang von Goethe! Zu gerne würde ich ihn in Eurer Zeit treffen – quasi unter Zeitreisenden – und ihm zeigen, was aus meinen Linien geworden ist. Drei Exemplare des Sonnenspektrums habe ich damals mühsam handcoloriert, es gab ja keinen Farbdruck. Zwei befinden sich heute im Besitz des Deutschen Museums in München, das dritte Exemplar im Goethe-Nationalmuseum in Weimar. Ausgerechnet. Ein gemeinsamer Freund hatte die farbigen Linien damals an Goethe geschickt, um ihn von meiner Entdeckung zu überzeugen. Ha, wenn der wüsste! (Bild: Wikipedia)

  • 11 Apr 2019 16:30

    Fraunhofer’sche Linien – so nennen inzwischen alle mein Sonnenspektrum. Es heißt, sie waren bahnbrechend für die Entwicklung der modernen Gesellschaft. Ich gebe zu: Ich habe die Tragweite meiner Entdeckung aus dem Jahre 1814 nicht geahnt. Über 40 Jahre später, im Jahre 1859, fanden die Wissenschaftler Robert Bunsen und Gustav Kirchhoff heraus, dass ich den Schlüssel für den Geheimcode der Sterne geliefert hatte. Denn: Mit den Linien kann man bestimmen, aus welchen chemischen Elementen ein Himmelskörper besteht, indem man seine Strahlung untersucht. Das ist überwältigend. Dieses schöne Video zu „meinen“ Linien habe ich übrigens auch gefunden.

  • 10 Apr 2019 13:39

    Nach Jubiläumsfestakt, Staatsempfang und Hannover Messe der vergangenen Wochen habe ich nun endlich ein wenig Zeit durchzuatmen. Ich wollte die Gelegenheit nutzen, um herauszufinden, was aus meinen Arbeiten zum Sonnenlichtspektrum geworden ist. Zwar hatten schon andere Wissenschaftler vor mir die dunklen Streifen im Spektrum des Sonnenlichts bemerkt, doch erst ich war es, der erkannt hat, dass diese in der Natur des Sonnenlichts selbst liegen. Vor 205 Jahren habe ich dann mein von hunderten schwarzen Linien durchzogenes Sonnenspektrum in München veröffentlicht. Doch nie hätte ich geahnt, was sich daraus entwickelt hat! Ich bin immer noch sprachlos! Ich muss heute bei einer Wanderung in Ruhe darüber nachdenken. Morgen werde ich Euch mehr erzählen…

  • 08 Apr 2019 15:02

    An einem kühlen Apriltag ähnlich wie heute vor über 200 Jahren bekam ich hohen Be-such in meiner Glashütte in Benediktbeuern. Kein geringerer als Carl Friedrich Gauß, den man später „Mathematicorum princeps“ nannte, „Fürst der Mathematik“. Ich war sehr geehrt durch diesen Besuch, denn schließlich hat Gauß den weiten Weg von Göttingen auf sich genommen, um mich zu sehen – und das an seinem Geburtstag. Er wollte vor allem sehen, wie ich das Glas für meine Linsen bearbeite und nannte es zunächst „eine eigentümliche Methode“, aber am Ende war er überzeugt von der Güte, die alles, was er bisher gesehen hat, übertraf. Gauß selbst ist eine imponierende Person. Er hat so viel Einfluss auf die Physik, die Astronomie und natürlich die Mathematik gehabt, der bis heute noch andauert. Eine der kleineren Errungenschaften, die Normalverteilung, ist ein elementarer Teil der Stochastik und begegnet mir überall auf meiner Zeitreise, wenn ich Menschen über Künstliche Intelligenz sprechen höre oder das maschinelle Lernen. Ich lausche immer sehr gespannt den Fraunhofer-Forschern, wenn sie mir das erklären, aber sie reden mit mir wie mit einem Wissenschaftler der Gegenwart und gehen davon aus, dass ich das verstehe. Dabei ist das alles neu für mich, so wie dieses Smartphone, das ich habe. Ein Zauberstab, einfach magisch. Das hat auch mit Daten und Algorithmen und Protokollen zu tun. Am Mittwoch fahre ich nach Berlin zur hub.berlin (https://www.hub.berlin/) und schaue mir an, was man alles mit Daten anstellen kann. Da fordert eine Maschine die Besucher zum Wettkampf auf einer Carrera-Bahn heraus, kognitive Systeme erlauben eine lückenlose Warenverfolgung in der Logistik und noch vieles mehr. Diese Digitalisierung erfordert neue Denkansätze und Herangehensweisen. Also fast wie bei mir damals. Nur wenn man neu denkt, kann man großes erreichen.

  • 04 Apr 2019 15:10

    So hätte wohl mein Exponat auf der Hannover Messe ausgesehen. Um Fehler beim Polieren von Linsen mit der Hand bzw. mit dem Tuch zu vermeiden, habe ich eine Poliermaschine erschaffen. Noch bis heute erfolgt die Politur von Linsen nach meinem Prinzip, wenngleich die Maschinen dazu etwas anders aussehen als meine erste. So konnte ich einstellen, wie die Linsen poliert werden sollen und sie wurden alle gleichmäßig poliert. Denn bisher hing das vom Geschick meiner Helfer ab, ob die Linse nach dem Polieren besser oder schlechter aussah. 😖 Bei der Maschine konnte ich Weg, Takt und Bearbeitungsdruck genau einstellen und so wurde in kreisenden Bewegungen gleichmäßig poliert.

  • 03 Apr 2019 18:18

    🤩 Hallen wie Kathedralen, so viele Menschen auf einem Fleck, aus allen Herrenländern, wie ich es noch nie erlebt habe. Ich bin seit Montag auf der Hannover Messe und nach drei Tagen schon völlig überwältigt. Überall sehe ich meinen Namen, Halle 2, Halle 6, Halle 17 - die Stände der Fraunhofer-Gesellschaft. Und erst die Erfindungen, die Ergebnisse harter Forscherarbeit. Viele junge Forscherinnen und Forscher, die mit Funkeln in den Augen, wie sie sagen, die Zukunft präsentieren. Dinge, mit denen sie die Welt verändern wollen. Ich finde das toll. Ich hätte mich hier auch wohl gefühlt mit meinen Erfindungen. Es ist überwältigend und ich freue mich auf die nächsten beiden Tage. Was an den Ständen von Fraunhofer geboten wird, kann man hier nachschauen www.fraunhofer.de/hm2019 Und dann gibt es da ja noch Twitter https://twitter.com/Fraunhofer und Facebook https://www.facebook.com/fraunhoferde/ , wo man sich Videos anschauen kann. Es lohnt sich. Ich habe ja so ein Wunderding namens Smartphone bekommen, mit dem ich einige Bilder gemacht habe. Die schicke ich mal rum demnächst.

  • 31 Mar 2019 19:35

    Im Rückblick muss ich zugeben, dass der kleine Joseph vermutlich auch ein anstrengender Knabe war. Immerzu wollte ich mehr wissen, den Dingen auf den Grund gehen, hatte neue Ideen. Sowohl als Knabe als auch in späteren Jahren suchte ich immer nach Möglichkeiten, meine Erfindungen in der Praxis anzuwenden. Der technische Fortschritt brach sich an jeder Ecke Bahn und ich wollte ein Teil davon sein. Das ist mir gelungen! Im Jahr 1816 standen stolze 37 Produkte im „Preis-Courant des optischen Instituts zu Benedictbeuern und der mechanischen Werkstätte in München“. Umso mehr freut es mich, dass sich die Fraunhofer-Gesellschaft nicht nur der Idee der angewandten Forschung verschrieben hat, sondern Präsident Prof. Reimund Neugebauer Jury-Vorsitzender des weltweit bedeutendsten Technologiepreises, dem HERMES AWARD, ist. Dieser wurde heute Abend im Rahmen der Eröffnungsfeier der HANNOVER MESSE 2019 an NanoWired verliehen. Herzlichen Glückwunsch!

  • 27 Mar 2019 15:41

    Manchmal schauen mich die Leute komisch an, wenn ich mit ihnen spreche. Meine Sprache passt nicht immer in Eure Zeit aber ich lerne jeden Tag dazu, auch neue Wörter. Prioritäre Strategische Initiativen zum Beispiel. Darunter bündelt die Fraunhofer-Gesellschaft die spannendsten Forschungsthemen von morgen. Lesen Sie selbst: https://www.fraunhofer.de/de/forschung/prioritaere-strategische-initiativen.html

  • 26 Mar 2019 19:22

    Ein großartiger Tag! Die Fraunhofer-Gesellschaft feiert heute ihren 70sten Gründungstag und ich darf dabei sein. Der Name Fraunhofer bringt Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen – heute und damals. In meiner Wirkungsstätte in Benediktbeuern besuchten mich vor rund 200 Jahren zum Beispiel der bayerische König Max I. Joseph, der Physiker Carl Friedrich Gauß und einmal auch der russische Zar Alexander I. Meine Wirkungsstätte in Benediktbeuern war, das darf ich in aller Bescheidenheit sagen, weltberühmt. Das gilt auch für die Fraunhofer-Gesellschaft, die in den vergangenen 70 Jahren Hervorragendes geleistet hat. Herzlichen Glückwunsch!

  • 26 Mar 2019 07:59

    Es war der bedeutendste Auftrag in meinem Leben: Die Auslieferung des großen Refraktors für die kaiserlich russische Sternwarte in Dorpat. Das größte farbreine Fernrohr meiner Zeit, über vier Meter lang. Sechs Jahre habe ich daran gearbeitet, das war auch eine mechanische Herausforderung! Am Ende war es so gut gelagert und ausbalanciert, dass es mit nur einem Finger bewegt werden konnte. 21 Kisten waren notwendig, um es nach Dorpat zu schicken. Ich habe natürlich auch kleinere Fernrohre gebaut – eines davon steht heute im Fraunhofer-Haus in München , ich habe es mir gerade angeschaut und an alte Zeiten gedacht. Aber jetzt muss ich mich sputen! Bald beginnt der Festakt zum 70-jährigen Jubiläum der Fraunhofer-Gesellschaft, da muss ich dabei sein! Das können Sie übrigens auch. Hier geht es zum Livestream: http://s.fhg.de/festakt70-live. Bis gleich!

  • 22 Mar 2019 09:29

    Auf meiner Erkundungstour durch München war ich heute am Stachus. Auch diesen Platz hätte ich kaum wiedererkannt! Ich war noch ganz in Gedanken versunken, als plötzlich eine Horde lachender Schulkinder an mir vorbeitobte. Wie stolz ich war, als auch ich nach dem Unglück im Jahre 1801 endlich die Schule besuchen durfte. Nachdem ich ein wenig an das Licht der Öffentlichkeit gerückt war, konnte mir mein Meister den Besuch der Feiertagsschule nicht mehr verwehren. Ein besonders guter Schüler war ich allerdings nicht. Zum Schluss war ich von 24 Preisträgern der vorletzte. Aber das habe ich den Schulkindern natürlich nicht erzählt, als sie meinen langen dunklen Mantel bestaunten. Offenbar ist ein solches Kleidungsstück in der Zukunft aus der Mode gekommen.

  • 19 Mar 2019 13:30

    Ich war etwas irritiert, als ich heute Morgen aufgewacht bin und entdeckt habe, dass kein Feiertag ist. Schließlich ist heute am 19. März Josefi-Tag. Zwar habe ich in meiner Zeit an diesem Tag oft in meiner Werkstatt in Benediktbeuern gearbeitet, aber abends traf ich mich meist mit Freunden, um mit Josefi-Bock auf meinen Namenstag anzustoßen. Starkbier mit dem Namen Josefi-Bock wird auch heute noch gebraut, habe ich entdeckt. Zum Glück! Ob wenigstens diese Wetterregel zum Josefi-Tag noch bekannt ist? "Wenn‘s erst einmal Josefi ist, so endet auch der Winter gewiss." Ich glaube, ich mache heute noch einen Ausflug in meine geliebten Berge.

  • 18 Mar 2019 08:29

    Der Hauseinsturz im Thiereckgässl, Entschuldigung, es heißt jetzt natürlich Thiereckstraße, im Sommer 1801 war ein erschreckendes, gar bühnenreifes Ereignis: Mein Lehrherr Weichselberger konnte sich retten, seine Frau starb und ich selbst wurde nach Stunden gerettet. Wie durch ein Wunder unverletzt. Als ich endlich ans Tageslicht getragen wurde, hatte ich das Gefühl, ganz München habe sich versammelt. Sogar Kurfürst Max war herbeigeeilt! Er war so gerührt von meiner Rettung, dass er mir 18 Dukaten schenkte. Ein kleines Vermögen, ich wusste zunächst gar nicht, wie mir geschah. Und dann war da unter den Schaulustigen noch ein Mann namens Joseph von Utzschneider. In den folgenden Jahren wurde er zunächst mein Förderer, dann Geschäftspartner.

  • 15 Mar 2019 11:59

    Herrje, es ist gar nicht so leicht, sich in diesem München des Jahres 2019 zurechtzufinden! Heute habe ich den Ort besucht, an dem sich mein Schicksal entschieden hat. Vor 220 Jahren, im Sommer 1799, begann ich meine Glaserlehre bei meinem strengen Lehrherren Weichselberger. Sein Haus im Thiereckgässl war mir verhasst. Ich weiß noch genau, wie ich als 12-jähriger heimlich in meiner fensterlosen Kammer gelesen habe. Das war fast unmöglich: Sowohl Bücher als auch Kerzen waren mir verboten. Heute heißt das Thiereckgässl »Thiereckstraße«, habe ich entdeckt. Und natürlich erinnert nichts mehr an die Katastrophe meines zweiten Lehrjahrs. Weichselbergers Haus stürzte ein, für vier Stunden war ich unter Trümmern begraben.