Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2017

Holographische Messtechnik im Produktionstakt

Mit der Entwicklung der produktionstauglichen digitalen Holographie ermöglichenMarkus Fratz, Alexander Bertz und Tobias Beckmann (v.l.n.r.) die vollflächige Prüfungaller Teile im Herstellungsprozess – und das im Sekundentakt.
© Foto Piotr Banczerowski /Fraunhofer

Mit der Entwicklung der produktionstauglichen digitalen Holographie ermöglichen Markus Fratz, Alexander Bertz und Tobias Beckmann (v.l.n.r.) die vollflächige Prüfung aller Teile im Herstellungsprozess – und das im Sekundentakt.

Manchmal zählt jeder tausendstel Millimeter – etwa bei Bauteilen für die Automobil- oder Luftfahrtindustrie. Die Herausforderung ist es, während der Produktion zu überprüfen, ob die einzelnen Bauteile auch fehlerfrei und maßhaltig sind. Bisher gab es keine Methode, um dies im Sekundentakt und mit der nötigen Genauigkeit zu untersuchen.

Dr.-Ing. Markus Fratz, Dr. rer. nat. Alexander Bertz und Dr. rer. nat. Tobias Beckmann vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg haben hierfür das Verfahren der digitalen Holographie aus dem Labor in die Produktion geholt. Sie haben alle bisher bestehenden Nachteile des interferometrischen Verfahrens beseitigt und erstmals ein System entwickelt, das eine mikrometergenaue Hundertprozent-Kontrolle während der laufenden Produktion erlaubt. Es erfasst zentimetergroße raue Objekte in Sekundenbruchteilen flächig und kompensiert dabei Störeinflüsse wie Erschütterungen. Zudem ist es das weltweit schnellste, das für hochgenaue dreidimensionale Messungen am Markt verfügbar ist.

Joseph-von-Fraunhofer-Preis

Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft jährlich die »Joseph-von-Fraunhofer-Preise« für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Forscherinnen und Forscher, die anwendungsnahe Probleme lösen. 
In diesem Jahr werden vier jeweils mit 50 000 Euro dotierte Preise vergeben.