Joseph-von-Fraunhofer-Preis 2017

Ausweg aus dem Chrom-Verbot

Entwicklung und industrielle Umsetzung des extremen Hochgeschwindgkeits-Laserauftragschweißens (EHLA)

Die Entwickler des EHLA-Verfahrens Thomas Schopphoven, Gerhard Maria Backes und Andres Gasser (v.l.n.r.).
© Foto Piotr Banczerowski / Fraunhofer

Die Entwickler des EHLA-Verfahrens Thomas Schopphoven, Gerhard Maria Backes und Andres Gasser (v.l.n.r.).

Sollen Bauteile vor Korrosion und Verschleiß geschützt werden, beschichtet man sie vielfach mit einer Schicht unter Einsatz von Chrom(VI). Ab September 2017 darf das umweltschädigende Verfahren allerdings nur noch mit einer speziellen Autorisierung verwendet werden. Dieses Verbot stellt die Industrie vor enorme Herausforderungen.

Dr.-Ing. Andres Gasser und Dipl.-Ing. Thomas Schopphoven vom Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT in Aachen und Dipl.-Ing. Gerhard Maria Backes vom Lehrstuhl für Digital Additive Production der RWTH Aachen University haben eine wirtschaftliche Alternative entwickelt: Das extreme Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen, kurz EHLA. Das Verfahren ist wirtschaftlich, ressourcenschonend und umweltfreundlich, da es gänzlich ohne Chemikalien auskommt. Ein weiterer Vorteil: Über EHLA lassen sich erstmalig hitzeempfindliche Komponenten beschichten. Damit rücken auch neue Materialkombinationen in den Bereich des Möglichen.

Joseph-von-Fraunhofer-Preis

Seit 1978 verleiht die Fraunhofer-Gesellschaft jährlich die »Joseph-von-Fraunhofer-Preise« für herausragende wissenschaftliche Leistungen ihrer Forscherinnen und Forscher, die anwendungsnahe Probleme lösen. 
In diesem Jahr werden vier jeweils mit 50 000 Euro dotierte Preise vergeben.