Hugo-Geiger-Preise

Auszeichnung des wissenschaftlichen Nachwuchses

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Mit dem Hugo-Geiger-Preis zeichnet das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie drei hervorragende Promotionsarbeiten aus. Kriterien der Beurteilung sind: wissenschaftliche Qualität, wirtschaftliche Relevanz, Neuartigkeit und Interdisziplinarität der Ansätze. Benannt ist der Preis nach dem Staatssekretär Hugo Geiger, der als Schirmherr der Gründungsversammlung der Fraunhofer-Gesellschaft am 26. März 1949 fungierte. Vergeben wird ein erster, zweiter und dritter Preis. Die Dotierung beträgt 5000, 3000 und 2000 Euro.

Hugo-Geiger-Preis 2017

Die Verleihung der Hugo-Geiger-Preise fand erstmals auf dem Fraunhofer-Symposium »Netzwert« am 27. Februar 2018 statt. Überreicht wurden die Preise von der Bayerischen Staatsministerin für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, Ilse Aigner.

 

1. Preis: Astrid Bingel

Doktorarbeit zum Thema »Maßgeschneiderte TCO-Schichten und Schichtsysteme«

Aktive photonische Elemente wie Flachbildschirme, LEDs und OLEDs sind aus unserer modernen Informations- und Kommunikationstechnologie kaum noch wegzudenken. Schlüsselelemente für diese Bauelemente sind transparente und zugleich leitfähige Beschichtungen, sogenannte TCOs.

Frau Dr. rer. nat. Astrid Bingel vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF gelang es im Rahmen ihrer Doktorarbeit, TCO-Schichten mit unterschiedlichsten Transparenzbereichen und elektrischen Leitfähigkeiten zu realisieren, die physikalischen Ursachen dieser Eigenschaften zu ergründen und letzt- endlich anwendungsspezifisch verfügbar zu machen. Den Schwerpunkt legte Frau Bingel auf transparente und leitfähige Schichten auf Zinkoxid-Basis. Dabei gelang es ihr, mithilfe einer nur wenige Nanometer dicken Zwischenschicht aus Silber, ein Materialsystem zu entwickeln, welches einen vielversprechenden Ersatz für das kommerziell genutzte, jedoch teure Indiumzinnoxid bietet. Das von Frau Bingel ausgewählte Herstellungsverfahren ist etabliert, recht unkompliziert und lässt sich problemlos auf industrielle Maßstäbe hochskalieren.

 

2. Preis: Siegfried Rasthofer

Doktorarbeit zum Thema »Improving Mobile-Malware Investigations with Static and Dynamic Code Analysis Techniques«

Die Medien berichten nahezu im Wochentakt davon: Cyberangriffe, bei denen Hacker Schadcodes verteilen, bedrohen Wirtschaft, Behörden und Privatleute gleichermaßen und führen immer wieder zu großen Schäden. Besonders riskant: Verstecken sich die Schadcodes in Softwareprodukten, haben gängige Virenschutz-Programme kaum eine Chance, sie zu finden. Bisher hatten die Betreiber von App-Stores große Probleme, verschleierte schadhafte Apps automatisch zu identifizieren.

In seiner Dissertation lieferte Herr Dr.-Ing. Siegfried Rasthofer vom Fraunhofer- Institut für Sichere Informationstechnologie SIT neue Ansätze, um Schadcodes in Apps zu erkennen und zu untersuchen. Dies funktioniert sogar dann, wenn die Hacker den Schadcode verschleiern. Im Rahmen der Doktorarbeit ist unter anderem die lizenzierbare Software »CodeInspect« entstanden, die vom Fraunhofer SIT angeboten wird. Die Ergebnisse der Dissertation liefern zudem die Basis dafür, künftig auch Sicherheitsanalysen von nativem Binärcode durchführen zu können. Wichtig ist das unter anderem im Bereich von Produktionsanlagen und in Autos.

3. Preis: Maximilian Rumler

Doktorarbeit zum Thema »Großflächige Herstellung plasmonischer Filterstrukturen mittels substrat- konformer Imprintlithografie«

Bevor das einfallende Licht auf die Pixel eines Bildsensors trifft – etwa in einer Digitalkamera –, wird es von einem optischen Filter in die Primärfarben Rot, Grün und Blau zerlegt. Aktuell bestehen solche Filter aus organischen Polymeren. Diese lassen sich allerdings nicht beliebig verkleinern, zudem altern sie durch UV-Strahlen und Wärme.

Herr Dr.-Ing. Maximilian Rumler vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie IISB beschäftigte sich in seiner Dissertation mit plasmonischen Filtern, die eine Alternative zu den heute üblichen Farbfiltern bieten. Welche plasmonischen Filterstrukturen eignen sich am besten für die Bildsensorik? Mit dem Simulationsprogramm »Dr.LiTHO« aus dem Fraunhofer IISB berechnete er das spektrale Filterverhalten, untersuchte die Einflüsse unterschiedlicher Faktoren und senkte darüber hinaus die benötigte Berechnungszeit. Weiterhin optimierte er das Prägeverfahren der substratkonformen Imprintlithografi   und nutzte es erstmals dazu, plasmonische Filterstrukturen großflächig herzustellen. Herr Rumler konnte somit zeigen, dass sich großflächige photonische Strukturen im Nanometerbereich potenziell kostengünstig produzieren lassen.