Hugo-Geiger-Preise

Auszeichnung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Bayernwappen

Mit dem Hugo-Geiger-Preis zeichnet das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie drei hervorragende Promotionsarbeiten aus. Kriterien der Beurteilung sind: wissenschaftliche Qualität, wirtschaftliche Relevanz, Neuartigkeit und Interdisziplinarität der Ansätze. Benannt ist der Preis nach dem Staatssekretär Hugo Geiger, der als Schirmherr der Gründungsversammlung der Fraunhofer-Gesellschaft am 26. März 1949 fungierte. Vergeben wird ein erster, zweiter und dritter Preis. Die Dotierung beträgt 5000, 3000 und 2000 Euro.

Hugo-Geiger-Preis 2016

Hugo-Geiger-Preisverleihung 2016
© Foto Marc Müller / Fraunhofer

Die Verleihung der Hugo-Geiger-Preise findet am 14. November 2016 im Rahmen der 16. Münchner Wissenschaftstage »Wasser – Ressource des Lebens« statt. In diesem Rahmen veranstaltet die Fraunhofer-Gesellschaft einen Wissenschaftsabend. Unter dem Motto »WASSER und MEERE: entdecken – nutzen – schützen« erörtern Experten, wie die Lebensressource Wasser zukünftig für uns Menschen genutzt und gleichzeitig bewahrt werden kann.

 

1. Preis: Gerd Kilian – Optimierung von Telemetriesystemen

Doktorarbeit zum Thema »Optimierungsansätze für Telemetriesysteme durch Fragmentierung von Telegrammen«.

Unter Telemetrie versteht man heute die drahtlose Übertragung von Messwerten eines Sensors zu einer räumlich getrennten Stelle. Für das »Internet der Dinge« stellt dies eine unentbehrliche Basistechnologie dar. Funktionalität und Reichweite der Systeme werden bisher vor allem durch den Energiebedarf des Senders eingeschränkt.

Herrn Dr.-Ing. Gerd Kilian vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS gelang es im Rahmen seiner Doktorarbeit, solche Telemetriesysteme durch ein neues Konzept erheblich effizienter zu machen. Dabei werden die einzelnen Telegramme durch Fragmentierung in kleinere Teilpakete zerlegt, die zeitlich verzögert verschickt werden. Damit lassen sich sowohl die Reichweite als auch die Übertragungssicherheit der Systeme signifikant steigern. Diese Optimierungsansätze können grundsätzlich auch bei anderen paketbasierten Datenübertragungssystemen angewendet werden. Aus den Forschungsarbeiten entstanden bereits mehrere Erfindungen, die zu deutschen und internationalen Patentanmeldungen geführt haben.
 

2. Preis: Carolin Pannek – Gasochromer Brandsensor

Doktorarbeit zum Thema »Mikrosystem zur Brandgasdetektion nach dem Farbumschlagsprinzip«

Zurzeit werden überwiegend Rauchmelder zur Branderkennung eingesetzt. Sie zeigen per Streulichtmessung das Vorhandensein von Rauchpartikeln in der Luft an. Rauch entsteht aber meist spät im Brandverlauf oder gar nicht, etwa bei Schwelbränden. Erst die Detektion von Brandgasen bietet die Chance, Brände bereits in der Phase ihrer Entstehung zu entdecken.

In ihrer Dissertation liefert Frau Dr.-Ing. Carolin Pannek vom Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM mit der Entwicklung eines gasochromen Sensors erstmals eine ernsthafte Alternative zu den herkömmlichen Gassensoren, die hinsichtlich Empfindlichkeit und Haltbarkeit nicht den Anforderungen entsprechen: Die neuen Sensoren zeichnen sich durch einen geringen Energieverbrauch sowie durch höhere Empfindlichkeit und Selektivität aus. Das wellenleiterbasierte Messverfahren erlaubt zudem eine kostengünstige Herstellung, und eine Lebensdauer des Messsystems von fünf Jahren ohne Batteriewechsel ist zu erwarten. Aus der wissenschaftlichen Arbeit ist bereits ein Patent hervorgegangen.

3. Preis: Jürgen Bernard – Analyse von Zeitseriendaten

Doktorarbeit zum Thema »Exploratory Search in Time-Oriented Primary Data«

Die Menge der weltweit generierten Daten steigt exponentiell an, und damit auch der Bedarf, diese Daten sinnvoll zu analysieren und für die Entscheidungsunterstützung zu nutzen.

Herr Dr.-Ing. Jürgen Bernard vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD beschäftigte sich in seiner Dissertation mit der Analyse von Zeitseriendaten. Dabei zeigte er, wie Entwickler explorativer Suchsysteme im Rahmen eines benutzerzentrierten Designprozesses gemeinsam mit Domänenexperten leistungsfähige und anwendungsorientierte Datenanalyselösungen kreieren können. Sein wichtigstes Anwendungsfeld lag dabei in der medizinischen Forschung. Zeitbasierte Muster spielen bei Krankheitsverläufen, Blutbildern und Therapien eine wesentliche Rolle. Bei der Erforschung des Prostatakrebses konnte er gemeinsam mit der Martini-Klinik in Hamburg die Datenanalyse entscheidend erweitern. Weitere Anwendungen liegen u. a. in der Analyse der erneuerbaren Energien in Bezug auf aktuelle und geplante Energienetze sowie in der Vorhersage der Ausfallwahrscheinlichkeiten von Telekommunikationsnetzen.