Politische Empfehlungen der Fraunhofer-Gesellschaft

Weiterentwicklung des Innovations- und Transfersystems

Forschung und Entwicklung auf höchstem Niveau benötigen optimale Rahmenbedingungen, um das Angebot an neuen, transferfähigen Technologien und Kompetenzen zu erhöhen. Die Fraunhofer-Gesellschaft schlägt folgende Maßnahmen vor.

Das deutsche Wissenschaftssystem schöpft seine außerordentliche Leistungsfähigkeit aus seiner Vielfalt und den komplementären Stärken seiner Akteure. Die bisherigen drei Pakte für Forschung und Innovation haben zur Ausdifferenzierung und Weiterentwicklung der Wissenschaftsorganisationen gemäß ihren spezifischen Profilen beigetragen. Überlegungen zur Weiterentwicklung und Finanzierung des Wissenschaftssystems sollten auf einer Portfolio-Analyse aufbauen, in der Mission, Kompetenzen und tatsächliche Aktionsbereiche der Akteure abgeglichen werden. Auch zukünftig sollten die Forschungsorganisationen ihr Profil weiter schärfen. Fraunhofer bringt sich als DIE nationale Transferorganisation in die Zusammenarbeit ein. Als Partner in strategischen Kooperationen befördert sie Innovationen und den Transfer von Forschungsergebnissen in die Praxis. Gemeinsam mit ihren Schwester-Organisationen setzt sich die Fraunhofer-Gesellschaft für eine Fortsetzung des Paktes für Forschung und Innovation ein.

In den vergangenen Jahren hat die Hightech-Strategie der Bundesregierung dem Innovationsstandort Deutschland neue Impulse gegeben. Sie betont den hohen Stellenwert, den die Politik Forschung und Entwicklung zuordnet. Verbesserte Rahmenbedingungen haben zu einer höheren Innovationsdynamik geführt. Auch zukünftig sollte sich die Bundesregierung ambitionierte Ziele setzen und die Hightech-Strategie als Innovationsstrategie fortführen.

Neuesten verfügbaren Zahlen zufolge, haben Staat und Wirtschaft im Jahr 2015 erstmals 3,0 Prozent des BIP in Forschung & Entwicklung investiert. Um Deutschlands Attraktivität als Wissensschafts- und Innovationsstandort im internationalen Wettbewerb zu sichern, ist ein ambitioniertes Ziel von 3,5 Prozent bis zum Jahr 2020 zwingend erforderlich.

Jahrelang stagnierten die Forschungsausgaben deutscher Betriebe mit weniger als 250 Beschäftigten. Neueste Statistiken geben Hoffnung, dass kleine und mittlere Unternehmen zukünftig wieder mehr in Forschung und Entwicklung investieren. Um dies zu unterstützen, sollte die steuerliche Geltendmachung von Innovationsausgaben für den Mittelstand als zusätzliche Säule der Förderung von KMU eingerichtet werden. Dabei sollten F&E-Leistungen Dritter anrechenbar sein und Modelle wie Gutschriften von F&E-Leistungen geprüft werden.

Technologische Durchbrüche haben das Leben in den vergangenen Jahren stark verändert. Die Fraunhofer-Gesellschaft setzt sich für die Erforschung radikal neuer Ideen und Lösungen ein. Für Forschung, welche die Grenzen des Umsetzbaren im Sinne disruptiver Effekte ausreizt, sollten neue Förderformate entwickelt werden.

Politische Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Innovationssystems

  • Förderung von Schlüsseltechnologien: Additive Fertigung, Kognitive Maschinen, Gesundheitsforschung, Erneuerbare Energien und Speicher, Cybersicherheit, Cyber-physische Systeme
      
  • Wissenschaftssystem: Erhalt der Komplementarität und Missionsorientierung
     
  • Fortsetzung der Hightech-Strategie
     
  • Erhöhung des Anteils von Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen am BIP
     
  • Möglichkeit für KMU, Innovationsausgaben steuerlich geltend zu machen
     
  • Förderung der Erforschung radikal neuer Ideen
     
  • Einrichtung von transparenten und durchlässigen Karrierewegen in der Wissenschaft
     
  • Förderung von Leistungszentren als Element des Technologietransfers
     
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen für Wagniskapital
     
  • Einrichtung eines European Innovation Councils
 

Politische Empfehlungen der Fraunhofer-Gesellschaft

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