Prof. Reimund Neugebauer als Experte im Bundestag

Prof. Reimund Neugebauer als Experte im Bundestag

Prof. Reimund Neugebauer als Experte im Bundestag

Als einer von sieben Sachverständigen stand Prof. Neugebauer am 28. Juni in der letzten Sitzung dieser Legislaturperiode dem »Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung« im Deutschen Bundestag Rede und Antwort. Zum Thema »Bilanz und Perspektiven der Forschungs- und Innovationsförderung in Deutschland« kamen kritische Nachfragen ebenso wie ausgiebiges Lob.

Top-Themen waren die genaue Ausgestaltung einer steuerlichen Forschungsförderung sowie die Stärkung der deutschen Transferinfrastruktur durch Leistungszentren der Fraunhofer-Gesellschaft. Ein Bonus bei der Förderung der Wissenschaftsorganisationen sollte sich nach Professor Neugebauer an der Leistungsfähigkeit der jeweiligen Organisation orientieren. Die Frage nach missionsspezifischen Leistungsindizes können dabei nur über eine gemeinsame Diskussion erörtert und dann über ein Pilotprojekt Fraunhofer evaluiert werden, so Professor Neugebauer. Er betonte in seiner Stellungnahme die besondere Verantwortung der Fraunhofer-Gesellschaft innerhalb der Wissenschaftslandschaft. »Wir müssen im Innovationstransfer mehr PS auf die Straße bringen.« Durch die Erhöhung der Grundfinanzierung um 67 Mio. Euro pro Jahr werde Fraunhofer Maßnahmen bündeln und neue Projekte mit hohem Potenzial für disruptive Innovationen neu auflegen.

Zukunftsthemen für Fraunhofer
 

Zukunftsthemen für Fraunhofer sind: Kognitive Systeme, Programmierbare Materialien, Quantentechnologie, Cybersicherheit sowie die individualisierte Gesundheitsforschung. Neuen Studien zufolge sind Investitionen in die Fraunhofer-Forschung besonders gut angelegt: Mit jedem Euro öffentliche Förderung erhöht die Fraunhofer-Gesellschaft die deutsche Wirtschaftsleistung (BIP, Bruttoinlandsprodukt) um das 18-fache. Im Jahr 2014 waren das insgesamt 20 Mrd. Euro. Ausgiebiges Lob und viel Beachtung erfuhr vor allem das Hightech-Forum, dessen Geschäftsstelle von der Abteilung Wissenschaftspolitik im Präsidialstab gemeinsam mit dem Stifterverband der deutschen Wirtschaft organisiert wurde. Es leiste mit seinen partizipativen Ansätzen und den Abschlusspublikationen genau die Arbeit, um mit Transparenz die richtigen Weichen für eine neue Hightech-Strategie in der kommenden Legislaturperiode zu stellen.

Mit seiner 100. Sitzung beendet der Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung seine Arbeit für die aktuelle Legislaturperiode. Nach der Bundestagswahl am 24. September beginnt im Parlament und den Ausschüssen eine neue Wahlperiode.

Als Sachverständige waren geladen:

Prof. Dr. Uwe Cantner

Mitglied der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre/Mikroökonomik, Friedrich-Schiller-Universität Jena

 

Prof. Dr.-Ing. habil. Reimund Neugebauer

Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V., Vorsitzender des Hightech-Forums, München

 

Prof. Dr.-Ing. Andreas Nevoigt

Prorektor für Forschung und Technologietransfer an derFachhochschule Südwestfalen, Iserlohn

 

Dr. Steffi Ober

Projektleiterin Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende, Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW e.V.), Berlin 

 

Ulrich Petschow

Leiter des Forschungsfeldes Umweltökonomie und Umweltpolitik, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin

 

Lothar Schröder

Bundesfachbereichsleiter, Innovations- und Technologiepolitik, Mitglied im ver.di Bundesvorstand, Berlin

 

Dr. Markus Steilemann

Chief Commercial Officer und Mitglied des Vorstands der Covestro AG, Mitglied im VCI-Ausschuss Forschung, Wissenschaft und Bildung, Leverkusen

 

Das öffentliche Fachgespräch fand zwischen 9.30 Uhr und 12.00 Uhr in einem Anhörungsraum des Bundestages statt.