Wissenschaft und Kunst im Dialog

BRAINPALACE – BRAINPATTERNS Macht und Muster der Gedanken

Zwei künstlerische Forschungsprojekte zur Erkundung von Neurofeedback und Gedankenmustern

Ausstellungsreihe 2020/22

in Kooperation mit STATE Berlin | den Fraunhofer-Instituten für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO und Wirtschaftsmathematik ITWM | der Berlin School of Mind and Brain
 

Wie kann Wissenschaft durch Kunst inspiriert werden – und umgekehrt? Welche Parallelen gibt es in der Arbeit von Forscherinnen, Forschern und Kreativen? Wie können sie vom gegenseitigen Dialog profitieren?
Die Ausstellungsreihe »Wissenschaft und Kunst im Dialog« nimmt sich dieser Fragestellungen an und bietet beiden Disziplinen den Raum dafür.
 

Im Projekt BRAINPALACE entwickelt die Münchner Künstlerin Tatjana Busch eine Licht- und Klanginstallation, deren Erscheinungsbild durch neuronales Feedback gesteuert werden kann. Der Medienkünstler Christian Losert komponierte den Sound dazu und ist mit seinem Kollegen Daniel Dalfovo, beide Gründer des Berliner ATELIER E, verantwortlich für die Verknüpfung der EEG-Daten mit der Installation und deren Licht- und Klangsteuerung.

https://state-studio.com/program/brainpalacetwo-g2n5h

Tatjana Busch

 

BRAINPALACE − BRAINPATTERNS
Eine interdisziplinäre, audiovisuelle Kunstinstallation in Kombination mit kognitiven Neurowissenschaften  

Kann Empathie gemessen und können Gedanken sichtbar gemacht werden? Nach der erfolgreichen Entwicklung von »BRAINPALACE − Macht der Gedanken«, wird nun auch das Folgeprojekt »BRAINPATTERNS − Muster der Gedanken« im Rahmen des Fraunhofer-Netzwerks Wissenschaft, Kunst und Design gefördert.

www.art-design.fraunhofer.de/de/mediathek/bildergalerie.html

 

 

Empathie schaffen durch Neurofeedback. Eine künstlerische Intervention.

© Tatjana Busch /ATELIER E

Neue Methoden der Hirnforschung erlauben erstaunliche Einblicke in unsere Gedankenwelt. Durch neuartige EEG Messmethoden dem sog. Hyperscanning können Hirnaktivitäten von mehreren Personen gleichzeitig erfasst und erforscht werden. Die Besucher erleben im BRAINPALACE Setup eine audiovisuelle Reise in die Welt der Empathie.

Video auf Vimeo ansehen

Bremerhaven // BRAINPALACE verwandelt eine leestehende Ladenfläche in einen magischen Ausstellungsraum

Vom 3. bis 7. November 2021 folgte das künstlerische Forschungsprojekt BRAINPALACE einer Einladung des Kulturbüros von Bremerhaven und präsentierte sein Ausstellungs-Setup im leerstehenden Saturn-Gebäude in der Stadtmitte. Die Künstlerin Tatjana Busch hat die Licht- und Klanginstallation raumsituativ mit holographisch reflektierenden Wänden der neuen Raumsituation angepasst und somit einen magischen Ausstellungsort geschaffen. Wie in Kaiserslautern am Fraunhofer ITWM kam es auch hier zu einer Schaufensterinstallation, die von außen sichtbar und hörbar war. Die Besucher konnten sich durch einen QR Code live mit der Klangwelt der Installation im Inneren verbinden und über einen großen Monitor das Szenario einer interaktiven Datenerfassung mittels EEG Headsets verfolgen. Im Raum war die Installation live zu erleben, parallel dazu wurden auf einem Display die auftretenden Gehirnwellen eines Setups in einem Video visualisiert und künstlerisch umgesetzt.

BRAINPALACE – BRAINPATTERNS Macht und Muster der Gedanken
© Tatjana Busch /ATELIER E

Das Ausstellungsprojekt war im September 2021 am Fraunhofer-Institut für Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern zu sehen. Für die Ausstellung wurde eine Licht- und Klangchoreografie aus der Projektreihe an ein Atrium des Instituts angepasst. Synchron zur Lichtinszenierung entwickelte ATELIER E eine Applikation, über die sich die Besucher via QR Code außerhalb des Gebäudes mit ihrem Smartphone in die zeitgleich verlaufende akustische Welt einklinken können.

www.itwm.fraunhofer.de/de/presse-publikationen/presseinformationen/2021/2021_09_24_Brainpalace_Brainpatterns_Kunstinstallation.html



© Tatjana Busch /ATELIER E

BRAINPALACE und BRAINPATTERNS können gleichzeitig an verschiedenen Orten stattfinden. So mag BRAINPALACE in einem Ausstellungslabor für Besucher-Interaktionen und EEG-Messungen dienen, während BRAINPATTERNS in einem anderen Raum in den EEG-Daten auftretende Muster identifiziert, visualisiert und vertont. An dieser Schnittstelle arbeiten die beiden Medienkünstler Daniel Dalfovo und Christian Losert, ATELIER E.

www.christianlosert.com

danieldalfovo.de

 

 

Tatjana Busch

Tatjana Busch setzt sich mit der intuitiven Form eines Objektes auseinander und lotet deren Potenzial mit unterschiedlichen Medien aus. Sie hat visuelle Kommunikation an der Freien Hochschule für Grafik-Design & Bildende Kunst in Freiburg studiert. 2003 bis 2005 besuchte sie die Klasse von Sean Scully an der Kunstakademie München sowie den Kurs »Experimentelles Arbeiten mit Papier« bei Andreas von Weizsäcker. 2007 erhielt sie den »Haus der Kunst Preis« von Chris Dercon, 2010 erhielt sie ein Stipendium im ISCP, International Studio and Curatoria Program, New York.

Sie zeigt ihre Arbeiten in zahlreichen internationalen Ausstellungen und Messen, darunter 2017 im Pallazzo Bembo im Rahmen der Biennale von Venedig, in der White Box in München oder bei der Internationalen Licht Kunst Biennale EVI LICHTUNGEN in Hildesheim; u.a. ist sie in den Sammlungen Sal. Oppenheim / Deutsche Bank und Collection J. H.Simons Foundation, New York, vertreten.

»Licht ist Frequenz – Frequenz ist Energie – die Energien werden freigesetzt und als Qualität spürbar. Mit meinem künstlerischen Konzept untersuche ich in Verbindung mit intuitiv gebogenen Objekten das Licht und den Sound als Bewusstseinsmaterial, sowohl im physikalischen Raum als auch in der Wahrnehmung des Betrachters. Widmen möchte ich die Projekte BRAINPALACE und BRAINPATTERNS einer ästhetischen Wahrnehmung von Mitgefühl und Miteinander. Licht, Sound, Farbe, Form und Bewegung werden innerhalb eines gemeinsamen Erfühlens in einer Gruppe erlebbar gemacht. Im Neurofeedback entsteht eine soziale Skulptur.«

tatjanabusch.com

Die Medienkünstler Christian Losert und Daniel Dalfovo

In der ersten Projektphase wird Tatjana Busch von Christian Losert und Daniel Dalfovo in der technischen Entwicklung der Schnittstelle Mensch-Computer-Kunstwerk unterstützt. Christian Losert ist Komponist und Creative Technologist. Daniel Dalfovo entwickelt Kunst, Konzepte und Software. Die Medienkünstler sehen eine Herausforderung darin, die komplexen EEG-Signale der Besucher zunächst auf ihre Synchronizitäten zu untersuchen, um anschließend eine Wechselwirkung zwischen Kunstwerk, Raum und Besucher sowohl klanglich als auch visuell zu generieren.

Computersimulationen sind heute ein unverzichtbares Werkzeug bei der Gestaltung und Optimierung von Produkten und Prozessen. Reale Modelle werden durch virtuelle Modelle ersetzt. Der Mathematik kommt bei der Erschaffung virtueller Welten eine fundamentale Rolle zu. Denn Mathematik ist die Technologie, mit der diese Abbilder erzeugt und effizient in Software umgesetzt werden, der Rohstoff der Modelle und der Kern jeder Simulation.

www.christianlosert.com

danieldalfovo.de

NeuroLab am Fraunhofer IAO

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart betreibt seit 2010 ein Labor für Angewandte Neurowissenschaften und Neuroadaptive Technologien. Ziel des NeuroLabs ist es, kognitive und emotionale Prozesse während der Techniknutzung noch besser zu verstehen. Durch Erkenntnisse und Methoden der kognitiven Neurowissenschaft in Kombination mit der positiven Psychologie wird zum Beispiel erforscht, wie Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion entstehen, welche Prozesse und welche Gestaltungsmerkmale dafür verantwortlich sind.

Das NeuroLab ist Teil des Forschungsbereichs Mensch-Technik-Interaktion am Fraunhofer IAO. Die interdisziplinären Teams des Forschungsbereichs arbeiten an Lösungen, die ein effizientes Zusammenspiel von Mensch und intelligenter Technik ermöglichen: bei der Arbeit, im Fahrzeug, zuhause oder unterwegs. Sie gestalten menschzentrierte Innovationsprozesse und entwickeln bedarfsgerechte Konzepte für die IT-Sicherheit.

Fahrsimulator am Fraunhofer IAO
© Fraunhofer IAO

Computersimulation am Fraunhofer ITWM

Das im Jahr 2001 gegründete Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM sieht seine Aufgabe darin, angewandte Mathematik als »generische Schlüsseltechnologie« weiterzuentwickeln, innovative Anstöße zu geben und gemeinsam mit Projektpartnern praktisch umzusetzen. Zu den Kernkompetenzen des Instituts zählen mathematische Modelle zu den aus Experimenten und Beobachtungen gewonnenen Daten, die Verschmelzung von Daten, Modellen und Algorithmen in Simulationsprogrammen und die interaktive Visualisierung von realen Prozessen und aufgezeichneten Simulationsläufen in Bildern, Grafiken und Videos.

Fraunhofer-Netzwerk Wissenschaft, Kunst und Design: Kreativ, innovativ, relevant

Wie kann Wissenschaft durch Kunst inspiriert werden – und umgekehrt? Was haben Forschende und Kunstschaffende gemeinsam? Wie können sie einen produktiven Dialog führen und sich wechselseitig inspirieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Fraunhofer-Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design«, das im Frühjahr 2018 gegründet wurde. Es zielt darauf ab, den interdisziplinären Diskurs zwischen angewandter Forschung und Kunst zu fördern, um komplexe gesellschaftliche Herausforderungen zu identifizieren und ihnen zu begegnen.

Dr.-Ing. Gabriele Neugebauer ist Schirmherrin des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« und fördert als solche den intensiven Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Im Rahmen des Jubiläums »70 Jahre Fraunhofer-Gesellschaft« lobte das Netzwerk den Wettbewerb »Artist in Lab« aus. Die Gewinner präsentieren ihre Projekte im Rahmen der Ausstellungsreihe »Wissenschaft und Kunst im Dialog«.

»Artist in Lab«: Ausgewählte Projekte des Calls 2019

Malende Roboter, Installationen mit Nanostrukturen und ein Dolmetscher für die Sprache der Fruchtfliegen: Das sind die Ideen, die im Programm »Artist in Lab« des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« zu den Siegerprojekten gekürt wurden.

https://www.art-design.fraunhofer.de/de/programme/artist-in-lab.html

STATE Studio Berlin

Die Ausstellungsreihe des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« wird im Rahmen der laufenden Ausstellung »Field Experiments« von STATE Studio präsentiert. STATE ist eine in Berlin ansässige Initiative, die seit 2014 Wissenschaft und Gesellschaft auf eine neue Weise zusammenbringt: partizipativ, interdisziplinär und kreativ. Im STATE-Studio im Herzen von Berlin kuratiert STATE Entdeckungstouren zu den Trends wegbereitender Forschung und Innovation.

Spitzenforschung und gesellschaftliche Fragestellungen treffen hierbei auf künstlerischen Ausdruck.

»Wissenschaft und Kunst im Dialog« – unsere Motivation

»Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt – die Kunst ihre Seele.«
Maxim Gorky

Für die angewandte Forschung ist eine intensive Kommunikation unabdingbar. Unsere Arbeit wird von Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit mitgetragen. Aus dem Grund gleichen wir unsere wissenschaftlichen Ziele immer wieder mit den Interessen und Bedürfnissen der Menschen ab. Der Austausch zwischen den Mitarbeitenden soll genauso gefördert werden wie der zwischen Fraunhofer und der Öffentlichkeit. Dafür steht »Wissenschaft und Kunst im Dialog«. Die intensive und kreative Auseinandersetzung mit einer Idee, einer Fragestellung oder einem übergeordneten Thema führt oft zu neuen Sichtweisen und faszinierenden Ergebnissen. Eine Erfahrung, die Forscher und Künstler in ihrem Schaffen eint.

 

Kunst und Wissenschaft

Ausstellungen im Fraunhofer-Haus München (2003–2014)

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Janis Eitner

Hauptabteilungsleiter Kommunikation

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Hansastraße 27c
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Telefon +49 89 1205-1350

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Christina Hooge, Dr. Christian Rauch

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