© Tatjana Busch /ATELIER E

BRAINPALACE – BRAINPATTERNS

Macht und Muster der Gedanken – Neurofeedback in Kunstinstallationen

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Wissenschaft und Kunst im Dialog

BRAINPALACE – BRAINPATTERNS Macht und Muster der Gedanken

Neurofeedback in Kunstinstallationen

Ausstellungsreihe 2020/22 in Kooperation mit dem STATE Studio Berlin
Realisierung des Konzepts | Online-Aktivitäten | Ausstellungslabor

Wie kann Wissenschaft durch Kunst inspiriert werden – und umgekehrt? Welche Parallelen gibt es in der Arbeit von Forscherinnen, Forschern und Kreativen? Wie können sie vom gegenseitigen Dialog profitieren?
Die Ausstellungsreihe »Wissenschaft und Kunst im Dialog« nimmt sich dieser Fragestellungen an und bietet beiden Disziplinen den Raum dafür.

 

BRAINPALACE - BRAINPATTERNS Experimentalphase III: 2021/22

Kann Empathie gemessen und können Gedanken sichtbar gemacht werden? Nach der erfolgreichen Entwicklung des Kunst- und Wissenschaftsprojekts »BRAINPALACE - Macht der Gedanken«, wird nun auch das Folgeprojekt »BRAINPATTERNS - Muster der Gedanken« im Rahmen des Fraunhofer-Netzwerks Wissenschaft, Kunst und Design gefördert.

www.art-design.fraunhofer.de/de/mediathek/bildergalerie.html

 

Im ersten Projekt wurde BRAINPALACE der Münchner Installationskünstlerin Tatjana Busch entwickelt. Die audiovisuelle und raumgreifende Lichtinstallation bewirkt, dass Besucher in ihrem Setup einen kollektiv erlebten Zustand von Empathie erfahren. Trotz starker Beeinträchtigungen durch COVID-19 konnte das BRAINPALACE-Team im Frühjahr 2021 seine Kunstinstallation im STATE Studio Berlin ausstellen und weiterentwickeln.

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https://state-studio.com/program/brainpalacetwo-g2n5h

Tatjana Busch

 

Inzwischen ermöglicht BRAINPALACE nicht nur eine »Empathie-Reise«, sondern auch eine aktive Steuerung der Lichtinstallation durch zwei sich gegenübersitzende interagierende Personen. Dabei werden die EEG-Signale von den Besuchern der interaktiven Installation mittels Hyperscanning-Methoden des Neuro-Labs am Fraunhofer-Institut für Arbeitsorganisation IAO auf ihre Synchronizität hin analysiert. Das Erreichen gewisser Schwellenwerte führt zu einer Veränderung der Kunstinstallation. Die Objekte lösen sich in ihrer Farbigkeit auf, sie werden zunehmend transparent, während der Raum in rotes Licht gehüllt wird, dabei intensiviert sich die begleitende Soundkomposition.

www.iao.fraunhofer.de/de/labors-ausstattung/neurolab.html

 

Die Installation ist von 23. bis 26. September 2021 im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung am Fraunhofer-Institut für Wirtschaftsmathematik ITWM in Kaiserslautern zu sehen. Nachfolgend werden einige der Räumlichkeiten des Instituts als Ausstellungslabor für Weiterentwicklungen im Projekt »BRAINPATTERNS – Muster der Gedanken« dienen. Dabei steht die Identifikation von »EEG-Patterns« zunächst im Vordergrund. Darüber hinaus werden jedoch bei der Präsentation neue Wege verfolgt, einerseits durch dynamische Visualisierungen der transformierten Daten, andererseits auch durch deren zusätzliche Vertonungen, so dass sich BRAINPATTERNS als »audiovisuelles Gesamterlebnis« präsentiert.

www.itwm.fraunhofer.de

 

BRAINPALACE und BRAINPATTERNS können gleichzeitig an verschiedenen Orten stattfinden. So mag BRAINPALACE in einem Ausstellungslabor für Besucher-Interaktionen und EEG-Messungen dienen, während BRAINPATTERNS in einem anderen Raum in den EEG-Daten auftretende Muster identifiziert, visualisiert und vertont. An dieser Schnittstelle arbeiten die beiden Medienkünstler Daniel Dalfovo und Christian Losert, ATELIER E.

Empathie schaffen durch Neurofeedback. Eine künstlerische Intervention.

© Tatjana Busch /ATELIER E

Neue Methoden der Hirnforschung erlauben erstaunliche Einblicke in unsere Gedankenwelt. Durch neuartige EEG Messmethoden dem sog. Hyperscanning können Hirnaktivitäten von mehreren Personen gleichzeitig erfasst und erforscht werden. Die Besucher erleben im BRAINPALACE Setup eine audiovisuelle Reise in die Welt der Empathie.

Video auf Vimeo ansehen

Zwei künstlerische Forschungsprojekte zur Erkundung von Neurofeedback und Gedankenmustern

Die fortschreitende Digitalisierung und Beschleunigung all unserer Lebensbereiche stellt sowohl an das Individuum als auch an den Gemeinsinn große Herausforderungen. Die eigene Stimme und die unserer Nächsten hallen in den Echokammern sozialer Medien wider, politischer Dogmatismus kann Menschen auseinandertreiben, Affekte steuern das Handeln und Fakten sind in manchen Debatten nicht mehr entscheidend. Dabei kommt der Empathie als einem Grundpfeiler funktionierender Gemeinschaften weiterhin hohe Bedeutung zu. Es sind Künstler, die das Spiel mit unseren Emotionen zur Meisterschaft gebracht haben, und Wissenschaftler, die gelernt haben, unser Denken und Fühlen, unseren Geist und unser Gehirn zuanalysieren und zu verstehen. Welche neuen Impulse lassen sich im Zusammenspiel von Kunst und Wissenschaft erdenken, um Empathie, den sozialen Zusammenhalt und das Miteinander zu befördern?

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Tatjana Busch

Tatjana Busch setzt sich mit der intuitiven Form eines Objektes auseinander und lotet deren Potenzial mit unterschiedlichen Medien aus. Sie hat visuelle Kommunikation an der Freien Hochschule für Grafik-Design & Bildende Kunst in Freiburg studiert. 2003 bis 2005 besuchte sie die Klasse von Sean Scully an der Kunstakademie München sowie den Kurs »Experimentelles Arbeiten mit Papier« bei Andreas von Weizsäcker. 2007 erhielt sie den »Haus der Kunst Preis« von Chris Dercon, 2010 erhielt sie ein Stipendium im ISCP, International Studio and Curatoria Program, New York.

Sie zeigt ihre Arbeiten in zahlreichen internationalen Ausstellungen und Messen, darunter 2017 im Pallazzo Bembo im Rahmen der Biennale von Venedig, in der White Box in München oder bei der Internationalen Licht Kunst Biennale EVI LICHTUNGEN in Hildesheim; u.a. ist sie in den Sammlungen Sal. Oppenheim / Deutsche Bank und Collection J. H.Simons Foundation, New York, vertreten.

»Licht ist Frequenz – Frequenz ist Energie – die Energien werden freigesetzt und als Qualität spürbar. Mit meinem künstlerischen Konzept untersuche ich in Verbindung mit intuitiv gebogenen Objekten das Licht und den Sound als Bewusstseinsmaterial, sowohl im physikalischen Raum als auch in der Wahrnehmung des Betrachters. Widmen möchte ich die Projekte BRAINPALACE und BRAINPATTERNS einer ästhetischen Wahrnehmung von Mitgefühl und Miteinander. Licht, Sound, Farbe, Form und Bewegung werden innerhalb eines gemeinsamen Erfühlens in einer Gruppe erlebbar gemacht. Im Neurofeedback entsteht eine soziale Skulptur.«

tatjanabusch.com

Die Medienkünstler Christian Losert und Daniel Dalfovo

In der ersten Projektphase wird Tatjana Busch von Christian Losert und Daniel Dalfovo in der technischen Entwicklung der Schnittstelle Mensch-Computer-Kunstwerk unterstützt. Christian Losert ist Komponist und Creative Technologist. Daniel Dalfovo entwickelt Kunst, Konzepte und Software. Die Medienkünstler sehen eine Herausforderung darin, die komplexen EEG-Signale der Besucher zunächst auf ihre Synchronizitäten zu untersuchen, um anschließend eine Wechselwirkung zwischen Kunstwerk, Raum und Besucher sowohl klanglich als auch visuell zu generieren.

Computersimulationen sind heute ein unverzichtbares Werkzeug bei der Gestaltung und Optimierung von Produkten und Prozessen. Reale Modelle werden durch virtuelle Modelle ersetzt. Der Mathematik kommt bei der Erschaffung virtueller Welten eine fundamentale Rolle zu. Denn Mathematik ist die Technologie, mit der diese Abbilder erzeugt und effizient in Software umgesetzt werden, der Rohstoff der Modelle und der Kern jeder Simulation.

www.christianlosert.com

danieldalfovo.de

NeuroLab am Fraunhofer IAO

Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO in Stuttgart betreibt seit 2010 ein Labor für Angewandte Neurowissenschaften und Neuroadaptive Technologien. Ziel des NeuroLabs ist es, kognitive und emotionale Prozesse während der Techniknutzung noch besser zu verstehen. Durch Erkenntnisse und Methoden der kognitiven Neurowissenschaft in Kombination mit der positiven Psychologie wird zum Beispiel erforscht, wie Emotionen in der Mensch-Technik-Interaktion entstehen, welche Prozesse und welche Gestaltungsmerkmale dafür verantwortlich sind.

Das NeuroLab ist Teil des Forschungsbereichs Mensch-Technik-Interaktion am Fraunhofer IAO. Die interdisziplinären Teams des Forschungsbereichs arbeiten an Lösungen, die ein effizientes Zusammenspiel von Mensch und intelligenter Technik ermöglichen: bei der Arbeit, im Fahrzeug, zuhause oder unterwegs. Sie gestalten menschzentrierte Innovationsprozesse und entwickeln bedarfsgerechte Konzepte für die IT-Sicherheit.

Fahrsimulator am Fraunhofer IAO
© Fraunhofer IAO

Computersimulation am Fraunhofer ITWM

Das im Jahr 2001 gegründete Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik ITWM sieht seine Aufgabe darin, angewandte Mathematik als »generische Schlüsseltechnologie« weiterzuentwickeln, innovative Anstöße zu geben und gemeinsam mit Projektpartnern praktisch umzusetzen. Zu den Kernkompetenzen des Instituts zählen mathematische Modelle zu den aus Experimenten und Beobachtungen gewonnenen Daten, die Verschmelzung von Daten, Modellen und Algorithmen in Simulationsprogrammen und die interaktive Visualisierung von realen Prozessen und aufgezeichneten Simulationsläufen in Bildern, Grafiken und Videos.

Fraunhofer-Netzwerk Wissenschaft, Kunst und Design: Kreativ, innovativ, relevant

Wie kann Wissenschaft durch Kunst inspiriert werden – und umgekehrt? Was haben Forschende und Kunstschaffende gemeinsam? Wie können sie einen produktiven Dialog führen und sich wechselseitig inspirieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Fraunhofer-Netzwerk »Wissenschaft, Kunst und Design«, das im Frühjahr 2018 gegründet wurde. Es zielt darauf ab, den interdisziplinären Diskurs zwischen angewandter Forschung und Kunst zu fördern, um komplexe gesellschaftliche Herausforderungen zu identifizieren und ihnen zu begegnen.

Dr.-Ing. Gabriele Neugebauer ist Schirmherrin des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« und fördert als solche den intensiven Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft.

Im Rahmen des Jubiläums »70 Jahre Fraunhofer-Gesellschaft« lobte das Netzwerk den Wettbewerb »Artist in Lab« aus. Die Gewinner präsentieren ihre Projekte im Rahmen der Ausstellungsreihe »Wissenschaft und Kunst im Dialog«.

»Artist in Lab«: Ausgewählte Projekte des Calls 2019

Malende Roboter, Installationen mit Nanostrukturen und ein Dolmetscher für die Sprache der Fruchtfliegen: Das sind die Ideen, die im Programm »Artist in Lab« des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« zu den Siegerprojekten gekürt wurden.

https://www.art-design.fraunhofer.de/de/programme/artist-in-lab.html

STATE Studio Berlin

Die Ausstellungsreihe des Fraunhofer-Netzwerks »Wissenschaft, Kunst und Design« wird im Rahmen der laufenden Ausstellung »Field Experiments« von STATE Studio präsentiert. STATE ist eine in Berlin ansässige Initiative, die seit 2014 Wissenschaft und Gesellschaft auf eine neue Weise zusammenbringt: partizipativ, interdisziplinär und kreativ. Im STATE-Studio im Herzen von Berlin kuratiert STATE Entdeckungstouren zu den Trends wegbereitender Forschung und Innovation.

Spitzenforschung und gesellschaftliche Fragestellungen treffen hierbei auf künstlerischen Ausdruck.

»Wissenschaft und Kunst im Dialog« – unsere Motivation

»Die Wissenschaft ist der Verstand der Welt – die Kunst ihre Seele.«
Maxim Gorky

Für die angewandte Forschung ist eine intensive Kommunikation unabdingbar. Unsere Arbeit wird von Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit mitgetragen. Aus dem Grund gleichen wir unsere wissenschaftlichen Ziele immer wieder mit den Interessen und Bedürfnissen der Menschen ab. Der Austausch zwischen den Mitarbeitenden soll genauso gefördert werden wie der zwischen Fraunhofer und der Öffentlichkeit. Dafür steht »Wissenschaft und Kunst im Dialog«. Die intensive und kreative Auseinandersetzung mit einer Idee, einer Fragestellung oder einem übergeordneten Thema führt oft zu neuen Sichtweisen und faszinierenden Ergebnissen. Eine Erfahrung, die Forscher und Künstler in ihrem Schaffen eint.

 

Kunst und Wissenschaft

Ausstellungen im Fraunhofer-Haus München (2003–2014)

Contact Press / Media

Janis Eitner

Hauptabteilungsleiter Kommunikation

Fraunhofer-Gesellschaft
Hansastraße 27c
80686 München

Telefon +49 89 1205-1350

Fax +49 89 1205-771350

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Christina Hooge, Dr. Christian Rauch

Pressekontakt

STATE Studio Berlin