Wissenschaft und Kunst im Dialog

Hydrosphären

Eröffnung der Ausstellungsreihe mit dem Projekt Hydrosphären am 16. April 2019 ab 18 Uhr

»Schwarm« Rauminstallation, 2016–2019
© Stefan Wischnewski, »Schwarm«, Rauminstallation

»Schwarm« Rauminstallation, 2016–2019

© Stefan Wischnewski

Stefan Wischnewski und Gabriele Neugebauer

Das Ausstellungsprojekt widmet sich dem Thema Wasser sowohl wissenschaftlich als auch künstlerisch-philosophisch: als Ursprung allen Lebens, Urelement und kostbare Ressource. Hydrosphären zeigt raumgreifende Arbeiten des vielfach ausgezeichneten Künstlers Stefan Wischnewski und Fotografien von Dr.-Ing. Gabriele Neugebauer.

Zur Eröffnung der Ausstellung »Hydrosphären« diskutiert Stefan Wischnewski mit Fraunhofer-Forschern der Einrichtung für Marine Biotechnologie und Zelltechnik EMB und der Fraunhofer-Allianz SysWasser über das Zusammenspiel von Wissenschaft und Kunst bei der Erhaltung unserer kostbarsten Ressource. Dr.-Ing. Ursula Schließmann vom Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB stellt neue, an den Interaktionen von Mikroorganismen orientierte Ansätze für das Energie-, Abfall- und Wassermanagement vor. Und schließlich gibt der Leiter der Fraunhofer-Einrichtung EMB, Prof. Dr. Charli Kruse, einen Einblick in das Potenzial von Algenbiomasse als zukünftigen Rohstoff.

Die Objekte von Stefan Wischnewski sind schon auf den ersten Blick beeindruckend. Ein flirrendes Geflecht aus Reusen, das durch die Betrachtung von Spiegelreflexionen wie ein lebender Schwarm über dem Betrachter schwebt. Ein schwarzes Schirmgestell, von Netzen umhüllt, gleich einem Anker in metamorphosem Zustand, der sich aufzulösen scheint – mit Objekten wie diesen demonstriert Wischnewski nicht nur sein Interesse für die Symbiose von Mensch und Meer, sondern auch seine Sorge um die Veränderung der Weltmeere. Er arbeitet gerne mit klassischen Materialien und verwandelt diese auf oftmals überraschende Weise in komplexe Kunstobjekte, die Assoziationen wecken und zum Nachdenken einladen. Wischnewski entwickelte speziell für die Ausstellung mit Fraunhofer und STATE eine Installation aus unterschiedlich bearbeiteten Reusen und Konvexspiegeln, die dem Besucher eine raumgreifende Betrachtung ermöglicht.

Wischnewski hat allein durch seinen Geburtsort im Norden Deutschlands eine hohe Affinität zu Ozeanen, die sich häufig motivisch in Form von Ankern, Bojen aber auch Meereslebewesen ausdrückt. Das Besondere an der Arbeit Wischnewskis ist sein Interesse an textilen Materialien und deren überraschende Transformation in künstlerische Objekte und Rauminstallationen.

© water_on_mars, 2019 - Gabriele Neugebauer und Birds on Mars

Begeisterte »Wasser-Natur-Botschafterin« 

Dr.-Ing. Gabriele Neugebauer bezeichnet sich selbst als »begeisterte Wasser-Natur-Botschafterin«. Mit ihrer Kamera fängt sie das Wasser in seiner ursprünglichen und zugleich schönsten Form ein. Sie erfasst die ganze Bandbreite der Strukturen, Formen und Spiegelungen, vom kleinsten Tropfen über sprudelnde Fontänen und dynamische Wellen bis hin zur stillen Wasserharmonie – es fließt, funkelt, glänzt, spiegelt und spritzt.

Die Auseinandersetzung der Fotografin Neugebauer mit dem Thema Wasser wird von Birds on Mars, dem Berliner KI-Unternehmen durch eine technologische Perspektive erweitert: Eine Künstliche Intelligenz (KI) lernt über ein Generatives Adversiales Netzwerk (GAN) Form, Farbe und Raum der Bilder und generiert neue Motive von Wasserwelten.

Hydrosphären – Stefan Wischnewski

Ausstellungsreihe im STATE Studio Berlin

  • Geboren 1974 in Neumünster
  • 1996: Werkzeugmechaniker
  • 1997–2003: Akademie der Bildenden Künste München
  • 2000: Erasmus Stipendium, Academy of Fine Arts Helsinki
  • 2001: Meisterschüler an der Academy of Fine Art Helsinki
  • 2004–2005: Studium (DAAD), Konsthögskolan, Göteborg
  • 2007: Bayerischer Kunstförderpreis
  • 2009: Leonhard und Ida Wolf-Gedächtnispreis
  • 2011: Projektförderung: Kunst im öffentlichen Raum, München
  • Seit 2013: Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Bildende Kunst an der Fakultät für Architektur der TU München
  • Zahlreiche Ausstellungen, unter anderem in Kiel, Den Haag, Porto, Berlin, Wien
  • Lebt und arbeitet in München