Wissenschaft und Kunst im Dialog

Andreas Jungk: »The Secret Life of Quanta«

Eröffnung: 1. August 2019 ab 18 Uhr

Andreas Jungk, »Move«, 2016
© Andreas Jungk

»Move«, 2016

© Andreas Jungk, »Polite Ghost«, 2018

Andreas Jungk

Den Parallelen zwischen Zen-Philosophie und Quantenphysik ist Andreas Jungk auf der Spur. Seine künstlerische Arbeit beruht auf Grundsätzen, die er durch einen japanischen Zen- und Kalligrafie-Meister kennengelernt hat: Absichtslosigkeit und Unmittelbarkeit. Ein weiterer zentraler Begriff der Zen-Philosophie ist »Mu« (無, japanisch für »Leere«). Überrascht stellte Jungk fest, dass die Versuche von Zen-Meistern, »Mu« in Worte zu fassen, frappierend den Versuchen von Naturwissenschaftlern ähneln, die Quantenzustände von Elementarteilchen zu beschreiben. Der japanische Zen-Meister Bankei (1622 - 1693) hat den »Mu«-Zustand als »ungeboren« bezeichnet. Eine Beschreibung, die auch auf Quantenzustände passt und die Jungk daher als Titel für sein aktuelles Projekt wählte.

»Das Faszinierende der Quantenphysik verbirgt sich hinter den Formeln: Aufgrund der Konditionierung unseres Intellekts und unserer Vorstellungskraft durch die Makrowelt können wir nicht erfassen, was bei Quantenzuständen wirklich geschieht. Wie sich Elementarteilchen verhalten oder was sie eigentlich sind, bevor sie mit Materie wechselwirken oder beobachtet werden können. All das entzieht sich unserer Vorstellungskraft«, erklärt Jungk.

Für das Projekt gelten die gleichen Grundsätze wie für die anderen Arbeiten Jungks: Absichtslosigkeit und Unmittelbarkeit. Zunächst werden Entscheidungen über Material, Form und Farbe getroffen. Aber erst in dem Moment, in dem das Werkzeug auf das Material trifft, verdinglicht sich die Arbeit. Wie ein Photon, das auf einen Bildschirm trifft und erst dann »wirklich«, mithin »geboren« wird.

»The Secret Life of Quanta« entsteht in engem Austausch mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für angewandte Optik und Feinmechanik IOF in Jena. Hier werden Quantenphänomene vor dem Hintergrund von praktischen Anwendungen erforscht.

Vita Andreas Jungk

Ausstellungsreihe im STATE Studio Berlin

  • Geboren 1956 in München
  • Jura-Studium Ludwig-Maximilians-Universität München
  • 1995 - 2000: Studien Zen-Kalligraphie
  • Seit 1997: zahlreiche Ausstellungen, unter anderem in Paris, München, Chemnitz, Köln und Zürich