Wissenschaft und Kunst im Dialog

70 Jahre Fraunhofer – 70 Jahre Zukunft

Kunstausstellung / 16.4.2019 - 31.12.2019

Ausstellungsreihe im STATE Studio Berlin

Nachbericht zur Vernissage »MATERIALIZE« im STATE Studio Berlin

Anlässlich des 70-jährigen Jubiläums der Fraunhofer-Gesellschaft eröffnete das STATE Studio Berlin am 1. August 2019 in Zusammenarbeit mit dem »Fraunhofer-Netzwerk Wissenschaft, Kunst und Design« und dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF die Ausstellung »MATERIALIZE« – eine künstlerisch-wissenschaftliche Reflektion des Themenfeldes Quantentechnologie. Zur Vernissage strömten zahlreiche Besucher.

Die interdisziplinäre Ausstellung im Wissenschafts- und Kunstraum STATE Studio Berlin ist die zweite einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe: Im Rahmen des 70-jährigen Jubiläums der Fraunhofer-Gesellschaft werden von April bis Dezember 2019 in mehreren Ausstellungsprojekten und zwei Künstlerresidenzen ausgewählte künstlerische Arbeiten präsentiert, die im engen Austausch mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Fraunhofer-Gesellschaft und deren Forschungsfeldern entstanden sind.

Die durch STATE kuratierten künstlerischen Tauchgänge in die Themenfelder Wasser, Quantentechnologie, Optik und Bauphysik machen so aktuelle wissenschaftliche Entwicklungen und Forschungsthemen der Fraunhofer-Gesellschaft für ein breites Publikum erlebbar und laden zur Diskussion gesellschaftsrelevanter Fragestellungen in deren Zusammenhang.

Die Vernissage

Viel diskutiert wurde bereits bei der sehr gut besuchten Vernissage am 1. August. Nach einer kurzen Begrüßung durch Dorothée Höfter aus der Fraunhofer Zentrale in München ergriff Dr. Christian Rauch, Direktor des STATE Studio, das Wort und stellte die ausstellenden Künstler Andreas Jungk, Luca Pozzi und Olaf Schirm sowie die beteiligten Wissenschaftler des Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik IOF vor. Im Anschluss verdeutlichte Falk Eilenberger vom IOF die wissenschaftliche Seite des Themas sehr anschaulich und mitreißend, Marta Gilaberte, ebenfalls vom IOF, ergänzte seine Ausführungen und der Maler Andreas Jungk brachte dem Publikum die künstlerische und die philosophische Herangehensweise seiner Arbeiten näher. Die Gäste folgten den Ausführungen mit großem Interesse und diskutierten noch lange in den Abend hinein. 

Die Phänomene der Quantenphysik künstlerisch veranschaulicht

Seit Beginn des 20. Jahrhunderts erforschen Wissenschaftler Phänomene der Quantenphysik, deren unglaubliche Erkenntnisse unser gewohntes Weltbild auf den Kopf und unseren Alltagserfahrungen neue Realitäten gegenüberstellen. Doch die Faszination für die Gesetzmäßigkeiten des mikroskopisch Kleinen teilen nicht nur Wissenschaftler. Getrieben von der gleichen Suche nach Wahrheit und Erkenntnis finden auch Künstler in den Theorien der Quantenphysik Grundstoffe für ihre Interpretationen und Imaginationen von Welt. Die von STATE Studio präsentierten künstlerischen Ansätze von Andreas Jungk, Luca Pozzi und Olaf Schirm greifen aktuelle Tendenzen der Quantenmechanik auf und entfalten neue, ästhetisch-sinnliche Zugänge zu einem der wohl komplexesten und tiefgreifendsten Forschungsfelder unserer Zeit.

Die Ausstellung »MATERIALIZE« bietet einen Reflektionsraum für verschiedene künstlerische Antworten auf die Erkenntnisse der Quantenphysik. Ihre für uns schier unbegreiflichen Gesetzmäßigkeiten und deren weitreichende Konsequenzen für unser Weltverstehen werden von den teilnehmenden Künstlern unterschiedlichst kommentiert. Quantenphysikalische Theoreme wie der Welle-Teilchen-Dualismus oder die Nichtdeterminiertheit physikalischer Vorgänge werden in den ausgestellten Arbeiten einmal in ihrer rein ästhetischen Qualität beleuchtet, ein anderes Mal eröffnen sich die Vorstellung anregende Möglichkeitsräume – und wiederum ein anderes Mal werden wir angehalten, unsere eigene Rolle in der Konstruktion von Wirklichkeit zu hinterfragen.