Sprachmodell ist daher zwingend notwen- dig, um die digitale Souveränität und marktwirtschaftliche Unabhängigkeit in Europa zu gewährleisten, denn es ermög- licht unserer Wirtschaft, das Innovations- potenzial von KI-Systemen zu nutzen und gleichzeitig digital unabhängig zu bleiben. Im Rahmen des Projekts OpenGPT-X haben wir gemeinsam mit Partnern Teuken 7B, das erste Open-Source-Sprachmodell made in Germany veröffentlicht. Teuken 7B ist vor allem erst einmal eine Techno- logie, die in die Anwendung gebracht wer- den muss. Wie das aussieht, zeigt die Deut- sche Telekom bereits in der Praxis. Sie hat Teuken 7B in das Produkt Business GPT eingebaut, mit dem Firmen eine unterneh- menseigene KI mit hoher Datenvertraulich- keit und Datensicherheit betreiben können. Das zweite Beispiel ist das Thema Ener- giespeicherung, Thema auch in diesem Fraunhofer-Magazin. Batterietechnologien sind eine Schlüsseltechnologie für Deutsch- land, die CO2-Reduktion, Ausfall-Resilienz, wirtschaftliches Wachstum und techno- logische Autonomie gleichermaßen fördert und unentbehrlich für eine nachhaltige Zukunft ist. Die Energiewende in ihrer heutigen Ausprägung kann nur mithilfe sicherer, zuverlässiger und leistungsfähi- ger Batteriespeicher gelingen. Der Bedarf »Joseph von Fraunhofer inspiriert mich in meiner täglichen Arbeit, weil er ein scharfes Auge für Details hatte und mit Engagement und Pragmatismus seine Visionen erfolgreich umgesetzt hat.« Dr. Sandra Krey, Vorständin Finanzen und Controlling Transfer, das Rückgrat unseres Innovati- onssystems, ist unser Kerngeschäft und macht uns aus. Wir erleben eine Zeit, in der sich tech- nologische, geopolitische und ökonomische Herausforderungen zusehends verdichten, sich Innovationszyklen rapide beschleu- nigen und der Wettbewerb härter wird. Unternehmen rufen nach Geschwindig- keit, die Politik verlangt nach Wirksam- keit, die Gesellschaft braucht Lösungen. Wir haben auch Grund zum Optimismus Ja, in manchen Bereichen hat Deutsch- land noch Aufholbedarf, doch wir haben auch große Stärken und allen Grund für Optimismus, wenn wir es schaffen, unse- re Ideen und Fähigkeiten effizient, effek- tiv und schnell in greifbaren Nutzen zu wandeln. Um als Volkswirtschaft aufzuholen und voranzukommen, braucht es einen engen Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik. Es braucht auch Rahmenbedingungen, die Geschwindig- keit, Investitionen und Mut belohnen. Wir müssen gemeinsam an einem Strang ziehen – und vor allem in die gleiche Richtung! Wir müssen uns auf Schlüsseltechnologien konzentrieren, darunter Künstliche Intel- ligenz (KI), Mikroelektronik und Biotech- nologien, in denen wir unsere Stärken aus- spielen und uns international in eine führende Position bringen können. Dies möchte ich an zwei Beispielen il- lustrieren. Digitale Souveränität und KI ist eines davon: Für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft ist das disruptive Potenzial von sprachbasierten KI-Systemen enorm. Ein Bereich, der aktuell von den USA und Asien dominiert wird. Doch gerade in si- cherheitskritischen Branchen ist es wichtig, dass die Daten nach höchsten Sicherheits- und Compliance-Standards beim Unter- nehmen verbleiben. Und genau hier bleiben die nicht-europäischen Lösungen hinter den Anforderungen des europäischen Mark- tes oft zurück. Zudem erfordern KI-Anwen- dungen in Bereichen wie Recht, Verwaltung, Medizin, Industrie oder Sicherheit ein ex- trem hohes Maß an Qualität, Präzision, Vertrauen und Zuverlässigkeit. Ein natio- nales, mindestens ein europäisches KI- r e i e m r e b O n a f e t S / r e f o h n u a r F : s o t o F 1 | 26 »Nach meinem Verständnis steht Joseph von Fraunhofer dafür, wissenschaftliche Denkweisen und Weltsichten mit pragmatischem Unternehmergeist zu verbinden – ein Anspruch, der mir sowohl in der Lehre als auch in meinem Wirken als Führungskraft sehr am Herzen liegt.« Prof. Axel Müller-Groeling, Vorstand Forschungsinfrastrukturen und Digitalisierung an entsprechenden Technologien für elek- trische Energiespeicher wird daher expo- nentiell steigen. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, wird auch angesichts der global volatilen Rohstoffzugänge eine nachhaltige Kreis- laufwirtschaft nötig sein. Wie es Deutsch- land gelingen kann, seine Forschungskraft in die Anwendung zu bringen, hat die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsferti- gung Batteriezelle FFB im Dezember 2025 gezeigt und erstmals eine durchgängige Prozesskette mit ausschließlich europäi- scher Anlagentechnik zur Produktion von elektrisch funktionsfähigen Lithium- Ionen- Batteriezellen realisiert. Das ist ein zen- traler Meilenstein auf dem Weg zu einer wettbewerbsfähigen Batterieproduktion. Wo sich der Druck erhöht, muss Innova- tion die Antwort beschleunigen. Erfindergeist ist der bedeutendste Roh- stoff unseres Landes. An Kreativität und Qualität unserer Forscherinnen und 33