Finanzvolumen 2013 erstmals über zwei Milliarden Euro

Presseinformation / 29.4.2014

Die Fraunhofer-Gesellschaft blieb im Jahr 2013 weiter auf Wachstumskurs. Ihr Finanzvolumen stieg um vier Prozent gegenüber dem Vorjahr und lag damit erstmals über der Marke von zwei Milliarden Euro. Die Erträge aus der Privatwirtschaft erreichten mit 578 Millionen Euro einen neuen Höchststand.

© Foto Fraunhofer

Finanzvolumen der Fraunhofer-Gesellschaft seit 2009.

»Das starke Wachstum von Fraunhofer zeigt die Attraktivität unseres Angebots am Markt für Forschungs- und Entwicklungs-Dienstleistungen und ist ein Indikator für das Innovationspotenzial der deutschen Wirtschaft«, so Prof. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Er stellte heute in München zusammen mit Finanz-Vorstand Prof. Alfred Gossner das Ergebnis von Europas größter Forschungsorganisation für anwendungsorientierte Forschung für 2013 vor.

Das Finanzvolumen setzt sich aus den Haushalten der Vertrags- und der Verteidigungsforschung sowie den Ausbauinvestitionen zusammen. Die Vertragsforschung verzeichnete im Berichtsjahr ein Wachstum um drei Prozent auf 1661 Mio Euro. Etwa 70 Prozent davon erwirtschaftet Fraunhofer durch Auftragsforschung für die Wirtschaft und durch öffentlich finanzierte Forschungsprojekte. 30 Prozent des Haushalts werden durch Bund und Länder als Grundfinanzierung beigesteuert. Die Verteidigungsforschung erhöhte sich um ein Prozent auf 114 Mio Euro. Hier sind die Forschungstätigkeiten im Forschungsfeld Schutz und Sicherheit zusammengefasst. Die Ausbauinvestitionen lagen mit 235 Mio Euro nur knapp unterhalb ihres Höchstwerts.

Neuer Höchststand bei den Erträgen aus der Privatwirtschaft

Die Vertragsforschung bildet die Kerntätigkeit von Fraunhofer. »Mit der Bearbeitung von Forschungs- und Entwicklungsaufgaben für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen tragen die Fraunhofer-Institute dazu bei, Forschungsergebnisse in die Praxis umzusetzen, und spielen eine zentrale Rolle im Innovationsprozess Deutschlands und Europas«, erklärte Prof. Neugebauer. Die Projekterträge in der Vertragsforschung legten mit sechs Prozent auf insgesamt 1200 Mio Euro stärker zu als das Finanzvolumen. Die darin enthaltenen Wirtschaftserträge summierten sich mit einem leichten Wachstum von einem Prozent auf insgesamt 578 Mio Euro. »Die Auftragsforschung für privatwirtschaftliche Auftraggeber erreichte dabei einen neuen Höchststand von 462 Mio Euro und verzeichnete gegenüber dem Vorjahr ein Plus von zwei Prozent«, erläuterte Prof. Gossner.

Nach einem leichten Rückgang im Vorjahr erhöhten sich die öffentlichen Erträge von Bund und Ländern um 13 Prozent auf 431 Mio Euro. Das liegt insbesondere an dem starken Anstieg der Ländererträge um 21 Prozent auf 144 Mio Euro. Die Erträge mit der EU-Kommission stiegen um knapp fünf Prozent auf 92 Mio Euro.

Investitionen in neue Forschungslabore

Im Jahr 2013 investierte Fraunhofer insgesamt 235 Mio Euro in die Infrastruktur seiner Forschungseinrichtungen. »Die Ausbauinvestitionen stiegen damit gegenüber dem Vorjahr um 18 Prozent und lagen nur knapp unterhalb ihres Höchstwerts im Jahr 2011, in dem noch zusätzliche Finanzierungsmittel aus staatlichen Konjunkturprogrammen zur Verfügung standen«, so Prof. Gossner.

Mehr als zwei Patentanmeldungen pro Werktag

Fraunhofer zählt zu den aktivsten und wichtigsten Patentanmeldern in Deutschland. Im Jahr 2013 kamen aus ihren Forschungseinrichtungen insgesamt 733 neue Erfindungsmeldungen. Davon wurden 603 – also über 80 Prozent – zum Patent angemeldet. Durchschnittlich sind das rund zwei pro Werktag. Mit Lizenzerträgen von insgesamt 116 Mio Euro liegt Fraunhofer weltweit weiterhin im Spitzenfeld der Forschungseinrichtungen. Als eines von nur drei Unternehmen in Deutschland erhielt Fraunhofer im Jahr 2013 die Auszeichnung als Top 100 Global Innovator. Der Medienkonzern Thomson Reuters vergibt diesen Preis auf Basis der Patentaktivitäten, wobei sowohl deren Quantität als auch Qualität ausschlaggebend sind.

Weltweit gefragter Forschungs- und Entwicklungs-Anbieter

Forschungsdienstleistungen von Fraunhofer sind weltweit gefragt. Im Jahr 2013 erreichten die mit internationalen Partnern erwirtschafteten Erträge ein Gesamtvolumen in Höhe von 250 Mio Euro (ohne Lizenzerträge). Insgesamt konnte Fraunhofer seine Auslandserträge um über sieben Prozent steigern.

Das höchste Wachstum verzeichnete Fraunhofer in Asien. Hier wurden 29 Mio Euro erwirtschaftet. Das entspricht einem Plus von 19 Prozent. Wichtigster ausländischer Markt bleibt jedoch Europa. Hier stiegen die Erträge um sechs Prozent auf insgesamt 182 Mio Euro. Davon entfielen 90 Mio Euro auf Auftraggeber im europäischen Ausland. Das sind sieben Prozent mehr als im Vorjahr. 92 Mio Euro stammen von der EU-Kommission. In Nord- und Südamerika erhöhten sich die Erträge um fast acht Prozent auf 38 Mio Euro.

»Aufgrund der bestehenden Auftragslage gehen wir – vorbehaltlich der Stabilität in der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung – von einem leichten Wachstum der Wirtschaftserträge im Jahr 2014 aus. Erkennbar ist zudem auch eine deutliche Steigerung der öffentlichen Erträge von Bund und Ländern sowie der EU-Kommission. Insgesamt betrachtet wird Fraunhofer den aktuellen Wachstumskurs damit auch im Jahr 2014 beibehalten«, so Prof. Gossner.