Münchner Wissenschaftstage: Auszeichnungen für anwendungsorientierte Promotionsarbeiten

Presseinformation / 11.11.2014

Während der 14. Münchner Wissenschaftstage »Digitale Welten« erhalten am 10. November junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Hugo-Geiger-Preis für ihre herausragenden Promotionsarbeiten. Rund um die Verleihung gestaltet Fraunhofer eine vielseitige Wissenschaftsshow.

Gewinner des Hugo-Geiger-Preises Jens Kießling

Gewinnerin des Hugo-Geiger-Preises Lena Grundmann

Gewinner des Hugo-Geiger-Preises Karl Mandel

»Forschen im Auftrag der Zukunft – Ausgezeichnete Wissenschaft« lautet das Motto der Veranstaltung in der Alten Kongresshalle. Die Stars des Abends sind die Menschen hinter der exzellenten Fraunhofer-Forschung: innovativ und kurzweilig präsentieren drei junge Forscher ihre anwendungsorientierten Promotionsarbeiten. Diese prämiert das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie mit dem Hugo-Geiger-Preis, überreicht von Franz Josef Pschierer, Staatssekretär des Ministeriums.

Wenn junge Forscherinnen und Forscher Herausragendes leisten

Der erste Preis erstrahlt in ganz besonderem Glanz: Thema der Arbeit von Jens Kießling ist Laserlicht in einer breiten Farbpalette. Laser sind vielseitig und in der Vorstellung vieler Menschen vor allem eines – punktgenau. Die meisten Laserquellen sind auf schmale, scharf abgegrenzte Wellenlängenbereiche beschränkt. Als große wissenschaftliche Herausforderung gilt es, kontinuierliche emittierende Lasergeneratoren zu entwickeln. Ein entscheidender Schritt auf diesem Weg gelang dem jungen Forscher in seiner Promotionsarbeit am Institut für Mikrosystemtechnik der Universität Freiburg und am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik IPM. Er konzipierte und baute einen optisch-parametrischen Oszillator. Dieses schwingungsfähige System kann das Licht eines einfarbigen Pumplasers in Laserlicht jeder gewünschten Wellenlänge umwandeln. Das gilt selbst für den besonders schwierig zu erreichenden fern-infraroten Terahertz-Bereich. Kießlings Erkenntnisse flossen in »C-WAVE« ein – ein Gerät, das den sichtbaren spektralen Bereich mit Laserlicht bedient. Es kann etwa in der Atomphysik eingesetzt werden, um Atome zu fangen und zu manipulieren.

Die Biomasse bei Nutzpflanzen zu steigern ist wiederum ein Ziel der biologischen Forschung. In ihrer Promotionsarbeit am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME in Aachen analysierte Lena Grundmann die molekularen Grundlagen der Blütenentwicklung von Tabak. Dabei entdeckte sie, dass das hormon-ähnliche Molekül »Florigen« FT (Flowering Locus T) die Blütenbildung unterdrückt und zugleich die Pflanzenbiomasse erheblich steigert. Auf Basis von Grundmanns Forschungsarbeit, für die sie den zweiten Hugo-Geiger-Preis erhält, entstand eine Technologieplattform, die sich aktuell in der Patentierungsphase befindet und in der Industrie auf reges Interesse stößt.

Den dritten Hugo-Geiger-Preis erhält Karl Mandel für seine Dissertation am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC in Würzburg. Ihm gelang es, Magnetträgerpartikel für ein Verfahren zu entwickeln, mit dem man Verunreinigungen in Wasser als Wertstoffe zurückgewinnen kann. Dabei wird die Oberfläche magnetisch schaltbarer Partikel so verändert, dass sie mit bestimmten im Wasser gelösten Substanzen eine reversible Verbindung eingehen. Nachdem diese Partikel magnetisch von der Flüssigkeit getrennt worden sind, lassen sich auch die separierten Substanzen wieder ablösen. Die Magnetpartikel stehen damit erneut zur Verfügung. Das Verfahren ist für die verschiedensten Reinigungs- und Rückgewinnungsvorhaben geeignet, etwa bei industriellen und kommunalen Abwässern.

Digitale Zukunft gestalten – menschengerecht, sicher, nachhaltig

Die Digitalisierung durchdringt unseren Alltag und schreitet unaufhaltsam voran. Technologiekompetenz ist daher als Schlüsselqualifikation zunehmend gefragt. Franz Josef Pschierer, Prof. Dr.-Ing. Alexander Verl, Vorstand Technologiemarketing und Geschäftsmodelle der Fraunhofer-Gesellschaft sowie Prof. Dr.-Ing. Albert Heuberger, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen, diskutieren zum Thema »Digitale Zukunft gestalten – menschengerecht, sicher, nachhaltig« und zeigen Perspektiven und Herausforderungen auf. Die Podiumsdiskussion moderiert Frau Prof. Dr. Claudia Eckert, Leiterin des Fraunhofer-Instituts für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC in Garching.

Let‘s Play

Fraunhofer ist darüber hinaus mit einem Stand vertreten, der insbesondere das Projekt »Let‘s Play! Public Gaming« präsentiert: Kann ein Computerspiel die Krebstherapie unterstützen? Welche Reaktionen werden bei einem Jump‘n‘Run Spiel hervorgerufen? Vermitteln Computerspiele Wissen effektiver? Das Projekt organisiert der Fraunhofer-Verbund IuK-Technologie zusammen mit Wissenschaft im Dialog im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014.

Durch den Wissenschaftsabend führt TV-Moderator Ralph Caspers, bekannt aus Sendungen wie »Wissen macht Ah!«. Das künstlerische Rahmenprogramm gestalten der Rapper Doppel-U und die Balletttänzerin, Choreographin und Tanzpädagogin Alexandra Czenia Kunz.

Weiterführende Informationen:

Hugo-Geiger-Preis

Mit dem Hugo-Geiger-Preis zeichnet das Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie drei hervorragende anwendungsorientierte Dissertationen aus. Kriterien der Beurteilung sind: wissenschaftliche Qualität, wirtschaftliche Relevanz, Neuartigkeit und Interdisziplinarität der Ansätze. Benannt ist der Preis nach dem Staatssekretär Hugo Geiger, der als Schirmherr der Gründungsversammlung der Fraunhofer-Gesellschaft am 26. März 1949 fungierte. Vergeben wird ein erster, zweiter und dritter Preis, die mit 5000, 3000 und 2000 Euro dotiert sind.

Münchner Wissenschaftstage

Die 14. Münchner Wissenschaftstage analysieren vom 8.-11.November 2014 unsere digitalisierte Gegenwart. Sie werfen einen Blick auf die Chancen und Risiken der digitalen Zukunft und blicken zurück auf die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte. Hierüber informieren 30 Vorträge und vier Themenabende sowie über 20 Marktstände der Wissenschaft, Workshops und weitere Veranstaltungen in und um die Alte Kongresshalle auf der Münchner Theresienhöhe.

Weiterführende Informationen unter: http://www.muenchner-wissenschaftstage.de/2014/front_content.php?idart=242&lang=10