Der Fraunhofer-Jahresbericht

Innovationen für
Menschen und Märkte


Jahresbericht 2025

Vorwort des Präsidenten

Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka.
© Fraunhofer / Stefan Obermeier
Prof. Dr.-Ing. Holger Hanselka, Präsident und Vorstandsvorsitzender der Fraunhofer-Gesellschaft.

Sehr geehrte Damen und Herren,

das vergangene Berichtsjahr 2025 war für die Fraunhofer-Gesellschaft ein Jahr der Chancen, des Fortschritts und der erfolgreichen Zusammenarbeit. In einem dynamischen Umfeld und trotz wirtschaftlich herausfordernder Zeiten konnten wir unsere Stärke als eine der führenden Organisationen für anwendungsorientierte Forschung erneut unter Beweis stellen und wichtige Impulse für Innovation und nachhaltige Entwicklung setzen. Gemeinsam mit unseren Partnern aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist es uns gelungen, zukunftsweisende Technologien voranzubringen und konkrete Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln.

Lassen Sie mich das veranschaulichen: Im Dezember 2025 konnte die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle FFB am Standort Münster erstmals die Herstellung von elektrisch funktionsfähigen Lithium- Ionen-Batteriezellen mit ausschließlich europäischer Anlagentechnik zeigen. Ein Meilenstein auf dem Weg zu einer wettbewerbsfähigen Batterieproduktion. In den Fraunhofer Heilbronn Forschungs- und Innovationszentren HNFIZ bündeln acht Fraunhofer-Institute ihr Fachwissen in den Bereichen KI und Digitalisierung. Gefördert durch die Dieter Schwarz Stiftung und in enger Zusammenarbeit mit Unternehmen, Organisationen und öffentlichen Einrichtungen der Region entsteht ein einzigartiges Wissenschaftsökosystem, das auf intensiven Transfer und wirtschaftliche Verwertung abzielt. Das Forschungsportfolio umfasst verschiedene Reifegrade und ist speziell auf die aktuell drängenden Herausforderungen und Bedarfe von Wirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet. Fraunhofer forscht dort, wo die Wirtschaft sie braucht. Das spricht für sich.

Deutschland verfügt über ein exzellentes ausdifferenziertes Wissenschaftssystem, Ingenieurskompetenzen, leistungsfähige Industrieunternehmen und einen innovationsstarken Mittelstand. Die Hightech Agenda Deutschland (HTAD) der Bundesregierung baut genau auf diesen Stärken auf und verfolgt das Ziel, die Innovationskraft und die Souveränität im globalen Technologiewettbewerb systematisch voranzubringen. Die Fraunhofer-Gesellschaft wird als zentraler Innovationspartner der Wirtschaft die Umsetzung der HTAD mit aller Kraft unterstützen – durch anwendungsorientierte Spitzenforschung, regionale Innovationspartnerschaften und Technologietransfer in die Anwendung.

Für den Erfolg der HTAD wird es zentral sein, dass sämtliche Akteure im Innovationssystem entlang ihrer missionsspezifischen Stärken ihre Beiträge leisten. Um dies sicherzustellen, braucht es innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, die die Innovationsfesseln für alle Akteure im System lösen. Essenziell wird hierbei die Umsetzung des angekündigten Innovationsfreiheitsgesetzes sein, welches – zum Beispiel durch Reformen im Gemeinnützigkeitsrecht – wesentliche Freiheiten verspricht, die Wissens- und Technologietransfer in Deutschland ganzheitlich stärken.

Was wir in Deutschland und Europa brauchen, ist Mut zur Priorisierung, Vertrauen in die eigenen Stärken und die Bereitschaft zu strukturellen Reformen. Eine moderne Wagnis- und Unternehmerkultur muss zum Markenzeichen des deutschen Innovationssystems werden – ebenso ein Umfeld, das Innovation nicht hemmt, sondern ermöglicht. Lassen Sie uns dafür gemeinsam an einem Strang ziehen!

Ihr
Holger Hanselka
Präsident und Vorstandsvorsitzender der Fraunhofer-Gesellschaft