Energie? Aber sicher!
Die Stromnetze sind alt, die Energien neu – das passt nicht gut zusammen. Damit Deutschland nicht im Dunkeln bleibt, haben Fraunhofer-Forschende innovative Lösungen entwickelt.
Berlin, 3. Januar 2026: Ein Brandanschlag legt Teile des Stromnetzes lahm, 45 000 Haushalte und über 2200 Betriebe im Südwesten der Hauptstadt liegen im Dunkeln. Es dauert vier Tage, bis die Stromversorgung wieder hergestellt ist. Frankreich und Großbritannien, 9. Januar 2026: Nachdem der Sturm »Goretti« nachts mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde über das Land fegte, sind in Großbritannien 55 000 Haushalte ohne Strom, in Frankreich mehr als 380 000. Spanien und Portugal, 28. April 2025: Überspannungen, Frequenzschwankungen und eine komplexe Kettenreaktion lassen die Energieversorgung in Spanien und Portugal zwölf Stunden lang ausfallen – die größte Störung im europäischen Verbundsystem seit 20 Jahren.
So unterschiedlich die Gründe für die Stromausfälle auch sein mögen, so haben sie doch eines gemein: Sie zeigen, wie verwundbar unser Stromnetz ist. So gibt es im deutschen Stromnetz zahlreiche Nadelöhr-Strommasten, die einfach zu finden und noch einfacher zu beschädigen sind – und deren Außer-Kraft-Setzen schwerwiegende Folgen nach sich ziehen würde. Nötig wären brandsichere Einhausungen, die derzeit noch auf sich warten lassen. »Wir sind in einer neuen Situation – man hat vor vielen Jahren nicht mit solchen Anschlägen gerechnet«, erklärt Kerstin Andreae, Vorsitzende des Bundesverbands Energie- und Wasserwirtschaft. »Deshalb ist der physische Schutz der kritischen Infrastruktur etwas, das ganz oben auf die politische Agenda muss.« Das Bundeskabinett reagiert mit einem Gesetzentwurf zum KRITIS-Dachgesetz, in dem der Schutz kritischer Infrastrukturen bundeseinheitlich und sektorenübergreifend in den Blick genommen wird: Jeder Betreiber muss in Zukunft auf die spezifischen Risiken für seine Anlage mit passgenauen Maßnahmen reagieren.