Wissenschaftspolitische Empfehlungen und Standpunkte

»Fraunhofer vs. Corona«

Die Ausbreitung des neuartigen Corona-Virus SARS-CoV-2 und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen stellen uns alle vor besondere Herausforderungen. Die Fraunhofer-Gesellschaft begegnet dieser Herausforderung mit einem eigenen Aktionsprogramm und dem erklärten Ziel, Impact und Innovationskraft auch in Zeiten der Krise zu erhalten und intensiv voranzutreiben. Expertinnen und Experten von Fraunhofer arbeiten an der Bekämpfung der Pandemie an vorderster Front mit – und unterstützen Wirtschaft und Gesellschaft bei der Bewältigung direkter Auswirkungen und späterer Folgen: Von akuten Projekten im Life-Sciences-Sektor über den engen Schulterschluss mit den Unternehmen und gemeinsame »Challenges« mit Partnern bis hin zu unmittelbarem medizinischem und medizintechnischen Support.

Eine ständig aktualisierte Übersicht aller Aktivitäten finden Sie unter der Hauptseite des Aktionsprogramms »Fraunhofer vs. Corona«.

 

Aktuelles: 

 

Der Einsatz einer Tracing-App, gekoppelt mit gezielter epidemiologischer Bewertung, stellt als digitale Komponente im Kampf um die Eindämmung der aktuellen Coronavirus-Pandemie nach wie vor einen essentiellen Ansatz dar. Im Schulterschluss mit der Bundesregierung arbeiten Fraunhofer-Institute an der Entwicklung einer Tracing-App mit. Hier finden Sie den aktuellen Sachstandsbericht »Fraunhofer-Aktivitäten zur Entwicklung einer Tracing-App«.

 

Angesichts der großen öffentlichen Bedeutung einer objektiven Faktenlage zum Infektionsgeschehen rund um die Covid-19-Pandemie haben die Präsidenten der außeruniversitären Forschungsorganisationen Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft die gemeinsame Stellungnahme »Strategien zur Eindämmung der COVID-19 Pandemie« verfasst.
Diese sowie eine Stellungnahme von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der vier genannten Forschungsorganisationen mit dem Titel »Adaptive Strategien zur Eindämmung der COVID-19-Epidemie« können Sie hier nachlesen.

Fraunhofer-Wasserstoff-Roadmap für Deutschland

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Wasserstoff wird ein enormes Zukunftspotenzial zugesprochen. Insbesondere im Kontext der Energiewende und für die Erreichung der Treibhausgasneutralität aller energieverbrauchenden Sektoren kann Wasserstoff einen bedeutenden Beitrag leisten. Die Bundesregierung plant vor dem Hintergrund in Kürze eine Nationale Wasserstoffstrategie (NWS) mit den wesentlichen Eckpunkten für die Entwicklung einer Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland vorzulegen.
Die möglichen Anwendungsfelder von Wasserstoff reichen vom Einsatz in der Industrie, dem Transport- und Mobilitätsbereich bis hin zum Wärmemarkt. Die Fraunhofer-Gesellschaft unterhält im Rahmen ihrer exzellenten anwendungsorientierten Forschung eine enge Beziehung zum Wirtschaftssystem und kann über alle Themenfelder den Technologietransfer in die Industrie gestalten. Derzeit bündeln 25 Fraunhofer-Institute ihre Expertise im Fraunhofer-Wasserstoff-Netzwerk.       
Auf dieser Kompetenzgrundlage hat die Fraunhofer-Gesellschaft ein Positionspapier mit konkreten Handlungsoptionen für die Politik entwickelt. Die »Wasserstoff-Roadmap« leistet einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der NWS der Bundesregierung und damit für die Gestaltung der Wasserstoff-Wirtschaft in Deutschland. Das Positionspapier wurde im Herbst 2019 den in der Erarbeitung der NWS beteiligten Ministerien zur Verfügung gestellt.

Aktuelles:

 

Fraunhofer identifiziert Kernpunkte für den Aufbau einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft

 

In einer jüngst veröffentlichten Presseinformation können Sie die aktuellen Handlungsempfehlungen der Fraunhofer-Gesellschaft nachlesen. Darin wird neben der wirtschaftlichen Produktion von Elektrolyseuren unter anderem auch die Produktion von Brennstoffzellen als bedeutender Teil einer umfassenden Wasserstoffstrategie hervorgehoben.

Die Fraunhofer-Kompetenzen im Bereich Wasserstoff umfassen Material und Systeme sowie deren Produktion, die Anwendung in der Energiewirtschaft, in Industrie und Mobilität wie auch die Querschnittsthemen Sicherheit und Lebensdauer. Mehr Informationen finden Sie in unserem aktuellen Webspecial zu Wasserstofftechnologien unter: https://www.fraunhofer.de/de/forschung/aktuelles-aus-der-forschung/wasserstoff.html 

5G-Netzausbau - Abhängigkeiten und Empfehlungen: Ein Positionspapier der Fraunhofer-Gesellschaft

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Der 5G-Netzausbau steht für die Beschleunigung der Digitalisierung und aller damit in Zusammenhang stehender Technologien und Prozesse sowie für neue Geschäftsmodelle. Der Mobilfunkstandard der fünften Generation nimmt daher für die Zukunft der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationstätigkeit Deutschlands eine herausgehobene Stellung in der öffentlichen Debatte ein.
Die Anforderungen an den 5G-Netzausbau sind hoch. Die Hersteller der 5G-Netz-Komponenten nehmen eine strategische Schlüsselposition ein. Daraus resultiert die vielfach diskutierte hohe Abhängigkeit der Netzbetreiber von den Herstellern solcher Komponenten. Dabei gilt es die komplexen Abhängigkeitskonstellationen sorgfältig zu analysieren und in die Risikobewertung einzubeziehen.
Die Fraunhofer-Gesellschaft stellt durch ihre umfangreiche Expertise in der Software- und Hardware-Entwicklung einen neutralen Akteur und Partner auf dem Weg zum effizienten und sicheren 5G-Netzausbau dar. Sie spricht in ihrem Positionspapier acht Empfehlungen aus, die kurz- und mittelfristig eine Erhöhung der 5G-Sicherheit versprechen und langfristig auf eine Stärkung der technologischen Souveränität bei 5G abzielen. Zu den unmittelbar umzusetzenden Maßnahmen gehören unter anderem eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, der Aufbau von gesicherten Campusnetzen, konsequentes Prüfen und Zertifizieren und die Förderung sicherer Endgeräte. Langfristig wird die Umsetzung einer umfassenden Forschungsstrategie für die Entwicklung von 5G-Komponenten sowie die Initiierung einer »Open 5G Partnership Initiative« in Europa empfohlen.

13 Thesen wie die deutsche Energiewende gelingen kann

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Wind turbine in retro colors with added grain
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Der Umbau des Energiesystems hin zu einer klimaneutralen Energieversorgung – die Energiewende – ist aufgrund der hohen energiebedingten Treibhausgasemissionen ein zentraler Baustein zur Erreichung der Klimaziele. Der Energiesektor muss nahezu treibhausgasneutral werden, um eine 95-prozentige Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2050 (im Vergleich zu 1990) erreichen zu können. Dieses Ziel ergibt sich aus den Klimazielen des Pariser Abkommens von 2015 und aus den Klimazielen der Bundesregierung.

Doch wie kann die Energiewende in Deutschland gelingen? Diese Frage gewinnt momentan zusätzlich an Bedeutung, etwa durch die Diskussion, in welcher Form der Staat in der aktuellen Krise Unternehmen und Branchen unterstützt, die für das Gelingen der Energiewende relevant sind.

Forschende des Fraunhofer Cluster of Excellence »Integrated Energy Systems« CINES haben nun auf Basis von drei Energiesystemmodellen 13 Thesen abgeleitet, die zeigen, wie ein treibhausgasneutrales Energiesystem für Deutschland aussehen kann. Die 13 Thesen fokussieren auf technische und systemische Aspekte der Energiewende.
Darin wird unter anderem die Rolle der erneuerbaren Energien, insbesondere von Wind- und Solarenergie hervorgehoben und beschrieben, warum Digitalisierung und europäischer Zusammenhalt eine hohe Relevanz für das Gelingen der Energiewende haben.

Hier können Sie das Dokument lesen und herunterladen.

Datennutzung: Anforderungen aus Sicht der Forschung

Eine zentrale Frage besteht aktuell darin, wie wir zukünftig in Deutschland Daten verantwortungsvoll und innovativ nutzen können. Gerade für die Wissenschaft und Forschung bietet sich ein enormes Potenzial, das es zu erschließen gilt.
Für Sommer 2020 hat die Bundesregierung eine Datenstrategie angekündigt. Ziel der Strategie ist es, eine verantwortungsvolle und Mehrwert bringende Datennutzung und –bereitstellung und damit datengetriebene Innovationen zu fördern. Gleichzeitig sollen Datenmissbrauch und die Entstehung von Datenmonopolen verhindert werden.

Die Fraunhofer-Gesellschaft hat im Vorfeld der geplanten Datenstrategie zentrale Anforderungen an die Datennutzung aus Sicht der Forschung zusammengefasst. In diesem werden z.B. Standards für Datenqualität als Voraussetzung zur Generierung hochwertiger, vertrauenswürdiger Forschungsergebnisse und für die Nachnutzbarkeit von Daten gefordert. Dabei müssen Mechanismen zur Sicherung der Datensouveränität verwendet werden, wie z.B. durch den International Data Space (IDS) gewährleistet. Auch Datentreuhänder sowie einheitliche und offene Schnittstellen mit einer inhärenten Pseudonymisierung spielen eine wichtige Rolle, um in Einklang mit der DSGVO effizient arbeiten zu können.