Mit neuer Energie – Fraunhofer-Jahrestagung in Freiburg

Presseinformation / 21.5.2014

Das Motto der Fraunhofer-Jahrestagung 2014 »Mit neuer Energie« passt gleichermaßen gut zu Freiburg und zur Fraunhofer-Gesellschaft. Am Mittwoch, den 21. Mai kommen rund 700 geladene Gäste ins Konzerthaus, um sich von den Themen der Wissenschaftspreise und den Menschen dahinter begeistern zu lassen. Ehrengast ist Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

 

Die Region Freiburg ist dank ihrer geographischen Lage und der vielen Sonnenstunden wie keine andere in Deutschland prädestiniert, Solarenergie zu nutzen. Aus dem Umfeld der deutschen Umweltschutzbewegung, die hier entstand, kamen viele Impulse für Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich der erneuerbaren Energien. Ergebnisse daraus sind Weltrekorde beim Wirkungsgrad von Solarzellen, Niedrig- und Plus-Energiehäuser, aber auch neue Materialien sowie Technologien zur Energieeffizienz und Sicherheit; Themen, die auch im Fokus der fünf Freiburger Fraunhofer-Institute stehen. Generell leistet Fraunhofer entscheidende Beiträge zur Bewältigung der Herkulesaufgabe Energiewende: Die Forscherinnen und Forscher arbeiten an Lösungen für den Umbau der Energieversorgung – zum Beispiel intelligenten Energienetzen, mobilen Energiespeichern, Kombi-Kraftwerken oder Leistungselektronik, die hilft, die Stromnetze von morgen aufzubauen. Ministerpräsident Winfried Kretschmann würdigt die Leistungen: »Baden-Württemberg verfügt über eine Hochschul- und Forschungslandschaft, die zu den differenziertesten, dichtesten und leistungsfähigsten in Europa zählt. Ein zentraler Teil hiervon sind die 17 Fraunhofer-Einrichtungen, die wichtige Partner und Impulsgeber für die Innovationspolitik der Landesregierung und die Unternehmen sind. Sie tragen mit dazu bei, dass es in Baden-Württemberg so viele Weltmarktführer gibt wie in keinem anderen Bundesland.«

»Mit neuer Energie, das heißt auch in die Zukunft blicken, Ideen entwickeln, Neues entstehen lassen, die Welt verändern. Und das trifft den Kern von Fraunhofer. Die Preisträgerinnen und Preisträger des heutigen Abends und ihre ausgezeichneten Projekte zeigen das exemplarisch«, sagt Professor Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft. Ein Blick auf die nun 65jährige Geschichte bestätigt das: 1949 von Idealisten gegründet und von einer Handvoll Mitarbeitender vorangebracht, erzeugte Fraunhofer mit dem Konzept der angewandten Forschung eine beachtliche Energie. Heute hat die Gesellschaft mehr als 23 000 Mitarbeitende und ist als Innovationsmotor für die deutsche und europäische Wirtschaft fest etabliert. »Fraunhofer geht kraftvoll voran, beispielsweise unterstützt die Forschungseinrichtung die Bundesregierung intensiv bei der Weiterentwicklung der Hightech-Strategie hin zu einer nationalen Innovationsstrategie«, so Neugebauer.


Eine weitere Idee, die aktuell diskutiert wird, ist die Etablierung von Leistungszentren. Diese regionalen Netzwerke basieren auf einem Konzept, das Fraunhofer erarbeitet hat: Gemeinsam mit starken lokalen Universitäten sollen herausragende Wissenschaftsstandorte nachhaltig ausgebaut werden, um auch international Strahlkraft zu erlangen. Ziel ist es, exzellente Forschung mit Lehre sowie Aus- und Weiterbildung zu verbinden und ein dichtes Transfer- und Wirtschaftsnetzwerk zu schaffen. Fraunhofer hat 18 solche Regionen identifiziert, darunter auch Freiburg mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit.

Um den Innovationsstandort Deutschland zukunftsfähig zu halten, ist es entscheidend, dass die Investitionen in Forschung und Entwicklung kontinuierlich wachsen. »Dass Deutschland mittlerweile knapp drei Prozent des Bruttoinlandprodukts in Forschung und Entwicklung investiert, ist ein wichtiger Meilenstein. Um im internationalen Wettbewerb zu bestehen, dürfen wir aber nicht stehen bleiben«, sagt Reimund Neugebauer. »Dazu gehört auch, den Pakt für Forschung und Innovation bedarfsgerecht und individualisiert fortzusetzen.« Bund und Länder haben den Pakt 2005 ins Leben gerufen. Er ist ein zentrales Instrument der Forschungsförderung und bietet den außeruniversitären Forschungsorganisationen Verlässlichkeit und Planungssicherheit. Ebenso sollten die Förderverhältnisse zwischen Forschung und Bildung sowie zwischen Grundlagen- und angewandter Forschung angepasst werden. »Die Ausgaben in Deutschland fallen eindeutig zu Lasten der angewandten Forschung aus«, mahnt Neugebauer.